Sicherheit : Kampf gegen die Motoren-Diebe

Mit Edelstahlhülse und Vorhängeschloss gesichert: Andreas Hackmann zeigt den Motor seines Angelbootes „Bine“.
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Mit Edelstahlhülse und Vorhängeschloss gesichert: Andreas Hackmann zeigt den Motor seines Angelbootes „Bine“.

Bootsgemeinschaft Itzehoe Delftor trifft zu Beginn der Saison Vorkehrungen – aber ein Gerät ist gerade gestohlen worden

Kay Müller von
19. Mai 2015, 07:45 Uhr

Itzehoe | Stürmisch ist es an diesem Tag auf der Stör. Das kleine Angelboot „Bine“ von Andreas Hackmann schaukelt auf seinem Platz. Gerade hat der Vorsitzende der Bootsgemeinschaft Itzehoe Delftor sein Gefährt ins Wasser gelassen – und fest gesichert. „Man muss es möglichen Dieben ja nicht zu leicht machen“, sagt der 52-Jährige, der gerade ins Amt gewählt worden ist.

Denn Grund zur Sorge können die Motorbootfahrer am Brookhafen haben. Das zeigt eine Polizeimeldung von gestern: Zwischen Dienstag, 13 Uhr, und Freitag, 10 Uhr, ist genau an diesem Anleger der Außenborder eines Angelbootes gestohlen worden. Vermutlich, so Polizeisprecherin Merle Neufeld, sei der Dieb mit seinem Boot über das Wasser gekommen, habe den Motor des Herstellers Tohatsu fachmännisch abgebaut und mitgenommen. Zeitwert: rund 1000 Euro.

Jetzt hoffen die Ordnungshüter auf Hinweise unter 04821/6020. Bisher ist es ein Einzelfall, aber: „Es gibt immer mal wieder Banden, die regional operieren – wo und wann genau, das lässt sich nicht sagen“, erklärt Frank Otte von der Wasserschutzpolizei in Kiel. In der vergangenen Saison habe es eine Serie an der Schlei gegeben, wo mehrere Motoren gestohlen wurden. „Das kann natürlich in diesem Jahr genauso gut an der Elbe oder anderswo passieren“, so Otte. Das Registrieren von Bootsmotoren biete die Wasserschutzpolizei in der Landeshauptstadt nicht mehr an. „Wir haben dafür einfach nicht mehr genug Personal.“ Verlässlichen Schutz gegen den Klau gebe es nicht: „Bei kleineren Motoren hilft nur abmontieren und mitnehmen. Größere Motoren sind nur schwer zu schützen.“ Landesweit registriert die Polizei keine Zahlen zum Diebstahl von Bootsmotoren, wie Sprecherin Silke Tobies sagt. „Allerdings wollen wir das ändern.“

Die Itzehoer Bootfahrer haben sich gewappnet. Die meisten haben ihre Motoren in der Vergangenheit bei der Polizei registrieren lassen –„mit einer Nummer, die man nicht so leicht erkennt“, sagt Harald Niehuus, der bis vor kurzem noch Vorsitzender des Vereins war. Dazu haben die meisten Eigner ihre Motoren mit Schlössern, Ketten oder besonderen Einfassungen gesichert, damit Diebe sie nicht so leicht abmontieren können. „Es sind vor allem die kleinen Motoren bis 15 PS, die die Diebe reizen“, sagt Niehuus. „Wenn die Motoren größer sind, werden sie zu schwer. Die Diebe kommen ja meist über das Wasser.“

Allerdings habe aller Schutz seine Grenzen: „Wenn jemand mit großem Werkzeug und viel Gewalt da ran geht, dann haben wir keine Chance“, sagt Hackmann. 2000 bis 4000 Euro koste so ein Motor. „Und die tauchen nie wieder auf.“ Fast. Vor ein paar Jahren hätten Diebe Motoren aus den Halterungen der Boote gerissen, erzählt der 85-jährige Niehuus. „Damit konnten die aber dann gar nichts mehr anfangen. Am Ende haben die die Motoren einfach ins Reet geschmissen.“

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