zur Navigation springen

Kellinghusen : Kein Anstieg der Kriminalität durch Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Einwohnerversammlung am 15. Dezember: Um Gerüchte auszuräumen werden Bürger über Neuigkeiten, Sachlagen und Pläne zum Camp informiert

Wlan für freien Internetzugang, Datenerfassung demnächst auch in der Liliencron-Einrichtung, Anregung eines hauptamtlichen Streetworkers – Neuigkeiten aus der Landesunterkunft sowie Sorgen und Ängste der Bevölkerung stehen im Mittelpunkt der Einwohnerversammlung am Dienstag, 15. Dezember um 19 Uhr in der Wiesengrundhalle. Seit rund acht Wochen bietet das Land Flüchtlingen aus Kriegs- und Krisengebieten Obdach auf dem ehemaligen Militärstandort. Aktuell warten dort 1645 Menschen – 30 Prozent davon Kinder – auf die Zuweisung in andere Bundesländer und Landkreise. Von Beginn an setzte Bürgermeister Axel Pietsch (BFK) auf eine offene Kommunikation. „Wir wollen die Einwohner der Stadt informieren und Gerüchten entgegentreten“, erklärt Pietsch.

Beim aktuellen Treffen im ehemaligen Stabsgebäude mit DRK-Einrichtungsleiter Andreas Moll, den Polizeibeamten Henning Wendt und Gero Gloy sowie Jenni Knapp vom örtlichen Stadtmarketing begrüßte Pietsch als Gast Magdalena Drywa, Sprecherin des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten (LfA). Gerüchten von steigender Kriminalität trat sie energisch entgegen. Drywas Auskunft deckt sich mit den Erfahrung von Gloy – von Beginn an im siebenköpfigen Liliencron-Polizeiteam – und dem Kollegen Wendt. Beide sehen keine signifikanten Kriminalitäts-Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Flüchtlingen. Auch Hans-Werner Heise, Pressesprecher der Polizeidirektion Itzehoe, bestätigt: Die landesweiten Taten der vergangenen Wochen hätten den einstelligen Bereich kaum verlassen. Vor Ort pflege die Polizei zudem engen Kontakt zum Kaufmännischen Verein als Repräsentant von Handel und Gewerbe, erklärt Wendt. „Vorkommnisse würden uns sofort gemeldet.“

Auch bei Rangeleien im multiethnischen und -religiösen Camp könne die robust ausgerüstete Landespolizei umgehend eingreifen. „Wir sind aber auch da, um dem hohen Schutzbedürfnis der Menschen gerecht zu werden“, unterstreicht Gloy. Die Familien und allein reisenden jungen Männer kämen aus Ländern, wo es überhaupt keinen Schutz mehr für sie gab. Die Angst vor Gewalt und Terror begleitete sie immer noch. Dies erkläre auch die Gruppengänge in die Stadt, die wiederum Anlass für Verunsicherungen in der Bevölkerung böten.

Drywa sagte Pietsch zu, seine Frage nach einer hauptamtliche Position eines Streetworkers oder Integrationsbeauftragten als Mittler zwischen den Kulturen an die richtige Landesstelle weiterzuleiten. Trotz andauernder Arbeiten zur Ertüchtigung einzelner Gebäude laufen laut Moll hinter dem ehemaligen Bundeswehrzaun bereits viele Dinge in geregelten Bahnen. Der Campleiter informierte über den täglich geöffneten Kindergarten mit festen Angestellten, die im Aufbau befindliche Schule für Kinder und Erwachsene, den sehr gut angenommenen Sprachunterricht sowie den Plan, Räume für soziale Begegnungen herzurichten. Auch die unterschiedlichen Berufe der Gäste hob er heraus.

Etlichen Menschen böte sich aufgrund ihrer Ausbildung die gute Chance, sich vor Ort eine Existenz aufzubauen, so Moll. Jede Menge Arbeit hätte beispielsweise das bislang ehrenamtlich tätig gewesene Dolmetscherteam – wenn es denn bleiben könnte. Aber im Camp herrscht das Prinzip der Rotation: Nach der Registrierung verlassen die Menschen die Unterkunft und es folgen neue nach.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen