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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 22:07 Uhr

Blätterberg : Kaum Annährung in der Laubfrage

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Burg will Sachlage erneut prüfen lassen. In diesem Jahr gibt es definitiv keinen Container zur Laubentsorgung, sehr zum Ärger einer Anwohnerinitiative.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Beim Treff der Bürgerinitiative Laub saßen die Anwohner aus Bahnhof- und Erwin-Behn-Straße mit Burgs Politikern gemeinsam am Ratstisch. Während mehr als 50 „laubgeschädigte“ Anwohner erschienen, blieben viele Kommunalpolitiker lieber fern. Lediglich die ehemalige Bürgermeisterin Elke Goehlke-Kollhorst (KWV) als Anwohnerin, Walter Arriens (BurgAktiv) als amtierender Bürgermeister und Hermann Puck (CDU) – der Bürgermeister unterbrach eigens seinen Urlaub – stellten sich den enttäuschten Anwohnern.

Arriens übernahm das Wort als oberster Gemeindevertreter, während sich Puck als Privatperson überwiegend zurückhielt. Der Vize-Bürgermeister stellte klar, dass sein „Superministerium“, wie er den Bau- und Werkausschuss nannte, die Verantwortung für das Aus der Laubcontainer trage.

Hintergrund: Über 20 Jahre lang spendierte die Gemeinde den Anwohnern der laubträchtigen Straßen Blätercontainer. Die kosteten die Gemeinde allein 2012 rund 6500 Euro. Seit Jahren wollen Burgs Kommunalpolitiker diesen Luxus beenden, denn die Anwohner anderer Straßen, wie etwa der Buchholzer Straße, entsorgen das Laub auf eigene Kosten. Im Sommer vergangenen Jahres beendete die Gemeindevertretung den Luxus und beschloss das Aus für die Container. Auf der folgenden Sitzung machten gut 40 wütende Bürger ihrem Unmut Luft. Mit Erfolg: der Rat revidierte seine Entscheidung. „Wenn die geballte Macht der Bürger auftritt, ist der Politiker ganz klein“, kommentierte Arriens jetzt den damaligen Beschluss. In diesem Jahr wurde das Container-Aus erneut beschlossen (wir berichteten).

Das rief erneut die Initiative Laub auf den Plan und führte zu dem Treffen mit der Politik. Claudia Schwarzelmüller, Sprecherin der Initiative, vertrat die Interessen von rund 100 betroffenen Haushalten. „Wir fühlen und veralbert“, begann Schwarzelmüller, denn man habe 2012 eine Zusammenarbeit von Initiative und Politik vereinbart. Doch es geschah wenig. Zudem gibt es einen schmalen Sandstreifen zwischen Gehweg und Grundstück, welcher in Teilen dem Land gehört und auf dem Kastanien stehen. Der von Schwarzelmüller „Klein Schleswig-Holstein“ getaufte Streifen werde von der Burger Straßenreinigungsverordnung nicht erfasst. Nach dieser sind lediglich Rinnstein und Gehweg vom Bürger zu säubern.

„Das Laub kann dort liegen bleiben“, sagte auch Arriens in Bezug auf den Streifen fest. Das Aus für die Container begründete der stellvertretende Bürgermeister mit Burgs Finanzlage. Mit 450 000 Euro Fehlbedarf werde man 2014 starten. Der Luftkurort werde daamit zur Fehlbedarfsgemeinde, so Arriens. Pflichtausgaben müsse man leisten, freiwillige Ausgaben stünden dann zur Disposition. Die Folge: „Sie sind die ersten Leidtragenden der neuen Situation. Es werden noch viele unangenehme Sachen auf uns zukommen“, kündigte Arriens an .

In Sachen Laub wies Aer auf das Vorbild von Familie Blöchl hin, die seit einigen Jahren privat ihren eigenen Laubcontainer aufstellt. 112 Euro koste sie das pro Saison. „Einige können das Geld nicht bezahlen, für andere ist die Räumung zu schwer“, erklang es umgehend seitens der Anwohner. Schwarzelmüller erinnerte die Gemeinde an ihre Daseinsfürsorge. „Die Gemeinde darf die Bürger nicht im Regen stehen lassen“, sagte sie. Schwarzelmüller hatte einen Anwalt konsultiert: Beim Laub sei zudem das Land in der Pflicht.

Arriens versprach, die neuen Fakten umgehend prüfen zu lassen, stellte zugleich unmissverständlich klar: „2013 gibt es keine Container.“ Aber mit der Initiative wolle man im Gespräch bleiben.

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