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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 08:37 Uhr

Klärwerk : Kapazität wird verdoppelt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Kellinghusener Schlachthof Tönnies leitet ab Frühjahr deutlich größere Abwassermenge ein. Die Stadt muss deshalb über vier Millionen Euro in die Erweiterung investieren.

von
erstellt am 03.Feb.2017 | 04:45 Uhr

Der Schlachthof Tönnies will sich erweitern – und das Kellinghusener Klärwerk muss nachziehen. Deshalb muss kräftig investiert werden – über vier Millionen Euro sind in den nächsten Jahren vorgesehen. Erste konkrete Planungen stellte Rolf Prins, geschäftsführender Gesellschafter des Ingenieurbüro ehp aus Pinneberg, im jüngsten Ausschuss für Werke und Betriebe.

Die Zeit drängt für die Stadt. Bereits ab Frühjahr will das Unternehmen seine Schlachtungen ausweiten. Dann sollen pro Tag bis zu 6000 Schweine geschlachtet werden, jetzt sind es 2000. Die Folge: Das Klärwerk muss deutlich mehr Abwasser von Tönnies aufnehmen – bis zu 1000 Kubikmeter am Tag statt bisher 300. „Das Werk gibt eine Jahresmenge von 220  000 bis 250  000 Kubikmeter an“, sagte Prins. Deshalb kam die gesamte Anlage auf den Prüfstand, auch weil für einige Teile eine Sanierung sowieso notwendig war. Ausgelegt ist das Klärwerk seit der jüngsten Erweiterung im Jahr 2010 (Kosten drei Millionen Euro) auf 24  200 Einwohner-Gleichwerte. Jetzt steht eine Verdoppelung der Kapazität auf 50  000 an. Dafür müssen Belebungsbecken und Nachklärung (insgesamt 2,5 Millionen Euro) vergrößert werden, hinzu kommt die Sanierung und Erweiterung der Schlammentwässerungsanlage (670  000 Euro), „die nicht mehr hinreichend“ arbeitet. Notwendig sind darüber hinaus größere Gebläse und der Ausbau des Blockheizkraftwerkes (750  000 Euro), das die gesamte Anlage mit Energie versorgt und so unabhängig von Stromkosten macht.

Da das Schlachtunternehmen bereits im Frühjahr seine Produktion hochfährt, dann die Erweiterung jedoch bei weitem noch nicht fertig ist, muss zuvor die Speicherkapazität für Abwasser erhöht werden. Deswegen soll zuerst ein neue s Becken für 1200 Kubikmeter gebaut werden. „Damit können wir dieses Jahr gut überbrücken“, betonte Prins. Nur mit dieser größerer Speicherkapazität könne das Klärwerk sicher gefahren werden. „Aber trotzdem wird 2017 eine Grenzbelastung für das Klärwerk sein.“ An Kosten für das Speicherbecken sind 320  000 Euro geplant. Mit Belebungsbecken und Nachklärung soll ebenfalls noch in diesem Jahr begonnen werden, Mitte 2018 ist die Fertigstellung geplant. Die Schlammentwässerung folgt 2018, ein Jahr später ist das Blockheizkraftwerk an der Reihe. Und für 2020 steht darüber hinaus noch der Sandfang (470  000 Euro) an. Die Investitionen werden über Kredite finanziert und über die Abwassergebühren, die alle Haushalte zahlen, umgelegt. Wie sich die Abwassergebühren danach entwickeln, konnte Kämmerer Frank Hartmann noch nicht mitteilen, dazu fehlten noch Grundlagen. Bürgermeister Axel Pietsch geht jedenfalls davon aus, dass aufgrund der hohen Abwassermenge, die der Schlachthof einleitet, es sogar eine Kostenreduzierung für alle Haushalte geben könnte.

Ausschussvorsitzender Reinhard Rübner betonte, dass zwei Varianten zur Diskussion gestanden hätten. Denkbar sei auch die Alternative gewesen, dass Tönnies selbst die Anlage ausbaut, dafür hätte das Unternehmen dann einen geringeren Abwasserpreis gezahlt. „Wir haben uns dann aber gesagt, wir übernehmen die Investition und machen das selbst. “

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