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Kommunalpolitik : Kein Geld von der Stadt für Kulturhaus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Auch wenn alle die Arbeit der Einrichtung in Wilster loben: CDU-Mehrheit in der Ratsversammlung bleibt bei Ablehnung eines Zuschuss-Antrages.

shz.de von
erstellt am 19.Jul.2017 | 05:38 Uhr

Für das Kulturhaus am Markt wird es aus dem Haushalt der Stadt Wilster auch weiterhin keinen Cent geben. Nach dem Finanzausschuss lehnte jetzt auch die Ratsversammlung mit den mehrheitlichen Stimmen der CDU-Fraktion einen Antrag auf Gewährung eines Zuschusses in Höhe von 3000 Euro ab.

Für die Christdemokraten, so betonte Sprecher Mark Dethlefs noch einmal, sei das eine Frage der Gleichbehandlung und der Gerechtigkeit. In der ablehnenden Haltung sehe man sich auch durch Meinungsäußerungen einer Vielzahl von anderen Vereinsvorständen und Mitgliedern anderer Vereine bestätigt. Schließlich werde auch in vielen anderen Vereinen in der Stadt hervorragende Arbeit geleistet. Dethlefs betonte, dass die Entscheidung nicht gegen das Kulturhaus gerichtet ist. Auch diese Einrichtung trage zu einem „außergewöhnlich vielfältigen Angebot für unsere Bürger bei“.

SPD-Sprecherin Natascha Böhnisch führte als Gegenbeispiel die Sanierung des Wilstermarsch-Stadions an. „Aber für Kultur sind keine 3000 Euro da. Das muss die CDU mit sich selbst ausmachen.“ Für die Sozialdemokratin hat sich das Kulturhaus mit seinem vielschichtigen Angebot „zu einem Motor für die Stadt“ entwickelt. Bei dem Zuschuss gehe es letztlich auch nicht um eine generelle Finanzierung, sondern um ein Signal.

Der hinter der Einrichtung stehende Kulturverein hatte zahlreiche Mitglieder mobilisiert, die die Entscheidung eher kopfschüttelnd aufnahmen. In der Einwohnerfragestunde hatte Kulturhaus-Chef Anton Brade zuvor noch einmal versucht, die Bedeutung des für die Stadt einmaligen Angebots bei allen Ratsmitgliedern ins Bewusstsein zu rücken. Brade betonte, dass man sich mit der Politik auf keinen Fall streiten, sondern vielmehr gerne etwas für die Stadt tun wolle, die auch er persönlich ins Herz geschlossen habe. Mit dem Kulturhaus verfüge Wilster schließlich über ein Stadttheater, ein Kino, einen Konzertsaal und eine Begegnungsstätte in einem.

Nach entsprechenden Diskussionen zuvor im Finanzausschuss stellte Anton Brade jetzt klar, dass mit einem Zuschuss kein Personal, sondern der Kulturbetrieb mitfinanziert werden solle. Auch Zweifel am ehrenamtlichen Engagement rund um die Einrichtung räumte er aus. Er selbst verfüge lediglich über eine halbe Stelle mit einem monatlichen Einkommen von unter 1000 Euro. Tatsächlich bringe er es aber auf eine 60-Stunden-Woche. Damit leiste auch er einen Großteil der Arbeit ehrenamtlich. Brade machte deutlich, dass die Haltung der Stadt eine negative Außenwirkung habe und „dringend benötigte Impulse für eine Belebung der Stadt gefährdet“.

Der als Vorsitzender der Ratsversammlung direkt angesprochene Bürgermeister Walter Schulz äußerte die Überzeugung, dass „keiner hier am Tisch das Kulturhaus nicht positiv sieht“. Auch für ihn persönlich, so versicherte er, stehe die Bedeutung der Einrichtung „außer Frage“. Eine kurz aufflammende Diskussion stoppte er aber schnell mit dem Hinweis auf die Geschäftsordnung, die nur Fragen zulasse.

Im nächsten Jahr kann der Kulturverein erneut einen Zuschussantrag stellen. CDU-Sprecher Mark Dethlefs lud Anton Brade ausdrücklich zu einem Besuch in seiner Fraktion ein, wo man sich zu dem Thema noch einmal austauschen könne. Dethlefs ließ dabei durchblicken, dass jetzt vorgebrachte Erläuterungen durch den Kulturverein aus dem vorgelegten Antrag so nicht hätten herausgelesen werden können. Brade ermunterte im Gegenzug alle Ratsmitgliedern sich bei einem Besuch des Kulturhaus von der Arbeit dort zu überzeugen.

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