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Norddeutsche Rundschau

20. November 2017 | 22:20 Uhr

Itzehoe : Katzenrettung mit Happy End

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mitten im Lager eines Itzehoer Baumarkts wollte eine Kätzin ihre Jungen aufziehen – Mitarbeiter und Tierschützer brachten die Tiere in Sicherheit.

von
erstellt am 25.Mai.2017 | 05:00 Uhr

Glücklich und zufrieden tollen die vier kleinen Katzenwelpen im Tierheim Itzehoe herum. Dass die gerade fünf Wochen alten Fellknäule sicher aufwachsen und später hoffentlich ein schönes Zuhause finden können, ist dem beherzten Eingreifen einer ganzen Reihe von Helfern zu verdanken. Denn Katzenmutter Caty, die jetzt entspannt ihre spielenden Jungen im Auge behält, hatte sich einen gefährlichen Ort für die Aufzucht ihres Nachwuchses ausgesucht, berichtet Tierheimleiterin Claudia Danckers.

„Sie lebte mit den Kleinen im Lagerbereich des Schröder Bauzentrums im Norden Itzehoes.“ Dort fiel sie den Baumarktmitarbeitern auf. „Es war gleich klar, dass die Tiere dort nicht bleiben können“, sagt Danckers. „Zwischen LKW und Gabelstaplern hätten die Welpen keine Chance gehabt.“ Doch greifen ließ sich die scheue Caty nicht. Deshalb riefen die Baumarktmitarbeiter den Tierschutzverein zur Hilfe. „Wir hatten bereits früher einen ähnlichen Fall auf dem Gelände. Deshalb waren wir uns schnell einig, wie wir vorgehen.“ Die Katzenfamilie sollte ins sichere Tierheim. Und zunächst schien das auch kein Problem: Drei Katzenkinder waren im Baumarkt gesichtet worden und sie fanden die Tierschützer zügig. Die Mutter konnte schnell mit einer Lebendfalle gefangen werden. „Sie war wohl sehr hungrig“, sagt Danckers. Nach einem kurzen Besuch beim Tierarzt waren die Katzen sicher im Tierheim untergebracht

Zwei Tage später klingelte abends erneut das Telefon beim Tierschutzverein und bei der Polizei. Passanten hatten am Gelände des Baumarkts das laute Jammern einer Katze bemerkt. Claudia Danckers fuhr ein Schreck durch die Glieder. „Ich konnte schon durchs Telefon hören, dass da ein Katzenbaby schreit. Ich war mir ziemlich sicher, dass ein Welpe vergessen worden war.“ Und in diesem Alter bestand nach zwei Tagen ohne Mutter Lebensgefahr.

Der Baumarkt hatte längst geschlossen. Danckers rief Mitarbeiter Roland Ohrt zu Hilfe, den sie von der früheren Rettungsaktion kannte. „Er sagte, das Gelände sei wie Fort Knox gesichert, aber er organisiere etwas.“ Parallel hatte auch schon die Polizei den für die Bewachung zuständigen Sicherheitsdienst alarmiert. Tierschützer, Baumarktmitarbeiter und Sicherheitsleute trafen sich vor Ort. „Das Kätzchen zu finden, war dann aber nicht so einfach. Als wir da alle rumliefen, war es aus Angst still.“ Die Passanten lieferten aber den Hinweis auf einen Container voller Baumaterial, der dann mit vereinten Kräften im Licht von Taschenlampen vorsichtig ausgeräumt wurde.

„Das war nicht ganz einfach ohne zu wissen, wo sich das Tier befand. Wir wollten es ja nicht verletzen.“ Am Ende war es Roland Ohrt, der die kleine Katze wohlbehalten fand. „Wir haben sie gleich zu ihrer Mutter gebracht. Das Wiedersehen war wahnsinnig süß“, sagt Danckers. „Die Kätzin hat die Kleine gestupst und geputzt und sich dann gleich zum Säugen hingelegt.“

Noch mindestens sechs Wochen wird die Katzenfamilie nun gemeinsam im Tierheim bleiben. Genug Zeit für Claudia Danckers und ihr Team, nach neuen Besitzern zu suchen. Interessenten dürfen sich schon jetzt melden.


> Kontakt: Tierheim Itzehoe, 04821/94200.


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