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Gesellschaft : Kater Uzo wacht über das Tierheim

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sonntag Herbstfest mit Besichtigungen

von
erstellt am 07.Okt.2015 | 04:56 Uhr

Wer ins Itzehoer Tierheim möchte, muss zunächst an Uzo vorbei. Der schwarz-grau getigerte Kater mit den weißen Pfoten ist sofort zur Stelle, wenn Besuch kommt. Zunächst mustert er jeden Fremden mit einem bösen Blick und bleibt auf Distanz. Erweckt der Gast jedoch sein Vertrauen, wird er schnell zutraulich. „Uzo ist Chef der Draußis“, erklärt Tierheimleiterin Claudia Danckers. So werden die 18 Katzen genannt, die fest auf dem Hof des Tierheims leben und die Danckers niemals hergeben würde.

Im Gegensatz zu den anderen Gästen der Einrichtung: Zwei Kaninchen, neun Hunde und 63 Katzen zählen im Moment zu den vorübergehenden Bewohnern und sollen in ein neues zu Hause vermittelt werden. Vier Vollzeit- und vier Halbtagskräfte sorgen sich um das Wohl der vierbeinigen Gäste. Am Sonntag, 11. Oktober können Besucher beim Herbstfest im Tierheim unter anderem Termine für Vorgespräche für die Übernahme eines Tieres vereinbaren (siehe Kasten).

Bei ihrer Ankunft werden die Katzen in der Regel erst einmal untersucht, kastriert und erhalten einen Chip zur Registrierung. Bevor sie in Wohngemeinschaften mit ihren Artgenossen ziehen dürfen, bleiben sie zunächst einige Tage auf einer Quarantänestation, um keine Krankheiten zu übertragen. Dann geht es je nach Alter und Charakter des jeweiligen Tiers in Boxen, Gruppenräume oder Freigehege.

Angesichts der großen Zahl wild lebender Katzen – Schätzungen zufolge rund 5000 allein im Kreis Steinburg – überrascht es nicht, dass die Mehrheit der Bewohner Stubentiger sind. „Etwa 80 Prozent unserer Katzen sind Fundkatzen“, sagt Claudia Danckers. Häufig seien sie von ihren ehemaligen Besitzern ausgesetzt worden. Allerdings nehme auch die Zahl der Menschen zu, die ihre Tiere abgeben. Wohnungswechsel, Allergien und immer häufiger auch das Alter seien die Gründe.

„Die Versorgung dieser Tiere steht natürlich im Vordergrund unserer Arbeit, aber zu unseren Aufgaben gehört auch der Tierschutz“, sagt Petra Wermke vom Tierschutzverein Itzehoe und Kreis Steinburg, der die Einrichtung trägt. Immer häufiger erhalte sie Hinweise auf Tierquälerei – etwa von besorgten Nachbarn.

Diesen Hinweisen gehen die Vereinsmitglieder und die Mitarbeiter des Tierheims nach, versuchen mit den betreffenden Tierhaltern zu reden oder im schlimmsten Fall ihr Verhalten zur Anzeige zu bringen. Und auch sonst stehen sie in allen Fragen rund ums Tier Rede und Antwort – über 80 Anrufe gehen an manchen Tagen im Tierheim ein.

Wunder Punkt der Einrichtung sind die Finanzen: Das Tierheim lebt von Spenden und den Beiträgen der Mitglieder des Trägervereins. Hinzu kommt eine Pauschale für Fundtiere von den Kommunen. „Doch die reicht in der Regel nur für die ärztliche Untersuchung der Tiere, für die Versorgung reicht das Geld nicht“, so Claudia Danckers.

Beim Herbstfest können sich Interessierte ein Bild von der Arbeit des Tierheims machen. Chef Uzo freut sich auf Streicheleinheiten.

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