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Hohenlockstedt : Kanalnetz übernehmen - aber nur gegen Geld

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Bei der Sanierung des marodes Kanalnetzes ist Eile geboten, sonst wird es richtig teuer.

Hohenlockstedt | Der Freizeit- und Gewerbepark Hungriger Wolf sorgt immer wieder für neue Probleme - sowohl für die Anlieger als auch für die Gemeinde. Jüngstes Beispiel: Das marode Kanalnetz. Eine Sanierung der maroden Regen- und Schmutzwasserleitungen kostet laut Ingenierbüro 950 000 Euro. Doch wer zahlt die Zeche? Dies war Thema der jüngsten Bauausschusssitzung, bei der es um die Übernahme des Kanalnetzes ging, das noch der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gehört.

"Die Höhe der Sanierungskosten müssten wir als Handgeld von der Bima bekommen", sagte Bürgermeister Bernhard Diedrichsen (CDU). Die Gemeinde könne kein marodes Netz übernehmen und die Kosten dann allen Gebührenzahlern im Ort aufbürden. Aber auch den Betrieben im Gewerbegebiet könnten diese Kosten nicht zugemutet werden, so der einhellige Konsens im Ausschuss.
Eine Studie bringt erschütternde Ergebnisse
Eigentlich sind die hohen Sanierungskosten schon seit 2006 bekannt, damals fand eine Kanaluntersuchung statt. Jörg Reese vom Ingenieurbüro Siebert und Partner aus Itzehoe stellte die damals erstellte Studie jetzt noch einmal im Ausschuss vor und sorgte damit bei einigen für Erstaunen. "Diese erschütternden Ergebnisse sind so bei den Anliegern auf dem Hungrigen Wolf nicht bekannt", sagte der ehemalige Regionalmanager Ernst-Peter Nawothnig.

Reese betonte, dass eine Sanierung des öffentlichen Schmutzwasserkanals mit 120 000 Euro zu Buche schlagen würde, eine Sanierung des Abwasserkanals - verteilt auf die Jahre 2009 bis 2212 - mit 840 000 Euro. Besonders in den Abwasserleitungen lägen zahlreichen Schäden vor - von Wurzeleinwuchs bis Scherbenbildung und Rissen. Und nach seinen Worten ist eine Sanierung dringend geboten, denn später würde eine Reparatur erheblich teurer werden. "Eine rechtzeitige Sanierung spart Kosten."
Die Gemeinde will nur ein saniertes Netz übernehmen
Hervorgerufen seien zahlreiche Schäden durch eine mangelnde Unterhaltung, so Reese. Dies soll Bürgermeister Bernhard Diedrichsen jetzt auch bei seinen Verhandlungen mit der Bima über die Übernahme als Argument anführen. "Wir wollen das Kanalnetz ja übernehmen - aber nur gegen Geld", betonte auch Gerd Six von der Interessengemeinschaft Hohenlockstedter Bürger (IHB). Der Ausschuss beschloss außerdem, dass die Studie auch den Gewerbetreibenden auf dem Hungrigen Wolf vorgestellt wird, um ihnen den großen Sanierungsaaufwand deutlich vor Augen zu führen.

Gleichzeitig mit der Abwasserproblematik soll Diedrichsen bei der Bima auch das Wassernetz ansprechen. Auch dort befürchten die Politiker hohe Schäden, da die Leitungen aus Asbestzementrohren bestehen, die nur eine begrenzte Haltbarkeit hätten. Auch in diesem Fall will die Gemeinde nur ein saniertes Netz übernehmen.

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erstellt am 20.Feb.2009 | 03:38 Uhr

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