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Norddeutsche Rundschau

23. September 2017 | 15:05 Uhr

Kaum Leerstände – aber rote Zahlen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wohnungsbaugenossenschaft Wilster zieht trotz Defiziten eine positive Bilanz / Flüchtlinge sorgen für gute Auslastung

shz.de von
erstellt am 11.Jun.2015 | 16:44 Uhr

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Wilster, kurz auch Gewobau genannt, hat unter ihren 113 Wohnungen so wenig Leerstände wie kaum zuvor. „Wir können zurzeit nur noch zwei freie Wohnungen anbieten“, teilte Vorstandschef Horst Gertz auf der ordentlichen Mitgliederversammlung in der Colosseum-Veranda mit. Grund für die gute Vermietungslage seien die der Stadt Wilster zugewiesenen Flüchtlinge und Asylbewerber. Die Stadt habe mehrere leerstehende Gewobau-Wohnungen – vornehmlich in der Etatsrat-Michaelsen- und in der Etatsrätin-Doos-Straße – angemietet, um dort ausländische Neubürger einzuquartieren.

Insgesamt sprach Horst Gertz vor nur wenigen Mitgliedern von einem weiteren schwierigen Jahr für die Genossenschaft. „Wir schreiben weiter rote Zahlen“. Dennoch: die Gewobau sei weiterhin liquide, könne den um 33 Prozent auf 32  000 Euro gesunkenen Fehlbetrag aus freien Rücklagen auffangen und verfüge bei einem Bilanzvolumen von 3,1 Millionen Euro über ein Eigenkapital von mehr als 1,8 Millionen Euro. Die Genossenschaft besitzt unverändert 17 Häuser mit einer Wohnfläche von 6111 Quadratmetern, 15 Garagen, 21 Carports, 21 Geräteschuppen und 29 Stellplätze.

Mit der Einstellung eines für den gesamten Wohnungsbestand zuständigen hauptamtlichen Hausmeisters habe die Gewobau auf mehrere Hausmeister auf 450-Euro-Basis verzichten können. Zudem habe die Genossenschaft für dessen Einsatz einen eigenen Pkw mit Anhänger angeschafft, was sich im vergangenen halben Jahr bewährt habe.

Die Genossenschaft habe sich, so Horst Gertz weiter, in 2014 nur auf Sanierungen und Reparaturen beschränkt. Nach der Ausstattung mit neuen Bädern stehe jetzt mehr und mehr der Einbau kompletter Küchen an, da die Neuvermietung ansonsten noch schwieriger geworden wäre. Für die Erhaltung des Hausbesitzes seien im vergangenen Jahr 183  000 Euro ausgegeben worden. Die Mieten seien zwar in 2014 unverändert geblieben, wenngleich im April dieses Jahres eine moderate Mieterhöhung habe vorgenommen werden müssen.

Gertz schloss seinen Bericht mit einem optimistischen Blick in die Zukunft: „Auf Grund der guten Eigenkapitalausstattung und des sehr guten Zustandes unserer Wohnungen sehen wir weiterhin keinerlei Risiken, die den Bestand des Unternehmens zu irgend einem Zeitpunkt gefährden könnten.“ Gleichwohl plane die Genossenschaft weder jetzt noch in naher Zukunft keinerlei Neubauten. Da man den Wohnungsmarkt für dieses Segment als sehr kritisch ansehe und man für Neubauten auch kein liquiden Mittel zur Verfügung habe.

Sowohl Eggert Sühl als Vorsitzender des Aufsichtsrates als auch Fred-Uwe Lübbert als Vorstandsmitglied der Gewobau legten ihre Berichte vor, so dass die Versammlung einstimmig den Jahresabschluss 2014 billigte und die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat erteilten. Trotz des Defizits wird die Genossenschaft aus den Rücklagen eine fünfprozentige Dividende ausschütten und dafür 1755 Euro bereitstellen.

Bei den anstehenden Wahlen schied Günther Horstmann aus Altersgründen aus dem Aufsichtsrat aus. Dessen Vorsitzender Eggert Sühl dankte ihm mit einem Blumenstrauß für seinen ehrenamtlichen Einsatz, während Horstmann sich für das Vertrauen in den zurückliegenden 13 Jahren bei seinen Weggefährten bedankte. Für Eggert Sühl gab es eine einstimmige Wiederwahl an der Spitze des Aufsichtsrates.

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