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Volksfest : Kein Jahrmarkt mehr rund um die Kirche

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Konzept für den Rummel am dritten Juli-Wochenende in Wilster steht. Zahl der Schausteller-Anmeldungen ist weiter rückläufig.

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2016 | 17:10 Uhr

Um seine Aufgabe ist Manfred Moltzau nicht zu beneiden: Der Marktmeister versucht auch in diesem Jahr wieder den größten Jahrmarkt an der Westküste auf die Beine zu stellen. Die Vorbereitungen für den Rummel am dritten Juli-Wochenende laufen schon jetzt auf Hochtouren. Moltzau klappert dafür andere Jahrmärkte in der Region ab, pflegt Kontakte mit Schaustellern, leistet Überzeugungsarbeit. Fest steht aber schon jetzt: Der Jahrmarkt wird weiter schrumpfen. So waren bis Ende der Anmeldefrist lediglich 83 Bewerbungen verschiedener Geschäfte eingegangen. Zum Vergleich: 2014 waren es noch 96, im Vorjahr 91. Von den 83 Interessenten blieben am Ende nur gut 70 übrig.

„Wichtig ist, dass wir ein geschlossenes Gesamtbild erreichen“, sagte Moltzau vor den Mitgliedern des Sozialausschusses, der neben einer speziellen Arbeitsgemeinschaft federführend für die Jahrmarkts-Planungen ist. Der Marktmeister ist überzeugt: „Wenn nicht wieder wie im Vorjahr kurzfristige Absagen kommen, sollte es möglich sein, den Colosseums-Platz komplett zu bebauen.“ Gleichzeitig verabschiedet sich die Stadt damit aber von dem ehrgeizigen Ziel, auch rund um die Kirche ein buntes Treiben anbieten zu können. Lediglich die Sonninstraße wird als Eingangstor zum Jahrmarkt das vertraute Bild liefern.

Die im Vorjahr gut angenommene Veranstaltungsbühne vor dem Stamm-Haus wandert in diesem Jahr in den Trichtergarten. „Hier versuchen wir noch, ein attraktives Programm auf die Beine zu stellen“, sagt Bürgermeister Walter Schulz. Einige Gruppen und Vereine hätten schon Interesse an Darbietungen signalisiert. Angedacht ist zudem, die Bühne für Musiker, Kleinkünstler und Artisten aus der Region freizumachen. „Da gibt es sicher einige, die sich gerne einmal präsentieren wollen“, hofft Schulz. Im Detail soll das aber noch besprochen werden. In mindestens unveränderter Form soll es aber wieder den im vergangenen Jahr höchst erfolgreichen Eventbereich am Colosseum geben. Hier haben Colo-Wirt Michael Mehrens und Mitveranstalter Ralf Maron schon grünes Licht gegeben.

Fest steht auch schon jetzt, dass der Jahrmarktshöhepunkt am Montag wieder das große Feuerwerk sein wird. Im vergangenen Jahr sei das wie gewohnt auf große Resonanz gestoßen. Mit 2500 Euro liegen die Kosten dafür auch in etwa auf dem Vorjahresniveau. Diskutiert worden sei laut Schulz aber darüber, ob die Eröffnungsfeier weiterhin vor dem Neuen Rathaus stattfinden solle. Da der Markt als Veranstaltungsfläche wegfalle, sei dieser Standort vom eigentlichen Jahrmarkt recht weit entfernt. Im Ausschuss sei man sich dann aber einig gewesen, dass an der Tradition festgehalten werden solle.

Unklar bleibt fast bis zur Eröffnung, welches Bild der Jahrmarkt Wilster in diesem Jahr genau abgeben wird. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass am Ende etwa 45 Jahrmarkts-Beschicker ihre Stände und Fahrgeschäfte in Wilster aufbauen werden. Befürchtet wird sogar, dass es Ausfälle geben könnte, weil die von der Stadt geforderten Teilzahlungen an Gebühren nicht geleistet worden sind. Damit soll eigentlich sichergestellt werden, dass angemeldete Schausteller auch wirklich kommen. Wer seine Teilzahlung nicht zwei Monate vor dem Termin im Juli leistet, soll nicht mehr zugelassen werden. Die Stadt hätte dann noch Zeit, sich nach Ersatzgeschäften umzusehen.

Im Sozialausschuss wurde das Jahrmarkts-Konzept für 2016 soweit abgenickt. Walter Schulz betonte dabei noch einmal, dass der erzwungene Verzicht auf die Bestückung am Markt allgemein bedauert werde. Manfred Moltzau machte dabei aber auch deutlich, dass man dort nicht auf Krampf eine Art Flohmarkt hinstellen wolle.

Verzichten müssen die Wilsteraner allerdings auch weiterhin auf das in der Vergangenheit immer wieder herbeigesehnte Riesenrad im Zentrum der Stadt. Marktmeister Moltzau geht ohnehin davon aus, dass Höhenflüge dieser Art zumindest im Norden endgültig gezählt sind. Hintergrund: Wegen der erheblichen Windlasten in luftiger Höhe schreibe der Gesetzgeber kostenträchtige Vorkehrungen vor, deren Umsetzung schnell in fünfstellige Bereiche gehe. Weil im Norden besonderes kräftiger Wind weht, dürfte das wohl das Aus für Riesenräder sein. Moltzau geht davon aus, dass auch beim Jahrmarkt in Heide wohl das letzte Mal ein solches Fahrgeschäft stehen werde.

Festhalten will die Stadt aber auf jeden Fall an dem – von den Schaustellern gesponserten – Seniorennachmittag auf der Veranda des Colosseums. Bürgermeister Schulz machte nach jüngsten Irritationen aber deutlich, dass die Einladung traditionell nur für Bewohner des DRK-Seniorenzentrums gelten könne.

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