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Norddeutsche Rundschau

20. September 2017 | 06:08 Uhr

Auszeichnung : Keine Chance für schiefe Töne

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Herzhorner Kindergarten erhält Caruso-Auszeichnung für besondere musikpädagogische Arbeit

Egal, ob ein Kind gerade einen Wackelzahn verloren oder das Seepferdchen-Abzeichen im Schwimmbad geschafft hat – im Herzhorner Kindergarten wird jedes Ereignis mit einem Lied gefeiert. „Bei uns wird immer gesungen“, sagt Diana Lipp, Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte. Für diesen Einsatz wurde die Kita jetzt mit dem Caruso belohnt – einer Auszeichnung für besonders gute musikpädagogische Arbeit.

In einem Kinder-Gottesdienst in der benachbarten St.-Annen-Kirche überreichte Caruso-Fachberaterin Heike Priebe den Kindern nicht nur eine Urkunde und ein Emaille-Schild, das künftig an der Eingangstür hängen wird, sondern auch eine Stimmgabel. Denn wer die Caruso-Auszeichnung bekommen will, muss bestimmte Kriterien erfüllen. „Es reicht nicht, einfach nur viel zu singen – die Kinder müssen auch die richtigen Töne treffen“, erklärt Fachberaterin Heike Priebe.

Bewirbt sich ein Kindergarten um den Caruso, nimmt sie deshalb nach mehreren Besuchen eine Art Prüfung ab. Außer der Stimmgabel, mit der die richtige Tonlage überprüft wird, müssen auch der Einsatz von Instrumenten oder die Liedauswahl stimmen. „Es sollten einige Volkslieder dabei sein sowie Stücke in Moll und Dur, im Dreiviertel- und im Vierviertel-Takt.“ Auch ein Lied in einer fremden Sprache müssen die Kinder in ihrem Repertiore haben. Für die Kita-Herzhorn alles kein Problem. „Das hat hier alles super geklappt“, sagt Priebe. Der Besuch in der St.-Annen-Kirche war für die Klein Nordenderin ein besonderes Erlebnis. „Mein Opa war hier Organist und auch ich habe hier schon selbst an der Orgel gesessen.“

Drei Jahre lang darf sich der Kindergarten jetzt mit der Caruso-Auszeichnung schmücken, bevor nach Ablauf der Gültigkeit eine neue Prüfung gemacht werden muss. „Darauf sind wir schon sehr stolz“, sagt Diana Lipp. Musik habe in ihrem Kindergarten schon immer eine ganz besondere Bedeutung gehabt, sagt sie. „Musik spricht einfach alle Bereiche an, wie zum Beispiel die Sinneswahrnehmung oder die Merkfähigkeit.“ Außerdem diene das Singen den Kindern als Ventil, durch das sie Gefühle wie Freude, Aufregung, Trauer oder Wut herauslassen könnten. „Das ist sehr wichtig für die Kinder, so können sie sich ausdrücken.“

Das ihnen in Sachen Gesang niemand so schnell etwas vormacht, haben die Kinder bereits 2009 bewiesen. Denn damals erhielten sie den Felix – den Vorgänger des Carusos. Im Vergleich zur alten Auszeichnung seien die Kriterien deutlich verschärft worden, sagt Lipp. Die Freude über den Caruso wurde deshalb natürlich entsprechend gefeiert. „Die Kinder waren gar nicht mehr zu stoppen und haben noch mehr gesungen als sonst.“

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