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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 18:16 Uhr

Kindergarten : Kein Kita mehr im Keller

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Kindergarten im Paul-Gerhard-Haus in Glückstadt braucht mehr Platz. Bis Sommer 2016 soll ein Anbau mit neuen Räumen entstehen. Die Kosten werden auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt.

von
erstellt am 13.Nov.2014 | 05:00 Uhr

Die Kindertagesstätte Nord im Paul-Gerhard-Haus in der Königsbergerstraße soll durch einen geräumigen Anbau erweitert werden. Geplant ist, dass der Neubau Platz für zwei Gruppen bietet, die bisher in zwei Räumen im Keller des Gebäudes untergebracht sind. Am Dienstag stimmte der Sozialausschuss den Plänen der Stadtverwaltung zu. Die endgültige Entscheidung trifft die Stadtvertretung in ihrer letzten Sitzung für dieses Jahr kurz vor Weihnachten.

„Der Anbau ist alternativlos“, erklärte Glückstadts Bürgermeister Gerhard Blasberg den Mitgliedern des Sozialausschusses. Hintergrund ist, dass die beiden Gruppenräume im Keller des Paul-Gerhard-Hauses zukünftig keine Betriebserlaubnis durch den Kreis Steinburg mehr erhalten werden. „Die Räume entsprechen von der Deckenhöhe her nicht der Arbeitsstättenverordnung“, sagte Blasberg. Er betonte, dass es dabei nicht um die Kinder gehe. Für die seien die Räume durchaus zulässig. Allerdings dürften die Angestellten der Kita nicht den ganzen Tag in den relativ niedrigen Räumen arbeiten.

„Wir müssen da schnell handeln“, erklärte Bürgermeister Blasberg. Sonst drohe eine Container-Lösung. Er habe gegenüber dem Kreis versprochen, dass die neuen Räume Mitte 2016 zur Verfügung stehen würden, und nur unter diesen Voraussetzungen sei vorläufig ein weiterer Betrieb in den Kellerräumen möglich. „Die Zeit reicht nicht, um zum Beispiel einen kompletten Neubau auf einem anderen Grundstück zu planen“, sagte Blasberg. Bei der Anbau-Lösung könne man auf bereits bestehende Pläne zurückgreifen. Deshalb sei diese Variante relativ schnell umsetzbar.

Dem stimmten die Politiker im Sozialausschuss einstimmig zu. Kritik kam aus der CDU- und SPD-Fraktion zum Zeitpunkt. „Warum ist das nicht früher aufgefallen?“, fragte Wolfgang Engemann (CDU). Blasberg erklärte, dass sich durch gesetzliche Änderungen beim Kita-Betrieb auch die Vorschriften geändert hätten. Dies sei aber tatsächlich erst relativ spät bemerkt worden, räumte der Bürgermeister ein. „Das hätte ein oder zwei Jahre früher auffallen müssen.“

Die Kosten von geschätzten rund anderthalb Millionen Euro wird die evangelische Kirche als Träger des Kindergartens über einen Kredit finanzieren, den die Stadt Glückstadt dann ab 2016 über die jährlichen Zuweisungen an die Kirche abbezahlen wird. Die genaue Höhe der jährlichen Ausgaben kann die Verwaltung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beziffern.

Offen ist noch die Frage, ob im Rahmen der Erweiterung auch neue Möglichkeiten für die Betreuung von Kindern mit einer Behinderung im Paul-Gerhard-Haus eingerichtet werden. Bisher stand für diese Gruppe vor allem der Kindergarten der Lebenshilfe in Borsfleth zur Verfügung. „Wir wollen der Lebenshilfe keine Konkurrenz machen, prüfen aber, ob wir nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können“, sagte Blasberg vor dem Sozialausschuss. „Es ist noch nicht ganz klar, wie hoch der zu erwartende Bedarf in der Zukunft eingeschätzt wird“, erklärte die zuständige Fachbereichsleiterin Angelika Tesch. Sie erwarte die Bedarfsschätzung aber bis zur Sitzung der Stadtvertretung im Dezember, sodass die Politiker dann auch über diesen möglichen Punkt auf einer fundierten Entscheidungsgrundlage abstimmen können, erklärte Tesch.

 

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