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Flüchtlingshilfe : Keine Angst vor Sprung ins Wasser

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Gemeinde Brokdorf sponsert einwöchigen Schwimmkursus für Jungen und Mädchen aus Syrien und Afghanistan.

Die Idee hatte Brokdorfs Bürgermeisterin Elke Göttsche: Sie bot das Freibad der Elbgemeinde für einen einwöchigen Schwimmkursus an, der in diesen Tagen ausnahmslos für Flüchtlingskinder veranstaltet wurde. Katja Adebahr, Fachangestellte für Bäderbetriebe, leitete den Kursus, an dem acht Jungen und Mädchen im Alter von neun bis 15 Jahren teilnahmen, jeweils vier aus Syrien und aus Afghanistan.

„Die Familien der Kinder wohnen alle in Wilster“, berichtete Karin Hundt. Sie sind entweder im Hochhaus am Fleet oder in der Etatsrätin-Doos-Straße untergebracht worden. Karin Hundt hat gemeinsam mit Elke Walter die Organisation und Betreuung der Jugendlichen übernommen. Die beiden ehemaligen Lehrerinnen engagieren sich in der Flüchtlingshilfe in Wilster, wo Karin Hundt auch den Sprachunterricht für die ausländischen Neubürger ehrenamtlich leitet.

„In Brokdorf steht zurzeit kein Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung. Alle gemeindlichen Wohnungen sind vermietet“, berichtete Gemeindevertreter Olaf Stahl am Rande des Schwimmkurses. Diesen hatte Bürgermeisterin Elke Göttsche darum als Möglichkeit der Gemeinde Brokdorf angeboten, einen kleinen Beitrag für die Flüchtlingshilfe zu leisten.

Die acht Kinder, die aus zwei Familien kommen, konnten zu Wochenbeginn überhaupt noch nicht schwimmen. In wenigen Tagen haben sie unter der Anleitung von Katja Adebahr wesentliche Fortschritte gemacht. Sie springen ohne Angst vom Startblock ins Schwimmerbecken, bewältigen – zum Teil noch von einem Korkgürtel oder der „Schaumstoffnudel“ getragen – die Längsbahnen des Beckens und freuen sich jedes Mal auf die Rutschpartien auf der 100-Meter-Rutsche.

Gestern war letzter Tag des Schwimmkurses. Katja Adebahr freut sich über den Erfolg. Ein 15-jähriger Syrer habe Chancen, den Jugendschwimmpass in Bronze zu schaffen. Drei weitere Teilnehmer hatten Aussicht auf das „Seepferdchen“.

Katja Adebahr hat sich gern zur Leitung dieses Schwimmkurses bereit erklärt. In jüngster Zeit habe sich gezeigt, dass die Kinder aus den Flüchtlingsfamilien wagemutig den Sprung ins tiefe Wasser riskierten, ohne überhaupt schwimmen zu können. „Zweimal mussten wir die Kinder aus dem Wasser ziehen.“ Vorfälle, die Elke Göttsche zudem veranlassten, diesen Schwimmkursus ins Leben zu rufen. 

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