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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 23:22 Uhr

Kaserne: Strom und Gas im Eiltempo

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

„Betreten verboten“ steht auf dem Schild zur Einfahrt des Kasernengeländes. Die Wachleute haben alles im Blick, sie kontrollieren, wer auf das Gelände darf. Zurzeit sind es die vielen Mitarbeiter von Firmen, die auf dem Areal die verschiedenen Aufgaben erfüllen. Sie bereiten Gebäude und Gelände vor, denn im November sollen die ersten Flüchtlinge einziehen.

Sehr weit mit ihrer Arbeit sind Manfred Müller und Uwe Hein von einer Rendsburger Firma. Sie verlegen Rohre für Trinkwasser. „Wir müssen noch bis zum Fundament, dann können die Leitungen an das Versorgungsnetz angeschlossen werden“, sagt Uwe Hein. Ein paar Meter weiter steht Hartmut Schneider von den Glückstädter Stadtwerken mit einer langen Stange. „Ich suche den Kontakt nach oben“, scherzt er. Tatsächlich zeichnet er geometrische Daten auf. Mit dem technischen Gerät kann er so die Lage der neuen Leitungen aufzeichnen und sie später über ein spezielles Programm in den Computer einpflegen. Die Stadtwerke arbeiten mit modernsten Methoden. Und sie verlegen gleich im Erdreich ein Glasfaserkabel mit für späteres schnelles Internet, wenn es denn später gewünscht ist.

Jens Lange, Besitzer der ehemaligen Kasernenanlage , ist begeistert von dem Engagement der Glückstädter Stadtwerke und deren Chef Karl-Heinz Jacobs. „Er ist sehr kreativ“, sagt der Bauunternehmer. „Die Zusammenarbeit macht richtig Freude, sie ist überragend.“ Lange bewundert die Schnelligkeit, in der es Jacobs möglich machte, die Versorgungsleitungen für Trinkwasser, Gas und Strom legen zu lassen. Ein Lob geht auch an die Firmenmitarbeiter, die auch an Sonnabenden gearbeitet haben.

Auf anderen Gebieten hat Lange allerdings noch Probleme. Das Innenministerium hat vorgegeben, dass acht Wohnblöcke einschließlich Torhaus hergerichtet werden sollen. Doch die ehemaligen Soldatenunterkünfte brauchen Fluchtwege – Außentreppen, die jetzt gebaut werden sollen. „Die Statik muss noch von einem Fachmann errechnet werden – und das dauert.“

Und es gibt noch ein Problem: Baurechtlich hat Jens Lange eine Genehmigung für ein Gewerbe- und Wohngebiet. Der Bebauungsplan sieht bisher jedoch keine soziale Nutzung vor. Einen sozialen Status hat aber die künftige Landesunterkunft für Asylbewerber, die das Land dort betreiben will. Für drei Jahre wäre dies mittels Übergangsregelung kein Problem. Da die Laufzeit des Mietvertrages aber über fünf Jahre geht, braucht Lange eine Umnutzungsgenehmigung von den Behörden. Darüber hinaus gibt es die Option, den Mietvertrag auf 15 Jahre zu verlängern. „Je nachdem, wie sich die Lage entwickelt“, sagt Lange.

Jens Lange selbst wird die Einrichtung nicht betreiben. Dafür ist laut Innenministerium das DRK vorgesehen, aber trotzdem ist er nicht ganz außen vor. „Ich werde Hausmeister einstellen, die alles in Ordnung halten.“

Sieben Wohnblöcke werden demnächst fertig sein, wobei an einem gerade die Firma Ossenbrüggen Metallgitter von den Fenstern entfernt. „Damit es nicht aussieht wie ein Gefängnis“, erklärt Mitarbeiter Fabian Umland.“

Auch am achten Block – er hieß zu Bundeswehrzeiten „Berlin“ – wird bereits das Dach saniert. Dies ist das einzige Gebäude, welches die Bundeswehr Anfang der 90er Jahre nicht saniert hat. Alle anderen Gebäude wurden damals noch mit zehn Millionen Euro auf Vordermann gebracht – zirka ein Jahr später zog die Bundeswehr dann ganz aus.

Gut in Schuss sind die Räume im Torhaus mit einer Grundfläche von rund 4000 Quadratmetern. Dort sollen unter anderem DRK, Ärzte und Polizei einziehen. In der Nähe des Torhauses gibt es zwei kleine Gebäude, sie werden in nächster Zeit geräumt und dann zu Kindergarten und Schule hergerichtet. Und ein weiteres Gebäude wird instand gesetzt: Die ehemalige Messe, die zur Kantine wird. „Sie soll noch in diesem Jahr fertig werden“, sagt Lange. Er selbst will mit Sönke Krey, der die Tiefbauarbeiten ausführt, auf dem Gelände Freizeitangebote einrichten. Geplant ist ein Volleyballfeld für Kinder. Krey will selbst einen Spielplatz bauen.

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erstellt am 23.Okt.2015 | 18:40 Uhr

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