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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 01:44 Uhr

Itzehoe : Kaum Schädlinge in den Wäldern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Stadtförster Torsten Wismar kämpft immer noch mit den Folgen von Sturm „Xaver“ und hat zuletzt 70 000 neue Bäume gepflanzt

Bei diesem Aprilwetter geht selbst Stadtförster Torsten Wismar nicht gerne in den Wald – und das will etwas heißen. „Es ist alles viel zu nass draußen“, klagt er. Nach dem verregneten Winter und Frühjahr seien viele Waldwege hinüber. Ansonsten gehe es dem Itzehoer Wald „den Umständen entsprechend gut“.

Noch immer machen Wismar und seinen drei Mitarbeitern die Folgen des Sturms „Xaver“ zu schaffen, der im Dezember 2013 im Kreis Steinburg wütete. „Wir sind mit dem Aufforsten immer noch nicht fertig“, sagt er. Immer wieder würden neue Sturmschäden hinzukommen: „Bei den vielen angerissenen Beständen ist es für den Wind ein Leichtes, wieder anzugreifen.“

Erst im vergangenen Herbst hat Wismar in Stadt- und Kreisforst auf insgesamt 14 Flächen 70 000 neue Bäume gepflanzt. Kostenpunkt: Rund 100 000 Euro. In diesem Jahr soll eine drei Hektar große Fläche in Pünstorf hinter dem Stormsteich dran sein. Ginge es nach Wismar, so würde er gerne noch weitere Flächen aufforsten. Aber die Kassenlage von Kreis und Stadt ist klamm. „Und mit den Zielen einer nachhaltigen und ökologischen Forstwirtschaft verdienen wir leider nichts.“

Stolz ist der Stadtförster, dass er in seinen Wäldern keinen größeren Schädlingsbefall feststellen kann. Den letzten großen Kahlfraß habe es vor zwei Jahren gegeben. Eine Fläche von fünf Hektar habe die Lärchenminiermotte damals kahl gefressen. „Allerdings hat sie keine bleibenden Schäden hinterlassen. Einen einmaligen Kahlfraß kann ein gesunder Baum durchaus verkraften.“ Der gefürchtete Eichenprozessionsspinner sei bisher im Kreis Steinburg nicht nachgewiesen.

Sorge bereitet Wismar die Verschmutzung des Waldes: „Insbesondere der Lehmwohld ist aus meiner Sicht ein riesiger Müllkübel.“ Hunderte von Schülern, die täglich das Wäldchen passieren, würden ihre Spuren hinterlassen. Papierkörbe könne die Stadt nicht aufstellen: „Die würden sofort wieder kaputt gemacht.“ Neben einfachem Haushaltsmüll findet Wismar regelmäßig komplette Badezimmereinrichtungen, Kühlschränke, Fernseher und Gartenabfälle im Wald. „Die Verschmutzung stagniert seit Jahren auf hohem Niveau.“

Weiteres Sorgenkind des Försters ist die Tierwelt. Die sei in Itzehoe und Umgebung sehr reich und gehöre zu einem gesunden Wald dazu: „Vom Wildschwein bis zur Maus haben wir alles. Eine Besonderheit sind die zahlreichen Uhus, die bei uns brüten.“ Insbesondere die Hauptbewohner des Waldes, die Rehe, würden aber immer kleiner und schwächer. Stress durch Spaziergänger und Autoverkehr sei die Ursache. „Allein im vergangenen Jahr wurden 35 Rehe totgefahren.“ Eine Lösung des Problems ist für Wismar nicht in Sicht. Tourismus und Verkehr würden schließlich zunehmen. „Darauf hat der Förster keinen Einfluss.“

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erstellt am 29.Apr.2016 | 12:30 Uhr

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