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Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 17:12 Uhr

Trinkwasser : Keine Gefahr aus dem Wasserhahn

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

CDU-Landtagsabgeordnete sprechen mit Fachleuten in Wacken über Belastungen und Schutzmöglichkeiten des Lebensmittels Nummer eins.

Wenn es in der politischen Diskussion auf Landesebene um die Reinheit von Grund- und Trinkwasser geht, schlagen die emotionalen Wellen hoch. Und nicht immer werde dabei mit objektivem Zahlenmaterial argumentiert, sagt CDU-Landtagsabgeordneter Heiner Rickers, Vorsitzender des Fraktionsarbeitskreises „Agrar und Umwelt“ der Christdemokraten. Vielmehr werde Stimmung gemacht – gegen die Landwirtschaft. Gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten Hans-Jörn Arp, parlamentarischer Geschäftsführer, Hauke Göttsch, Agrar- und Umweltausschussvorsitzender, und Klaus Jensen suchte er das Gespräch mit den Fachleuten beim Zweckverband Wasserwerk Wacken. Vertreter des Verbandes der schleswig-holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft mit Geschäftsführer Dieter Perdelwitz an der Spitze und Guido Austen, Geschäftsführer der Egeb-Wirtschaftsförderung und Leiter des Wasserwerkes Wacken, diskutierten mit den Christdemokraten über technische Probleme mit Nitratbelastung und belastenden Resten von Pflanzenbehandlungsmitteln im Grundwasser, über Trinkwasseraufbereitung und über Möglichkeiten, das Erdreich bei der landwirtschaftlichen Bearbeitung der Böden weniger zu belasten. Oft würden in der öffentlichen Diskussion Grundwasser- und Trinkwasserwerte durcheinander gewürfelt.

Um es vorweg zu nehmen: „Unser Trinkwasser hat höchste Qualität“, betonte Guido Austen. Der Zweckverband Wasserwerk Wacken gehört zu den größten Trinkwasserversorgern Schleswig-Holsteins – mit einer jährlichen Fördermenge von sieben Millionen Kubikmeter Wasser über drei Wasserwerke: Wacken und Warringholz im Kreis Steinburg sowie Kuden in Kreis Dithmarschen. Geliefert wird das Naturprodukt in den westlichen Teil des Kreises Steinburg, in den südlichen Teil von Rendsburg-Eckernförde und ins Industriegebiet Brunsbüttel. Nitratbelastungen im Grundwasser sind ausschließlich im Bereich Kuden ein Thema – seit 50 Jahren. In Wacken und Warringholz geht es um Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln aus der Vergangenheit. Mit den Nachweiswerten liege man aber sogar unterhalb oder knapp im Bereich der Nachweisgrenzen.

Das Grundwasser habe noch eine so gute Qualität, dass in den Werken des Zweckverbands Wacken für die Aufbereitung noch die Sandfiltration ausreiche. Steigende Werte auf der Rohwasserseite, so Austen, würden weitere Aufbereitungstechnik erfordern. So wie bei den Stadtwerken Elmshorn, deren technischer Leiter Olaf Deich erläuterte, dass dort zusätzlich zum Sandfilter Aktivkohlefilteranlagen eingesetzt werden müssen. Kohle absorbiert Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. „Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, dass wir das hier nicht brauchen“, unterstrich Heiner Rickers. Er betonte, durch die Gespräche Datenmaterial erhalten zu haben, das ihm und seinen Begleitern gute Argumente für die weitere Diskussion liefere. Die Vertreter der Wasserwirtschaft hatten deutlich gemacht, wie wichtig Schutzmaßnahmen sind, um weiterhin hochwertiges Trinkwasser aus der Natur zu erhalten. Einig war man sich, dass beispielsweise niederländische Trinkwassergewinnung aus Abwasser keine Option haben sollte. Der Verbraucher soll weiterhin ein hochwertiges Lebensmittel bekommen. „Das ist erklärtes gemeinsames Ziel“, bekräftigte Guido Austen. Sowohl Rickers als auch Austen wiesen darauf hin, dass es sich bei derzeitiger Belastung um „Altlasten“, Bodeneinträge von vor 20, 30 Jahren handele. Das Bewusstsein für den Grundwasserschutz habe sich bei den Landwirten zum Positiven gewandelt, so Rickers. Aber es müsse in dem Bereich noch mehr geschehen, fügte Austen hinzu. Aus Sicht Rickers gebe es moderne Lösungen und entsprechende Fördermittel, denen sich die Landwirtschaft seiner Meinung nach nicht verschließen werde.  

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erstellt am 23.Jun.2016 | 17:00 Uhr

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