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Norddeutsche Rundschau

19. November 2017 | 06:14 Uhr

Politik : Kampf um Straßenbelag gewonnen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jörn Ehlers (44) und Uta Hamann (46) sind erleichtert: Am Fleth kommt jetzt eine Asphaltdecke auf die Straße.

von
erstellt am 01.Apr.2014 | 05:03 Uhr

Jörn Ehlers (44) und Uta Hamann (46) atmen auf. Sie freuen sich auf Zeiten, wo die Wände ihrer Häuser nicht mehr wackeln werden. Denn die Politik hat jetzt entschieden: Das kleine Teilstück am Fleth – direkt am Markt – wird asphaltiert. Die Kosten betragen rund 50 000 Euro.

Über zweieinhalb Jahre ließ Jörn Ehlers nicht locker. Als er das Haus am Fleth – Ecke Königstraße – saniert hatte, merkte er schnell: Trotz Schallschutzfenster kann er oft nachts nicht schlafen. Ursache für Lärm und Schäden am Haus machte er schnell aus: Der Belag der Straße. Sein Haus ist eines der Ältesten in Glückstadt. „Im Kern von 1650.“ Doch selbst im Nachbarhaus, es wurde in der 70er Jahren neu gebaut, gibt es Probleme. Dort können Mieter nachts durch den Straßenlärm nur schlecht schlafen.

Der 44-Jährige bat um Abhilfe bei der Stadt, wo sich die Verantwortlichen zunächst schwer taten. Denn die Straße ist jetzt mit großen Steinen gepflastert, die den historischen Charakter der Stadt widerspiegeln. Vor und hinter diesem rund 100 Meter langem Teilstück ist die Kreisstraße Am Fleth asphaltiert. Diese Anlieger klagen nicht.

In Uta Hamann fand Jörn Ehlers früh eine Mitstreiterin. Denn bei der Geschäftsfrau fallen bereits die Ziegel aus den Mauern der Fachwerkwand. Festgestellt hat sie dies bei einer Sanierung. Dass es im Haus wackelt, sei nicht das größte Problem, sagt die Geschäftsfrau. „Je höher im Haus, um so mehr Schäden gibt es.“ Denn im oberen Stockwerk ist bereits die Türzarge in Schwingungen geraten. Und wenn Traktoren mit Erdaushub vorbeifahren, dann „zittert“ der Laminatboden.

Das Haus – auch bekannt als „Ente am Fleth“ – ist auf Balken aufgebaut und gehört zu den älteren Häusern der Innenstadt. Risse an den Wänden sind erkennbar. Nicht nur vorbeifahrende Lastwagen machen sich bemerkbar, sondern auch Busse. „Das Haus war zuerst da und nicht die Schwertransporte“, sagt Uta Hamann.

Jörn Ehlers ist erleichtert, dass die Straße neu hergestellt wird. „Das alte Pflaster wird aufgenommen und der Belag ausgetauscht.“ Wann es geschieht, weiß er noch nicht, denkbar sei dies m Zuge der Sperrung der B 431 im Sommer (wir berichteten). „Ich freue mich auch sehr darüber, dass sich die Politiker so viele Gedanken gemacht haben.“ Auch Bürgermeister Gerhard Blasberg sei bei ihm gewesen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. „Sie alle haben sich gekümmert und sich die Entscheidung nicht leicht gemacht.“

Dass es so lange dauerte, hängt damit zusammen, dass nach verschiedenen Lösungsmöglichkeiten gesucht wurde. „220 Lastwagen und 3500 Autos fahren hier am Tag im Schnitt lang“, erklärt Ehlers ein Ergebnis einer Verkehrszählung.

Die CDU hatte zwischenzeitlich vorgeschlagen, ein Nachtfahrverbot für den Schwerlastverkehr zu verhängen. „Dazu hat dann die Verkehrsbehörde Nein gesagt, weil sonst andere Straßen zu belastet sind. Unter anderem der Janssenweg.“ Dort gibt es ebenfalls Probleme mit dem Straßenuntergrund. CDU-Politiker Wolfgang Engemann wiederum hatte zunächst Bedenken, dass mit der Sanierung des Fleth-Teilstückes ein Präzedenzfall geschaffen werde. Das sieht Jörn Ehlers anders, hier gäbe es eine spezielle Situation: „Die Kreisstraße ist Zubringer zur Fähre.“ Und damit viel befahren.

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