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Vogelgrippe : Keine Panik auf den Geflügelhöfen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Behörden ordnen Aufstallungspflicht wegen Vogelgrippe an. Die meisten Tiere sind zu dieser Jahreszeit ohnehin in den Ställen.

shz.de von
erstellt am 29.Nov.2014 | 07:00 Uhr

Seit heute ist Schluss mit dem Freigang für Enten, Hühner, Gänse und anderes Geflügel. Aus Sorge vor der Vogelgrippe haben die Behörden landesweit in einigen Regionen Aufstallungspflicht angeordnet. Mit anderen Worten: Das Federvieh bekommt Stubenarrest. Im Kreis Steinburg ist der Elbebereich betroffen. Für die Inhaber der Geflügelhöfe ist das kein Problem. Die meisten Tiere sind zu dieser Jahreszeit ohnehin im Stall.

Von heute an dürfen in einigen Gebieten Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten oder Gänse ausschließlich in geschlossenen Ställen, in einer gesicherten Voliere oder anderen Schutzvorrichtung gehalten werden.

Beim Geflügelhof Thormählen macht das keine zusätzliche Arbeit. Viele Tiere sind seit dem Martinstag, dem 11. November, bereits im Stall. Die übrigen Gänse laufen seit der vergangen Woche nicht mehr draußen herum, also bereits vor der behördlichen Anordnung.

Hintergrund der behördlichen Aktivitäten ist der Ausbruch der Vogelgrippe im Kreis Vorpommern-Greifswald sowie der Fund einer mit dem gefährlichen Virus H5N8 infizierten Wildente auf Rügen. „Wir passen ohnehin immer auf, dass unsere Tiere nicht mit Wildgänsen in Kontakt kommen“, so Martina und Holger Thormählen. Lediglich die Hühner dürfen nun nicht mehr im Freien herumlaufen, sondern müssen sich auf Rat der Veterinärin mit einer Art „Wintergarten“ begnügen. „Da bleiben die bei diesen Temperaturen ohnehin lieber, weil es ihnen draußen zu kalt ist. Und genügend Platz haben sie da auch“, weiß Holger Thormählen. „Wir sehen das Ganze sehr entspannt“, sagt Martina Thormählen.

Auch beim Kollmaraner Geflügelhof Both bleibt man gelassen. Denn die 600 Legehennen bleiben ohnehin das ganze Jahr über in den drei Ställen. Jens Both erinnert sich aber noch gut an die Aufregung im Frühjahr vor acht Jahren. Damals war eine mit dem Virus-Subtyp H5N1 infizierte Wildente entdeckt worden, und zwar in Kollmar. Die Desinfektionsmatte vor dem Stall liegt seitdem immer noch bei Both.

Auswirkungen hat das Auftreten der Vogelgrippe im März 2006 auch auf den Tornescher Geflügelhof Neumann gehabt. „Seitdem haben wir keine Gänse mehr“, berichtet Michaela Neumann. Es wurde auf die Haltung von Puten umgestellt. Und die sind das ganze Jahr über im Stall. „Die sind zu kälteempfindlich“, so Michaela Neumann. Allerdings hätte die Anordnung des Kreises Pinneberg auch keine Auswirkungen auf ihren Hof. Denn das Aufstallungsgebiet gilt nicht für Tornesch. Es umfasst die Gemeinden Haselau, Haseldorf, Helgoland, Hetlingen, Neuendeich, Seestermühe und Wedel. Außerdem betroffen sind das westlich der Klevendeicher Chaussee gelegene Gebiet der Gemeinde Moorrege sowie zusätzlich ein Streifen von je 500 Metern beiderseits der Pinnau von der Mündung bis zur Nordostkante der Eisenbahnbrücke in Pinneberg und beiderseits der Krückau von der Mündung bis zur Südwestkante der Straßenbrücke Wedenkamp in Elmshorn.

Das Friedrich-Löffler-Institut stuft die Einschleppungsgefahr vom bereits im Inland vorhandenen H5N8 in Hausgeflügelbestände als hoch ein. Deshalb wurde in ganz Schleswig-Holstein in Gebieten mit erhöhtem Risiko von Wildvogelkontakten von den Kreisveterinärämtern vorsorglich die Aufstallung von Hausgeflügel angeordnet.

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