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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 02:33 Uhr

Festival : „Kein Konzert von der Stange“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

„Hamburger Ratsmusik“ spielt beim Schleswig-Holstein-Musik-Festival in Kellinghusen Stücke von Haydn. Weitere Sponsoren werden noch gesucht.

Das Schleswig-Holstein-Musik-Festival kommt in die Störstadt. Nur fünf Monate lagen zwischen ersten Gesprächen und der öffentlichen Bestätigung. Intendant Christian Kuhnt und Jeanette van Beek, Leiterin des Sponsoring, informierten im neuen Spielort St. Cyriacus Kirche über das Festival und das Konzert im Gotteshaus. Sein erster Gedanke „nicht schon wieder eine Kirche“ sei nach einer Besichtigung schnell verflogen, erklärte Kuhnt.

Beeindruckt habe ihn außerdem das Engagement von Stadt und Kirche. „Feuer und Flamme“ für das Projekt gewesen seien der erste stellvertretende Bürgermeister Reinhard Rübner und Initiator des Projekts sowie Günter König, Vorsitzender des Kirchengemeinderats. So wie ihm werde es vielen ahnungslosen Festivalbesuchern im Sommer gehen, meinte Kuhnt: „Sie werden von der Besonderheit der historischen Feldsteinkirche von 1154 und ihrer modernen Innenraumgestaltung durch den Künstler Hans Kock total begeistert sein.“ Der Festivalleiter versicherte zudem: Dem ersten SHMF-Ereignis am Sonnabend, 20. August, um 20 Uhr sollen in den kommenden Jahren weitere folgen. Zum Auftakt der anvisierten langen Freundschaft wird Simone Eckert mit der „Hamburger Ratsmusik“ unter dem Titel „Fürstliches“ überwiegend Musik aus der Feder von Joseph Haydn zu Gehör bringen. Der Komponist steht 2016 im Mittelpunkt des SHMF-Programms. „Fürstliches“ komponierte Haydn Mitte des 18. Jahrhunderts für Fürst Nikolaus I. Esterhazy. Als prachtliebend und den schönen Künsten zugeneigt bekannt, strich der Adelige selbst das celloähnliche Baryton. 175 Werke mit Baryton schrieb Haydn im Lauf der Jahre. Dem Dienstherren und seinem Kapellmeister ist es zu verdanken, dass das Streichinstrument, welches zusätzlich zu den Spielsaiten noch über Resonanzsaiten verfügt, nicht gänzlich in Vergessenheit geriet. Die Auseinandersetzung mit aus der Mode gekommenen Instrumenten gehört zu den Spezialitäten der sechs „Hamburger Ratsmusiker“. 1991 von der Gambistin Simone Eckert zu neuem Leben erweckt, hat sich das preisgekrönte Ensemble seither immer wieder mit neu entdeckter alter Musik befasst. Entsprechend erwarte die rund 300 Besucher kein „Konzert von der Stange“, stellte Kuhnt heraus.

Neben der Präsentation hochklassiger Musik ist das „Drumherhum“ in sommerlich legerer Atmosphäre ein Merkmal des Festivals. Auch in dieser Richtung verzeichne er bereits eine ansteckende Motivation, wusste Rübner als Mitglied der örtlichen Festival-Kulturinitiative zu berichten. „Alle wollen die Ärmel hochkrempeln und sind mit Feuereifer dabei.“ Nicht zuletzt ging es um die Finanzierung des Events. Ein stabiles Standbein gebe es bereits dank des Sponsorings der Firma Tatex. Das andere Bein sei noch ein wenig muskelschwach, erklärte Rübner. Schön wäre es, wenn Unternehmer und Privatbürger gemeinsam einen Beitrag dafür leisteten, „das Projekt in die Zukunft zu tragen.“

Immer noch werde das Festival zu 85 Prozent privat finanziert, so Kuhnt. Überdies sorge das große ehrenamtliche Engagement der 3200 Mitglieder des SHMF-Vereins im ganzen Land dafür, dass die Konzerte nicht nur für das Publikum, sondern auch für die Künstler zu einem unverwechselbaren Ereignis würden. Gemäß des SHMF-Leitsatzes, dass Kultur nicht Luxusgut, sondern ein absolutes Lebensmittel ist, können auch die Störstädter auf vielfältige Weise zum Gelingen des Konzertereignisses beitragen. „Backen sie einen Butterkuchen“, riet Kuhnt einer Bürgerin auf die Frage, wie dies ohne großartiges finanzielles Engagement funktionieren könnte.


>Information bei Reinhard Rübner unter reinhard@ruebners.de.

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