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Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 10:11 Uhr

Magere Bilanz : Katastrophales Jahr für Eulen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

18 Brutpaare zählten die Eulenexperten im Kreis Steinburg– im Vorjahr waren es noch 21 gewesen.

von
erstellt am 02.Dez.2013 | 11:45 Uhr

Das kalte und nasse Frühjahr hat der Eulenpopulation im Kreis Steinburg arg zugesetzt. „2013 war leider ein katastrophales Jahr für Schleiereule und Steinkauz“, sagt Dirk-Peter Meckel (Foto), stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Eulenschutz in Schleswig-Holstein. Hauptgrund sei der Wühlmausmangel. Die kleinen Nager sind die Lieblingsspeise der Schleiereulen. Gerade einmal 18 nachgewiesene Brutpaare zählten die Eulenexperten dieses Jahr – im Vorjahr waren es noch 21 gewesen. Die Zahl der Jungvögel ging von 64 auf 50 zurück.

Die taubengroße Eule mit ihrer charakteristischen herzförmigen Gesichtsmaske ist ein Kulturfolger, der sich eng an menschliche Siedlungen angeschlossen hat. Scheunen und Kirchtürme dienen ihr als Schlaf- und Nistplatz. Offenes Kulturland mit ganzjährig kurzer Vegetation ist ihr bevorzugtes Jagdgebiet. Von den 18 Brutpaaren fanden sich 14 in der Marsch (vor allem in der Wilstermarsch) und nur vier in der Geest, unter anderem in Horst und Hohenfelde.

Noch dramatischer sieht die Lage bei den Steinkäuzen aus. Die Zahl der Brutpaare sank von 15 im Jahr 2012 auf zehn. Gerade einmal 20 Jungvögel wurden gezählt, im Vorjahr waren es immerhin noch 36. „Wir hatten viele Totfunde bei den Steinkauz-Jungen“, sagt Meckel. Auch Brutaufgaben „gab es ungewöhnlich viele“. Steinkauz-Hochburg im Kreis bleibt Wulfsmoor, wo immerhin drei Paare gezählt wurden. Auch fast alle anderen Steinkauz-Paare sind in den Moordörfern beheimatet.

Der kleine Vogel mit dem bräunlichen, weiß gefleckten Gefieder, den strahlend gelben Augen und dem sich ständig wiederholendem „Guuuhk-Ruf“ ist kaum größer als eine Amsel und damit deutlich kleiner als seine großen Verwandten Waldkauz und Schleiereule. Er liebt den Dorfrandbereich und Einzelgehöfte, benötigt geräumige Bruthöhlen und Tageseinstände, extensiv bewirtschaftete Flächen mit ganzjährig kurzer Vegetation, eingestreuten großen Bäumen und Viehbeweidung. Er ernährt sich hauptsächlich von Kleinsäugern, Insekten und Regenwürmern.

Als Nahrungsgeneralist gilt der Uhu. Doch auch er hat das kalte Frühjahr nicht schadlos überstanden. 17 Bruten im Kreis Steinburg zählte der Eulenverband, vier davon wurden aufgegeben, 26 Jungvögel flogen aus. „Obwohl der Uhu nicht so sehr von den Wühlmäusen abhängt, haben wir Jungvögel gefunden, die wahrscheinlich verhungert sind“, sagt Meckel, der für 2014 auf bessere Bedingungen für die heimische Eulenwelt hofft. Die Negativtendenz bleibt allerdings unverkennbar: „Vor zwölf Jahren gab es landesweit fast tausend Schleiereulenbrutpaare, 2013 zählten wir in ganz Schleswig-Holstein nur noch 66 Paare.“

>Für die Kontrolle von Eulen-Nisthelfen sucht der Landesverband weitere Gebietsbetreuer. Dirk-Peter Meckel bietet Interessierten auch den Diavortrag „Heimische Eulenwelt – Faszination unserer Natur“ mit praktischem Anschauungsmaterial an. Zu erreichen ist Meckel unter 04892/85 9406 (werktags ab 18 Uhr) oder per E-Mail unter Peter.Meckel@freenet.de. Weitere Informationen finden Interessierte im Internet unter www.eulen.de

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