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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 11:23 Uhr

Aktionstag : Keine Angst vor dreckigen Fingern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

150 Schülerinnen besuchen 6. Aktionstag für Mädchen im Kreis Steinburg. 20 Aussteller informierten über MINT-Berufe - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2014 | 12:00 Uhr

„Technik ist heute keine Parallelwelt mehr. Technik und Leben verschmelzen, daraus ergeben sich immer neue Aufgabenfelder – auch für euch!“ Mit diesen Worten begrüßte ISIT-Leiter Prof. Dr. Wolfgang Benecke die Besucherinnen der sechsten MINT-Aktionstage im Fraunhofer Institut ISIT.

Im Rahmen der Messe speziell für Mädchen informierten etwa 20 Aussteller über Ausbildungsberufe und Studienfächer in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Ausbildern, Auszubildende und Studentinnen von Betrieben, Behörden und Fachhochschulen standen den Acht- bis Zwölfklässlerinnen mit Informationen aus erster Hand und Einblicken in den Berufsalltag zur Verfügung.

Auch Frauen aus verschiedenen MINT-Berufen wie beispielweise Kamerafrau, Industriemechanikerin oder Laborantin standen den Schülerinnen Rede und Antwort. Außerdem wurden an diesem Vormittag Bewerbungstrainings, eine Führung durch Vishay und das ISIT sowie ein Preisausschreiben angeboten. Veranstaltet wurde die Messe von der Agentur für Arbeit, der Kreis-Gleichstellungsbeauftragten Tinka Frahm, den Kreisfachberatern für Berufsorientierung, dem Schulamt des Kreises und der Beratungsstelle Frau & Beruf.

150 Mädchen von fast allen weiterführenden Schulen aus dem gesamten Kreis hatten sich zu der Messe angemeldet. „Wer hier ist, hat echtes Interesse“, erklärte Monika Schmudde, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt von der Agentur für Arbeit in Heide. Der Andrang sei in diesem Jahr so groß gewesen, dass einige Anmeldungen nicht mehr entgegen genommen werden konnten.

„Viele Studien- und Ausbildungsberufe sind heute noch sehr traditionell geprägt“, erklärte Schmudde. Neben klassischen Frauenberufen wie Erzieherin, Bankkauffrau und Krankenschwester gäbe es „noch so viele Berufe mehr, die man vielleicht gar nicht kennt“. Diese Berufe kennenzulernen und dabei direkt mit „Leuten vom Fach“ zu sprechen mache die MINT-Messe aus. Angesichts des bevorstehenden Fachkräftemangels müssten viel mehr Mädchen als bisher in diesem Bereich tätig werden, so Schmudde. Nicht nur die Aussichten auf eine Anstellung, sondern auch das Gehaltsniveau in mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Berufen seien häufig sehr gut.

Die Schülerinnen nutzten die Messe auf verschiedene Art und Weise: Pia Böge (14), Neuntklässlerin an der Wolfgang-Borchert-Regionalschule (WBR) in Itzehoe, hatte sich noch nicht mit MINT-Berufen auseinander gesetzt. Sie war ins ISIT gekommen, um sich über die verschiedenen Berufe zu informieren. Lisa-Marie (14) von der Regionalschule Glückstadt fokussierte sich auf die naturwissenschaftlichen Angebote, während Sina Lichtenberg (14) aus der 9. Klasse der Wilhelm-Käber-Schule (WKS) in Hohenlockstedt auf der Suche nach Berufsbildern war, die zu ihren Lieblingsfächern Chemie und Mathematik passen. Anna-Lena Ittner, Zwölftklässlerin an der Auguste-Viktoria-Schule (AVS) ließ sich im ISIT inspirieren: „Eigentlich wollte ich in den biologischen Bereich gehen, aber Informatik und Technik gefällt mir hier auch sehr gut“, berichtete sie. Laura Westphalen dagegen hatte einen Berufswunsch bereits fest im Blick: technische Zeichnerin. Darüber informierte sie sich bei Werkstudentin Ann-Katrin Lembke (23) am Stand von Prokon. „Ich würde dir ein Praktikum empfehlen, damit du einen Einblick in den Beruf bekommst“, meinte Lembke. Über ihren eigenen Beruf sagte die Maschinenbaustudentin: „Es ist toll, aber anstrengend. Du musst Spaß dran haben und keine Angst davor haben, dir die Finger dreckig zu machen.“

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