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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 14:50 Uhr

China Town Itzehoe : Kampfkunst im alten Tanzsaal

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach vier Jahren Stillstand wird das früheres „China Town“ in Itzehoe wieder belebt. Eine Martial-Arts-Schule und Häuser für altersgerechtes Wohnen sind geplant.

von
erstellt am 13.Nov.2015 | 05:00 Uhr

Tausende fahren täglich an dem Haus vorbei. Und jahrelang sahen sie am Lübschen Brunnen beim früheren Restaurant „China Town“ nichts außer Stillstand. Jetzt kehrt das Leben zurück in das Areal, und zwar in ungewöhnlicher Mischung: Seniorengerechtes Wohnen soll entstehen – aber auch eine Schule für Kampfkunst.

Es ist lange her, dass das letzte chinesische Essen serviert wurde, ebenso die Tanznächte im Saal des „China Town“. Mitte 2011 war Schluss, danach scheiterten die Pläne für eine Tankstelle. Nun kaufte eine Frau aus Mecklenburg-Vorpommern das rund 4000 Quadratmeter große Gelände. Es habe geheißen, das Restaurant mit Saal und Kegelbahn sei abbruchreif, sagt Stefan Kopplow (56), der die Eigentümerin vertritt. Weit gefehlt: „Der Baukörper ist wunderbar in Ordnung und nur auf den ersten Blick so desolat.“

Jetzt laufen die Arbeiten, ihn wieder herzurichten. Ein Teil der Kegelbahn allerdings soll abgerissen werden und Platz machen für einen der Pläne: „Altersgerechtes Wohnen ist das Stichwort“, sagt Kopplow. Ein Stadthaus soll eigenständige Wohneinheiten bieten, aber auch soziale Kontakte möglich machen, „ohne den Charme eines normalen Pflegeheims übernehmen zu wollen“. Wer Hilfen brauche, solle sie angeboten bekommen. Im kommenden Jahr soll der Bau beginnen, „die Planungen dafür sind recht weit“. Weitere Häuser sind denkbar auf dem Areal jenseits des Saales.

In diesem steht Rainhard Hansjosten (54) und schaut auf die Baustelle, die Schule für Kampfkunst werden soll. Er ist Dozent für Business Intelligence, eine Unterdisziplin der Informatik, an der Fachhochschule Westküste und kam über seinen Freund Kopplow auf das „sehr geeignete“ Objekt. Seit der Jugend ist Hansjosten Kampfsportler, der von der Lemmens Martial Arts Academy aus Dithmarschen selbst entwickelte Stil des Kadgamala überzeugte ihn. Am Lübschen Brunnen wird der 54-Jährige Leiter der Kampfkunst-Schule für Teilnehmer jeden Alters – und dort auch wohnen. Aus der Tanz- wird die Trainingsfläche, eine Galerie wird Zuschauerraum. Die Bühne ist herausgerissen und macht Platz für die Umkleideräume neben den Sanitärbereichen. Die Decke ist inzwischen weiß statt schwarz, „wir werden alles schön hell machen“, so Hansjosten. Im Februar soll es los gehen: „Wir haben jetzt schon Nachfragen.“

Bleibt die ehemalige Gaststätte. „Da haben wir noch kein perfektes Konzept“, sagt Kopplow. Erlebnisgastronomie war angedacht, doch es drohte dasselbe Lärmproblem, das schon die Tanznächte stoppte. Weiterhin bleibe ein Restaurant eine Option, aber wohl mit gutbürgerlicher Ausrichtung. Der frühere Name des Lokals sei in der Stadt immer noch eine Institution, sagt der 56-Jährige. Deshalb gilt für den Fall einer gastronomischen Nutzung: „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir es wieder Lübscher Brunnen nennen würden.“

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