Start in die Saison : Kein Badewetter – aber die Lägerdorfer lieben ihr Freibad

Elfmeterschießen auf dem Wasser: Kevin Lange gewann eine Saisonkarte – im Wasser Peter Böge.
Elfmeterschießen auf dem Wasser: Kevin Lange gewann eine Saisonkarte – im Wasser Peter Böge.

Das Wetter lud nicht zum Sprung ins kühle Nass – dennoch kamen einige Lägerdorfer zum Saisonstart in ihr Freibad.

shz.de von
19. Mai 2015, 05:35 Uhr

Kühles und windiges Wetter minderte die Badefreudigkeit bei der Schwimmbaderöffnung in Lägerdorf. Dennoch trauten sich einige ins Wasser. Einer von ihnen war Kevin Lange. Der Zehnjährige aus Lägerdorf traf beim Elfmeterschießen auf dem Wasser als einziger Teilnehmer ins Tor, nachdem er über einen zehn Meter langen Wasserlaufweg im Becken Anlauf genommen hatte. „Sensationell“, befand Veranstaltungsleiter Peter Böge und informierte den Schützen, dass er eine Saisonkarte fürs Freibad gewonnen hatte.

Auch wenn sich die Organisatoren des Fördervereins Freibad Lägerdorf ein badefreudigeres Publikum gewünscht hätten, so machte Böge in seinem Neoprenanzug deutlich, dass das Anbaden wohl nur etwas für ganz Hartgesottene war. Auf wärmere Temperaturen hofft auch Bürgermeister Heiner Sülau, „damit wir viele Saisonkarten verkaufen können und die Einnahmen so gut werden wie in den beiden Vorjahren“.

Wer nun aber glaubt, die Badbesucher hätten keinen Spaß gehabt, der irrt angesichts des Rahmenprogramms. Für Kurzweil sorgten der Feuerwehrmusikzug ebenso wie das Gummistiefel-Golfturnier, das von den „Sechs Fragezeichen“ aus Lägerdorf gewonnen wurde, oder der von Birte Knickrehm organisierte Flohmarkt, an dem sich über zehn Standbetreiber beteiligten. Mit dem Erlös am Fördervereinsstand und den Standgebühren sollen weitere Fliesen angeschafft werden. „Bisher sind 720 Quadratmeter neue Fliesen verlegt worden, 500 fehlen noch“, so Böge. 10  000 Euro werden noch benötigt, damit die Arbeiten am 23. Juni 2016 abgeschlossen sind, pünktlich zum 60. Geburtstag des Freibads.

Dass die Lägerdorfer und insbesondere die Fördervereinsmitglieder alles unternehmen, um ihr Freibad finanzieren zu können, machte Peter Böge in seiner Begrüßungs deutlich. Lägerdorf solle es nicht so ergehen wie anderen Gemeinden in Deutschland: „Allein in den vergangenen zehn Jahren sind in Deutschland mehr als 300 Bäder geschlossen worden.“ Noch in unguter Erinnerung habe er, dass das örtliche Freibad 2005 ebenfalls vor der Schließung stand. Nur durch das gemeinsame Engagement von Gemeinde, Förderverein und vielen Helfern sei es gelungen, das Freibad auf einen modernen technischen und von der Ausstattung her zeitgemäßen Stand zu bringen. „Das Freibad ist ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur im ländlichen Bereich und eine Stelle, an der sich die Menschen aller Generationen für kleines Geld treffen können.“

Dass sich ein Schwimmbad für viele Zwecke einsetzen lässt, machten auch Marc, Michael und Wolfgang Schremer deutlich. Sie zeigten rund 20 Funktionsmodelle in Aktion – von Rennbooten über einen Seenotrettungskreuzer bis hin zum U-Boot.

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