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Einkaufszentrum : Kaserne: Teil-Schlappe für Investor

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Tauziehen um das Einkaufszentrum: Politiker genehmigen nur ursprüngliche Planungen

von
erstellt am 11.Okt.2014 | 16:00 Uhr

„Ich bin wild entschlossen im kommenden Jahr zu bauen“, sagt Jens Lange gegenüber unserer Zeitung. Doch der Besitzer der ehemaligen Kasernenanlage in Glückstadts Norden musste jetzt eine Schlappe beim jüngsten Bauausschuss einstecken. Zwar wird er wohl Wohnhäuser, eine Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen für die Firma Vitanas und ein Einkaufszentrum bauen können, aber letzteres nicht so, wie er möchte. Lange spricht von einem Investitionsvolumen von fast 50 Millionen Euro.

Die Politiker beschlossen, dass der Unternehmer sein Einkaufszentrum zu den alten Bedingungen errichten kann, die seinerzeit mit dem Vorbesitzer des Geländes ausgehandelt worden waren. Und das bedeutet: Der geplante Discounter darf demnach nur eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmeter haben. Dies sei aber wenig, sagt Lange. Nach neuem Standard müssten es mindestens 1000 Quadratmeter sein. Im Gespräch ist als Nutzer das Unternehmen Aldi-Nord, auch wenn er es öffentlich nicht sagt. „Das Problem ist, kommt der Discounter nicht, kommt auch der Baumarkt nicht“, erklärt Lange. „Aber vielleicht bekomme ich das Problem gelöst.“

Vor diesen Aussagen hatte er die Sitzung des Bauausschusses als Zuhörer verfolgt. Es ging um einen Aufstellungsbeschluss, denn es gibt Änderungen in der Anordnung der Fachmärkte. Zudem waren Vitanas und Wohnbebauung nicht im ursprünglichen Plan.

Letztere Punkte sind in der Politik nicht umstritten. Für das ehemalige Kasernengelände am Neuendeich gibt es bereits einen Bebauungsplan, der 2011 beschlossen wurde. Damals legten die Politiker die Größe der Fachmärkte für das Einkaufszentrum fest sowie die Sortimente: Discounter, Baumarkt, Fachmärkte für Bekleidung, Schuhe und Drogerie. Als Jens Lange das Areal vom Vorbesitzer Sönke Krey – er war bei der Sitzung auch dabei – kaufte, wollte der Unternehmer zusätzlich einen Futtermarkt und einen Getränkemarkt einrichten. Dies wurde ihm nicht genehmigt. Lange klagt, ein Gerichtsverfahren ist deshalb anhängig. Hinzu kommt, dass Vitanas dort bauen möchte (wir berichteten).

In der jüngsten Sitzung verkündete Meike Sierck für die SPD: Der Bebauungsplan könnte geändert werden. Allerdings mit der Vorgabe, dass Verkaufsflächengrößen und Sortimente nach dem alten B-Plan bestehen bleiben, zudem müsste noch über die Erschließung der Straßen gesprochen werden. Martin Meiners verkündete daraufhin: „Die CDU hat da genauso beraten.“ Dem schlossen sich auch Piraten und FDP an. Einzig Ausschussvorsitzender Dr. Sven Wiegmann verkündete für die Grünen: „Wir könnten einem Vollsortimenter zustimmen.“ Dies war eine zweite Variante, die aber keine Mehrheit fand. Er betonte auch in Bezug auf das anhängige Gerichtsverfahren, dass die Politik noch ihren Einfluss auf die Gestaltung nutzen sollte.

Die Beschlusslage war dann eindeutig, nur Wiegmann stimmte dagegen, Walter Alpen (CDU) enthielt sich. Jetzt werden in Kürze Investor Jens Lange und Vertreter der Stadtverwaltung die Details erarbeiten. Aufgestellt wird ein neuer Bebauungsplan, der dann von der Politik abgesegnet werden muss.

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