Kampf gegen die Keime: Netzwerk klärt auf

Mitglieder MRE-Netzwerkes Dithmarschen (von links): Christina Walther (Hygienefachkraft des WWK), Hygienekontrolleur Kai Steinhäuser, Vorsitzende Milica Djuric-Wucherpfenning, Klaus-Peter Tiessen (Leiter des Fachdienstes Gesundheit, Betreuung und Projektplanung), Anja Diekmann-Keden (Hygienefachkraft des WWK) und Gesundheitsingenieur Harry Schraven.
Mitglieder MRE-Netzwerkes Dithmarschen (von links): Christina Walther (Hygienefachkraft des WWK), Hygienekontrolleur Kai Steinhäuser, Vorsitzende Milica Djuric-Wucherpfenning, Klaus-Peter Tiessen (Leiter des Fachdienstes Gesundheit, Betreuung und Projektplanung), Anja Diekmann-Keden (Hygienefachkraft des WWK) und Gesundheitsingenieur Harry Schraven.

23 Fälle bei Untersuchungen in Dithmarscher Altenheim entdeckt / Wert unter Bundesdurchschnitt

shz.de von
16. Januar 2015, 12:37 Uhr

Sie sind mikroskopisch klein und können sich zu einem Gesundheits-Risiko entwickeln – multiresistente Erreger (MRE), gegen die Antibiotika nicht mehr helfen. Besonders in Krankenhäusern sowie in der Alten- und Langzeitpflege sind sie eine Gefahr für Menschen, deren Abwehrkräfte durch Erkrankungen geschwächt sind. Das MRE-Netzwerk im Kreis Dithmarschen hat sich zum Ziel gesetzt, gegen die Verbreitung der multiresistenten Keime zu kämpfen.

So untersuchte das Netzwerk die Verbreitung von MRSA (Methicillin Resistenter Staphylococcus Aureus) in den Altenheimen und brachte Infoblätter für Betroffene und Angehörige heraus. Mitglieder des MRE-Netzwerkes sind Mitarbeiter der Westküstenkliniken Heide und Brunsbüttel, des Rettungsdienstes, der ambulanten Pflegedienste, den Alten- und Pflegeheime sowie niedergelassene Ärzte, Vertreter der Krankenkassen und Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes.

In Dithmarschen wurde das Netzwerk im November 2012 gegründet. Vorsitzende ist Milica Djuric-Wucherpfennig. Sie arbeitet als Hygienefachkraft in den Kliniken Brunsbüttel und Heide. Bei der Koordination und Verwaltung wird das Netzwerk vom Gesundheitsamt des Kreises unterstützt. Der Gesundheitsingenieur der Kreisverwaltung, Harry Schraven, sieht zahlreiche Vorteile, die die Netzwerkarbeit in der Kommunikation und Dokumentation mit sich bringt: „Dank des MRE-Netzwerkes können sich Pflegekräfte und Einrichtungen besser über ihre Erfahrungen in der Bekämpfung gegen Keime austauschen. Auch lassen sich auftretende Fälle lückenlos und stationsübergreifend dokumentieren.“

Milica Djuric-Wucherpfennig sagt: „Wir wollen mit unserer Netzwerkarbeit aufklären und somit auch die Angst vor multiresistenten Erregern nehmen. Informationen wie die MRSA-Untersuchung und Faltblätter sollen für das Thema sensibilisieren und aufzeigen, wie bereits die Einhaltung der Hygieneregeln, zum Beispiel regelmäßiges Hände-Desinfizieren, dazu beitragen können, die Übertragung zu vermeiden.“

Das Netzwerk untersuchte im vorigen Jahr die Verbreitung von MRSA (Methicillin Restistenter Staphylococcus Aureus) in Alten- und Pflegeeinrichtungen. MRSA ist eine der am häufigsten auftretenden Bakterienarten, die gegen eine oder mehrere Antibiotika widerstandsfähig ist. 16 Einrichtungen mit insgesamt 780 Heimbewohnern nahmen teil. Bei der Studie wurde bei 23 Untersuchten MRSA festgestellt. Dies ergibt eine MRSA-Prävalenz von 3,2 Prozent. Dieser Wert liegt unter den Ergebnissen anderer Untersuchungen in Deutschland, die im Durchschnitt eine MRSA-Prävalenz von neun Prozent aufweisen.

Was ist eigentlich MRSA? Wie verhalte ich mich richtig, um die Verbreitung von multiresistenten Keimen zu verhindern? Diese Fragen klären Informationsblätter, die auf allen Stationen und Funktionsbereichen des Westküstenklinikums Heide für Angehörige sowie Besucher ausliegen. Außerdem sind die Faltblätter im Gesundheitsamt des Kreises erhältlich. Die Faltblätter gibt es in sechs Sprachen. Darunter sind neben Deutsch auch Arabisch, Englisch, Polnisch, Türkisch und Russisch.

In Arbeit sind für die Mitarbeiter der Gesundheitsinstitutionen handliche Arbeitstafeln zu den einzelnen Erregern, die sie während des Dienstes immer bei sich tragen können. Milica Djuric-Wucherpfenning betont den praktischen und zeitsparenden Nutzen der zweiseitigen Arbeitstafeln: „In vielen Einrichtungen gibt es umfangreiche Hygienepläne. Aber während der Arbeit bleibt den Mitarbeitern keine Zeit, schnell mal etwas im Handbuch oder im Computer nachzusehen.“ Die Tafeln hätten den Vorteil, dass sie auf einen Pflegewagen mitgenommen werden können und stets verfügbar sind.

Für 2015 sollen weitere Arbeitstafeln zu unterschiedlichen medizinischen Tätigkeiten erstellt werden und Fortbildungen für Pflege- und Krankenhauspersonal starten.

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