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Norddeutsche Rundschau

17. August 2017 | 21:44 Uhr

Itzehoe : Kein neues Geld fürs Hablik-Museum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schlechte Nachrichten für das Wenzel-Hablik-Museum: Die Politik lehnt einen 10 000 Euro-Zuschuss zu den Betriebskosten ab. Vorsitzender Harald Brommer will weiter kämpfen.

Als Harald Brommer gestern Abend nach der Sitzung des Ausschusses für städtisches Leben das Rathaus verlässt, fällt sein Blick auf das gegenüberliegende Wenzel-Hablik-Museum. „Die Politik muss sich überlegen, ob sie es will. Und wenn sie es noch will, muss sie auch die nötigen Mittel dafür bereitstellen“, sagt der Vorsitzende der Wenzel-Hablik-Stiftung.

Dazu ist gestern die Mehrheit des Ausschusses aber nicht bereit. Mit den Stimmen von SPD und CDU lehnt es die Mehrheit ab, den prognostizierten Fehlbetrag von rund 10 000 Euro für das laufende Jahr durch eine weitere Geldspritze aus dem städtischen Haushalt auszugleichen. Nun muss die Ratsversammlung im Rahmen der Haushaltsberatungen entscheiden, ob sie zu den 45 000 Euro, die die Stadt bereits jährlich für das Hablik-Museum ausgibt, weiteres Geld locker machen will. „Danach sieht es aber nicht aus“, sagt Brommer. Denn der Haushalt der Stadt ist angespannt, die Mehrheitsfraktionen sparsam.

In der Sitzung hat er zuvor leidenschaftlich für mehr Unterstützung geworben und bekommt dafür Zustimmung aller Fraktionen. Aber nur die kleinen Parteien wollten mehr Geld geben. „Im Vergleich zum Theater sind die Ausgaben für das Museum tragbar“, sagt Günter Wolter (IBF). Und Karl-Heinz Zander (Grüne) ergänzt: „Wir wollen doch in Itzehoe nicht als Hinterbänkler dastehen, die Kultur ablehnen. Ich erwarte ein klares Bekenntnis der Stadt zum Museum.“

Die CDU-Fraktion gibt dieses Bekenntnis ab, äußert aber auch Kritik. „Wenn ich mich in einen Schuldenberater hineinversetze, müsste ich sagen: ,Das kannst Du Dir nicht mehr erlauben‘“, sagt Oliver Michels. „Andere Museen in Schleswig-Holstein nehmen mehr Eintritt, warum verlangen Sie nicht sechs Euro statt wie jetzt 3,50 Euro?“ Brommers Antwort kommt blitzschnell: „Weil wir dann in Kauf nehmen würden, dass Besucher wegbleiben.“

4000 kommen jährlich ins Museum . Das erwirtschaftet aber nur etwas über 20 000 Euro aus Eintrittsgeldern und Verkäufen. „Wir bemühen uns Geld von überall her zu erhalten, aber damit kommen wir nicht hin, denn wir brauchen etwa 160 000 Euro jedes Jahr“, sagt Brommer. Neben dem städtischen Zuschuss bekommt das Museum Spenden – etwa der Sparkasse – und Zuwendungen des Fördervereins. Seit die Diskussion um die finanzielle Lage des Museums in der Öffentlichkeit geführt werde, habe er viel Unterstützung erhalten, so Brommer. „Vor ein paar Monaten sah es so aus, dass das Defizit bei rund 19 000 Euro liegen würde. Nun ist es uns schon gelungen, das nahezu zu halbieren.“

Das Museum sei nicht nur ein Ort der kulturellen Bildung, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor. „Es trägt zu einer Marke Itzehoe bei, mit der wir werben können. Städtischer Tourismus ist fast immer Kulturtourismus“, so Brommer.

Doch als er das Rathaus verlässt, ist seine Stiftung weiter von der Politik abhängig. Er schaut noch einmal zum Museum und sagt: „In wirklich allerletzter Konsequenz müssten wir irgendwann sagen: ,Es geht nicht weiter.‘“ Aber Brommer will weiter kämpfen.

 

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erstellt am 28.Okt.2014 | 05:00 Uhr

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