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Kein neuer Vorstand gefunden – Bürgerclub löst sich auf

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Itzehoer Bürgerclub von 1859 wird aufgelöst. Auf der vergangenen Hauptversammlung konnte kein neuer Vorstand gefunden werden. 43 Mitglieder, darunter 24 stimmberechtigte, waren sich einig: Ende Februar ist Schluss.

„Es war im Ganzen ein bisschen traurig – ein Club, der 156 Jahre besteht“, erzählt Vorsitzender Peter Künne. „Ich glaube, die meisten haben bedingt durch ihr Alter gesagt: Dann wollen wir lieber ein geordnetes Ende.“ Der Traditionsverein, der ursprünglich von Unternehmern und Advokaten gegründet wurde, hatte schon seit längerem ein Mitgliederproblem (wir berichteten). Zuletzt wurde der Verein von einem zunehmend alternden, eisernen Kern getragen. Für die Vorstandsarbeit fand sich letzten Endes niemand mehr.

Traditionell wie im 19. Jahrhundert trat der Bürgerclub zuletzt im Juni 2013 auf: „Der Umzug war nochmal ein Highlight“, erinnert sich Peter Künne an die 775 -Jahr-Feier der Stadt. Dort zeigten sich die Clubmitglieder mit Zylinder und Stock mit weißem Knauf. Bäckermeister Peter Wilde trug die Vereinsfahne voran. Sie erinnert im Kreismuseum an den Verein und wird dort wohl auch bleiben.

„Am 27. Februar ist der Stichtag, dann gehen Sigrid Frähmcke und ich zur Volksbank und lösen das Konto auf“, sagt Peter Künne bestimmt. Bis zu diesem Datum können eventuelle Gläubiger noch Forderungen stellen. Und falls sich bis zu diesem Tag doch noch ein Vorstand finden sollte, kann eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden. Doch Künne glaubt nicht, dass etwas in dieser Richtung passieren wird. Er wurde zusammen mit der ehemaligen Kassenwartin Sigrid Frähmcke als Liquidator berufen. Gemeinsam werden beide die Auflösung des Vereins abwickeln. Dazu gehört die Aufteilung des Clubvermögens. Dieses soll an das Kreismuseum, die Feuerwehr und die Kinderabteilung des Krankenhauses gehen.

Übrig bleiben Fotografien, ein dickes, altes Kassenbuch, sämtliche Vorstandsprotokolle und die Erinnerung an unzählige Damen- und Herrenausflüge. „Damit wir uns nicht ganz aus den Augen verlieren, haben die Mitglieder entschieden, dass es an jedem zweiten Freitag im November ein Mehlbüdel-Essen im Hotel Adler geben soll“, so Schriftführerin Karin Wrobel.

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erstellt am 02.Feb.2015 | 14:49 Uhr

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