Klassik : Junge Musiker begeistern Publikum

Zu einem gemeinsamen Konzert in Glückstadt hatten die Preisträger des Landeswettbewerbs Jugend Musiziert Frederike Schilling und Tillmann Clasen eingeladen.
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Zu einem gemeinsamen Konzert in Glückstadt hatten die Preisträger des Landeswettbewerbs Jugend Musiziert Frederike Schilling und Tillmann Clasen eingeladen.

Ausnahmetalente Frederike Schilling und Tillmann Clasen stellen ihr Programm für den Bundeswettbewerb Jugend musiziert vor.

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21. Mai 2015, 17:02 Uhr

Obwohl sie erst siebzehn und fünfzehn Jahre alt sind, gehören Frederike Schilling und Tillmann Clasen bereits heute zu den großen musikalischen Ausnahmetalenten in Schleswig-Holstein. Beide Instrumentalisten haben sich hervorragende erste Plätze in der Solowertung des diesjährigen Jugend-Musiziert-Wettbewerbs auf der Regional- und Landesebene erspielt und stehen nun unmittelbar vor dem Bundeswettbewerb, der vom 22. bis 28. Mai in Hamburg stattfindet. Quasi als Generalprobe stellten jetzt beide ihr Konzertprogramm für den Wettbewerb auf einem gemeinsamen Konzert im Stucksaal des Wasmer-Palais vor.

Dort sind auch Schillings musikalische Wurzeln, denn mit neun Jahren lernte die Glückstädterin an der Musikschule ihr heutiges Instrument, die Klarinette, kennen und lieben. Heute ist sie Schülerin von Gaspare Buonomano, dem ersten Soloklarinettisten des NDR-Sinfonieorchesters, und Stipendiatin der Hans-Kaufmann-Stiftung am Hamburger Konservatorium.


Konzert als Generalprobe für Bundeswettbewerb


Auch die Bekanntschaft mit dem Haselauer Tillman Clasen kam durch die gemeinsame Liebe zur Musik zustande. Nachdem sich beide bereits in gemeinsamen Kursen kennen gelernt hatten, trafen sie sich beim diesjährigen Regionalwettbewerb zu Jugend Musiziert wieder und beschlossen da auch ihr gemeinsames Konzert in Glückstadt.

Clasens Mutter Anne Clasen, selbst ausgebildete Pianistin, freute sich sehr, die beiden dem Glückstädter Publikum präsentieren zu können und war stolz, sie bei diesem Konzert am Klavier begleiten zu können. Als große Besonderheit des Konzertabends kündigte sie zwei gemeinsame Stücke der Musiker an. Besonders auch insofern, als sich die Instrumente der beiden, Klarinette und Blockflöte, in der Musikgeschichte kaum begegnet seien. Speziell für diesen Anlass und für das Zusammenspiel mit Schilling hatte Tillmann Clasen zwei Triosonaten von Georg Philipp Telemann umgeschrieben. Die erste kam gleich zu Beginn des Konzertes zu Gehör und obwohl die Instrumente doch eigentlich nicht zusammenzupassen scheinen, klang das Stück sehr harmonisch.


Tillmann Clasen spielt lange verschollenes Werk


Danach präsentierte Clasen sein Programm an der Blockflöte. Er begann mit einem temporeichen Stück für Sopranblockflöte von Fontana, das schon eindrücklich sein Können unterstrich. Es folgte ein Concerto für Altblockflöte in drei Sätzen von Johann Friedrich Fasch. Das Stück aus dem Werk von Fasch war lange Zeit verschollen und ist erst seit 2005 bekannt. Anne Clasen hatte es speziell für ihren Sohn und sein Instrument aufgearbeitet. Vor allem im zweiten Satz, dem Largo, war die Flöte stark präsent. Nur von wenigen Akkorden rhythmisch am Klavier begleitet, entfaltete das Instrument in den Fingern des jungen Musikers seine ganze Klangbreite. Das abschließende Allegro war dann so rasant, dass die Töne auf der Flöte fast nur angedeutet schienen. Eine große Herausforderung für den Musiker, die dieser jedoch bravourös meisterte.

Das daran anschließende Stück des zeitgenössischen Musikers Hans Martin Linde schien Tillmann augenscheinlich viel Spaß zu machen. Er spielte „Ornamente“ aus „Blockflöte Virtuos“, ein etwas ungewöhnliches Stück, aber eben speziell für die Blockflöte als Soloinstrument geschrieben. Den Abschluss seines Programms bildete das Stück „Überhappy“ des Holländers Chiel Meijering, ein flottes, fröhliches Musikstück. Mit Applaus und Bravo-Rufen dankte das Publikum dem Flötisten und war nun neugierig auf die Klarinettistin.

Auch Frederike Schilling hatte sich ein anspruchsvolles und interessantes Programm erdacht. Sie begann mit einem Konzert von Carl Philipp Stamitz, einem Weggefährten Mozarts, für Klarinette und Orchester. Ein langes Klaviervorspiel legte hier eine schöne Grundlage für das einfühlsame Spiel der jungen Klarinettistin. Auch beim zweiten Stück spielte sie bravourös. Eine interessante Kombination aus kubanischer Volksmusik und französischem Chanson hatte der zeitgenössische Komponist Javier Zalba geschrieben. Im Gegensatz zum ersten Stück rückte hier das Klavier komplett in den Hintergrund, die Klarinette entfaltete ihr volles Klangvolumen und die Musik ging direkt ins Ohr und auch ins Herz der Zuhörer. Mit sieben Variationen für Klarinette und Klavier beendete Frederike ihren Part des Konzertes. Auch hier wieder war das Publikum begeistert und klatschte lange und laut. Das große Talent der beiden jungen Musiker wurde in Glückstadt gebührend gewürdigt. Mit einer weiteren Triosonate von Telemann schließlich rundeten Tillmann Clasen und Frederike Schilling ihr ganz besonderes Konzert ab.

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