Kapitän im Einsatz für Kinder

Auf der Baustelle:  Carl-Peter Heeren wirbt auch für die  Unterstützung von Bauprojekten.
Auf der Baustelle: Carl-Peter Heeren wirbt auch für die Unterstützung von Bauprojekten.

Der Itzehoer Carl-Peter Heeren gründete 2008 einen Verein, um notleidenden Kindern in Kambodscha zu helfen

shz.de von
16. November 2011, 07:03 Uhr

Itzehoe | Die Bürger Kambodschas sind leiderprobt: Auf den jahrzehntelangen Bürgerkrieg nach der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1953 folgte der stalinistische Terror der Roten Khmer und des Diktators Pol Pot. Millionen von Menschen ließen hier im Namen abstruser kommunistischer Ideologie ihr Leben. Eine der großen Tragödien des 20. Jahrhunderts.

Carl-Peter Heeren fühlt sich den Kambodschanern verbunden. Besonders notleidenden Kindern möchte der gebürtige Ostfriese helfen. Doch wie wurde aus einem Jungen, der mit 14 Jahren und ohne Schulabschluss auf einem Fischkutter anheuerte, der Vorsitzende im "Verein zur Hilfe von in Not befindlichen Kindern in Kambodscha"?

Erst schien es, als sei für Carl-Peter Heeren eine Karriere auf See unausweichlich: Die eigene Familie war seit Generationen eng mit der Seefahrt verbunden - der Urgroßvater war Reeder, Vater und Großvater fuhren zur See. So besuchte Heeren erst die Seefahrtsschule in Leer, fuhr zur See und erhielt schließlich mit 26 Jahren sein Kapitänspatent mit Auszeichnung.

Als Kapitän zur See bereiste er auf Großtankern "die ganze Welt", lernte fremde Kulturen kennen und blickte dabei auch in soziale Abgründe. Doch dann kamen dem Ostfriesen, der heute in Itzehoe lebt, Zweifel an dem einsamen Leben auf See, und er trat eine Stelle im Kieler Gewerbeaufsichtsamt an.

Nachdem Carl-Peter Heeren nun nach 34 Jahren im Dienst der Behörde in den Ruhestand gegangen ist, hat er eine neue Mission - er gründete 2008 den gemeinnützigen Kinderhilfeverein, der mittlerweile 37 Mitglieder hat. "Als ich 1998 das erste Mal in Kambodscha war - es wurde noch gekämpft -, da empfand ich die Armut als besonders drückend", berichtet Heeren von seinen ersten Eindrücken in dem südostasiatischen Land. Er sei in Schießereien geraten, als die letzten Rebellen Orte um die Hauptstadt Phnom Penh angegriffen hätten. "Damals herrschte unglaubliche Not." Als der Kapitän dann hautnah miterlebte, wie Eltern den Tod ihrer Neugeborenen betrauerten - die Familie hatte die Arztkosten nicht aufbringen können -, war Carl-Peter Heeren überzeugt: "Ich hätte alles gegeben, um diese Kinder zu retten."

Seitdem reist der Itzehoer dreimal im Jahr für zwei bis drei Monate nach Kambodscha, um Projekte vor Ort zu betreuen. So wurde im Jahr 2008, auch durch Mithilfe des "Vereins zur Hilfe von in Not befindlichen Kindern in Kambodscha", ein Kinder- und Schulhaus gebaut. Überdies greift Carl-Peter Heeren auch selbst zum Werkzeug - hilft und berät auf Baustellen für Kindereinrichtungen. Gesammelte Spenden gibt der 71-Jährige dabei "direkt an die Familien vor Ort weiter - das Geld kommt an", sagt Heeren. "Vor Ort" - das sind in diesem Fall die ländlichen Ortschaften Prek La Maep und Prek La Tom mit rund 3000 Einwohnern. Im März will der Helfer "wieder runter" - nach Kambodscha.> Kontakt: www.save-poor-kids-cambodia.de. Für Vortragsanfragen: 0162/7530698.

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