Kaserne - wo bleibt der Investor?

Soll vermarktet werden: Die Liliencronkaserne mit den umliegenden Grünflächen.  Foto: sh:z
Soll vermarktet werden: Die Liliencronkaserne mit den umliegenden Grünflächen. Foto: sh:z

Konversionsausschuss und Insolvenzverwalter wollen Verkauf des Geländes vorantreiben

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07. April 2012, 08:21 Uhr

Kellinghusen | Geboten werden 38,9 Hektar Gelände, zahlreiche Hallen und Unterkunftsgebäude sowie Tennis- und Sportplatz. Gesucht werden ein potenter Investor sowie Betriebe und Unternehmen. Nach dem endgültigen Aus für das Sport- und Freizeitprojekt geht die Suche nach Interessenten für die ehemalige Liliencronkaserne in eine neue Runde. Der Gläubiger-Ausschuss hat jetzt einen Zeitplan aufgestellt. Bis zum 15. April können sich Interessierte die Unterlagen beim Insolvenzverwalter besorgen, bis zum 15. Mai sollten sie ihr Konzept im Konversionsausschuss der Stadt vorstellen und dann möglichst bis zum 15. Juni ein Angebot abgeben. "Der Insolvenzverwalter hat bereits einige Anfragen, aber es könnten noch mehr sein", sagt Bürgermeister Axel Pietsch. Mit dem Zeitplan solle die Suche koordiniert und strukturiert werden. Mit der Vorstellung des Konzeptes im Konversionsausschuss könnten die Interessenten gleich die Ausrichtung der Stadt erfragen und erfahren, was möglich sei. Grundsätzlich gilt für Pietsch aber: "Wir sind erst einmal für alles offen."

Klar ist aber: Gesucht wird ein Investor für das gesamte Gelände. Dieser soll dann mit den Firmen oder Personen, die Interesse an Hallen, Plätzen oder Gebäuden haben, zusammengebracht werden. "Der Konversionsausschuss agiert als Netzwerk." Bei einem Investor gebe es für alle Seiten nur einen Ansprechpartner, dies vereinfache vieles, so Pietsch. Und da der Insolvenzverwalter Herr der Verfahrens und Verkäufer der ehemaligen Kaserne ist, geht Steinburgs Konversionsmanager Hans-Joachim Schmidt von einer reibungslosen und schnellen Abwicklung aus, anders als dies zuvor mit einer Behörde wie der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) möglich war.

Auch für Schmidt sind viele verschiedene Nutzungen möglich, denn das Areal weist mit Lagerhallen, Unterkunftsgebäuden und Grünfläche (sechs Hektar) unterschiedliche Strukturen auf. Und: "Der Zustand ist immer noch so gut wie beim Abzug der Bundeswehr." Dafür sorgt unter anderem ein regelmäßiger Wachdienst, der auch nach der Insolvenz der STE seine Runden dreht.

Die Sport- und Touristikentwicklung GmbH hatte im Frühjahr 2009 nach einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag für das Kasernengelände erhalten. Eine fünfköpfige Investorengruppe, die hinter STE steht, wollte für 45 Millionen Euro den größten Sportpark Europas bauen. Geplant waren verschiedene Hotels bis zur Fünf-Sterne-Kategorie mit insgesamt 1100 Betten, 20 Ferienhäuser, Tagungs- und Seminarräume für bis zu 1000 Personen, 500 Restaurantplätze, zwölf Fußballplätze, Schwimmbad mit Wellnessbereich und eine Sporthalle mit bis zu 3000 Plätzen. 250 Menschen sollten neue Arbeitsplätze finden. Betriebsbeginn für die ersten Hotels sollte bereits Anfang 2010 sein, doch der Baubeginn verschob sich immer weiter nach hinten. Erst fehlten Genehmigungen, dann sprangen Gesellschafter ab. Die übrig gebliebenen Gesellschafter wollten schließlich kein Geld mehr geben, so dass Konkurs angemeldet wurde. Dieser konnte noch zweimal abgewendet werden, doch Ende 2011 kam das endgültige Aus.

Kontakt und Informationen: Dominik Montag, Fachanwalt für Insolvenzrecht, Email Dominik.Montag@kueblerlaw.com, 040/8222873-0

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