zur Navigation springen

Neujahrsempfang : Junge Familien und engagierte Bürger

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Beim Neujahrsempfang in Hohenaspe wird deutlich, worauf es in den Gemeinden ankommt. Bürgermeister Hans-Georg Wendrich hebt bei der Entwicklung der Gemeindefinanzen aber mahnend den Finger.

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2014 | 16:42 Uhr

Junge Familien mit Kindern, ehrenamtliches Engagement der Bevölkerung und eine funktionierende Infrastruktur. Gemeinden, die diese Eigenschaften mitbringen, muss um ihre Zukunft nicht bange sein. Das wurde beim Neujahrsempfang in Hohenaspe deutlich – und der Ort sieht sich dabei gut aufgestellt. Bürgermeister Hans-Georg Wendrich freute sich über viele Kinder in seiner Gemeinde, ehrte verdienstvolle Mitbürger und wies auf zahlreiche Investionen hin. Allerdings gibt es in der Gemeindepolitik auch einen Wermutstropfen. So sei das kommunale Sparbuch inzwischen leergeräumt. Auf Dauer mochte Wendrich eine Anhebung von Grund- und Gewerbesteuern sowie die Kürzung freiwilliger Leistungen nicht ausschließen.

In seinem Jahresrückblick hob Wendrich die Erweiterung der Wohnmobil-Galerie hervor. Zum Jahresende habe das Unternehmen seinen Betrieb dort aufnehmen können. Weitere Gewerbeansiedlungen, so bedauerte er, seien kaum möglich. Zum einen stünden keine Flächen zur Verfügung, zum anderen ließen die Vorgaben der Landesplanung Gewerbegebiete in Hohenaspe nicht mehr zu.

Als „Lottogewinn“ bezeichnete der Bürgermeister den Umbau des ehemaligen Lehrerhauses zu einem Ort der Begegnung für die Bürger. Die Sanierung war dank finanzieller Mittel aus der AktivRegion möglich geworden. So habe ein das Ortsbild prägendes Gebäude erhalten werden können. Wendrich verhehlte nicht, dass es auch kritische Stimmen gegeben habe. Letztlich habe die Gemeindevertretung mit ihrer Entscheidung aber „ein Stück altes Hohenaspe erhalten können“. Dank der Räumlichkeiten im neuen Bürgerhaus habe auch einer Notlage für den Kindergarten begegnet werden können. Wegen aktueller Platzprobleme war eine Gruppe vorübergehend dort untergebracht worden.

Wenig bis gar keinen Einfluss haben Bürgermeister und Gemeinderat allerdings auf die Entwicklung der Finanzen. Wendrich sprach von einem „dramatischen Anstieg der Ausgaben“ und listete Umlagen, Kosten für Schulen und Kinderbetreuung, Schülerbeförderung und Öffentlichen Personannahverkehr auf. So seien allein die Schulkostenbeiträge zum Teil um mehr als 40 Prozent gestiegen. Wendrich: „Bisher gab es Festbeträge je nach Schultyp, heute kann jede Schule die Beiträge mittels eigener Kostenkalkulation festlegen. Ähnliches gelte für die Kindergärten – mit bemerkenswerten Ausreißern. „Es gibt Kindergärten, da kostet eine fünfstündige Betreuung die Gemeinde pro Kind und Jahr 2400 Euro, bei anderen Kindergärten sind es mehr als 4000 Euro.“ Die Gemeinde habe allerdings keinerlei Einfluss darauf, wo Eltern ihre Kinder betreuen lassen. Aller finanzieller Not zum Trotz betonte Wendrich aber auch: „Wir sind stolz, so eine junge Generation mit vielen Kindern im Ort zu haben.“ Allerdings müsse der Staat auch für eine ausreichende Finanzierung der Gemeinden Sorge tragen.

Gar nicht mit Geld zu bezahlen ist ehrenamtliches Engagement. Fünf Hohenasper wurde gestern besonders gewürdigt. In seiner Laudatio ging Reimer Meier zunächst auf Rudi Fock ein, der das Ortsleben über viele Jahrzehnte entscheidet mitgeprägt und gestaltet habe. Fock war als junger Mann passionierter Ringreiter, dann über Jahrzehnte in der Feuerwehr, im Gemeinderat und im örtlichen Gesangverein aktiv. Und als Vorsitzender des Sozialverbands habe er die Mitgliederzahlen innerhalb weniger Jahre verfünffacht. Ehrung auch für Ehefrau Berta, die ihrem Mann nicht nur stets den Rücken freigehalten hatte, sondern als Frauenbeauftragte im Sozialverband selbst engagiert war. Rudi Fock zeigte sich beeindruckt von der Würdigung seiner Lebensleistung: „Das ist der schönste Tag in meinem Leben – abgesehen von meiner Hochzeit natürlich.“ Er nutzte aber auch gleich die Gelegenheit, kräftig die Werbetrommel für ehrenamtliches Engagement in den fast 40 Vereinen und Organisationen zu rühren. „Damit Hohenaspe eine schöne und freudige Gemeinde bleibt.“

Als Organisator der Aktion „Sauberes Dorf“ sorgt Hermann Eggers dafür, dass es in Hohenaspe – so sein Laudator Hans-Friedrich Tiemann – „eine lebens- und liebenswerte Umwelt gibt“. Nächster Müllsammeltermin ist übrigens der 4. April. Ebenfalls rund drei Jahrezehnte lang hat Adolf Brameshuber vorbildliche Jugendarbeit im Tennisverein geleistet – und dabei rund 10 000 Stunden seiner Freizeit investiert. Als letzter wurde an diesem Tag Tim Berkhahn nach vorne gerufen, der den Namen seiner Heimatgemeinde mit Erfolgen im Tischtennis auch auf Landesebene gut vertreten hat. Abschließend wurden noch langjährige Gemeindevetreter gewürdigt: Achim Hansen (18 Jahre dabei), Eggert Behrens, Jürgen Asbahr und Ralf Dudde (jeweils zehn Jahre) sowie Bürgermeister Wendrich selbst für 15 Jahre. Den Neujahrsempfang im Gasthaus „Zur Linde“ rundeten Musikbeträge der Gitarrengruppe „Michaelis-Saiten“ und ein plattdeutscher Beitrag von Silke Harders ab.

 

 

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen