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Kommunalpolitik : Jugendzentrum schließt zum Jahresende

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Entscheidung ist gefallen: Burgs Jugendzentrum schließt zum 31. Dezember. Die Gründe: Sachbeschädigungen und Bedrohungen.

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2013 | 12:14 Uhr

Jetzt ist es amtlich. Zum 31. Dezember wird das Jugendzentrum (Juze) am Sportplatz 6 geschlossen. Auch eine hitzige Anhörung der Jugendlichen und Erwachsenen im Rahmen einer öffentlichen Beteiligung vor der Gemeindevertretersitzung konnte die Kommunalpolitiker nicht umstimmen. Sachbeschädigungen und Zwischenfälle, die teilweise durch die Polizei geregelt werden mussten, seien letztendlich Auslöser gewesen, um der Empfehlung des Sozial-, Jugend- und Sportausschusses zu folgen.

„Aber warum gerade jetzt so schnell und in der dunklen Jahreszeit?“, fragte Dietmar Steffen, Vorsitzender des Juze-Fördervereins. Schon zu Zeiten der Bürgermeisterin Elke Goehlke-Kollhorst (KWV) gab es einen Arbeitskreis, der sich um eine Umstrukturierung und Attraktivitätssteigerung des Jugendzentrums bemühte. „Als dann Geburtstage wichtiger wurden als die Arbeit im Arbeitskreis, schlief das Ganze ein“, bedauerte Bürgermeister Hermann Puck (CDU). Jetzt sei diese Idee wieder aufgegriffen worden, so dass ein neuer Arbeitskreis gebildet werden soll.

„Seit Bekanntgabe, dass das Juze geschlossen werden soll, sind einige erst in die Puschen gekommen“, zeigte sich Sabine Gehrken (BurgAktiv) positiv erstaunt. „Wir sehen uns hier nicht als Gegner des Juzes, vielmehr wollen wir eine konstruktive Zusammenarbeit und Verbesserung der Gesamtsituation“, so Gehrke weiter.

In den vergangenen Jahren hat die Gemeindevertretung sich intensiv mit dem Jugendzentrum befasst und unter anderem weitere Teilzeitkräfte eingestellt. Die seit dem 1. April 2011 installierte Arbeitsgruppe hatte in Zusammenarbeit mit den Jugendlichen versucht, die Attraktivität zu steigern und einen Billiardtisch und eine Musikanlage gekauft sowie Gelder für eine Kochgruppe zur Verfügung gestellt. Vereine, Verbände und Schulen sind zur Zusammenarbeit unter der Moderation von Kreisjugendpflegerin Silvia Petersen eingeladen gewesen.

„Der Wille und die Bereitschaft zur Hilfe waren da, doch an der Umsetzung fehlte es leider. Unsere Idee ist, so schnell wie möglich eine Lösung für ein Juze in Burg zu finden“, so Petersen vom Kreis Dithmarschen. Für sie sei es nur eine befristete kurze Pause, um etwas Neues zu entwickeln. „Im April 2011 hat die Gemeindevertretung kurzfristig 500 Euro zur Verfügung gestellt, um die Räume zu streichen. Jetzt nach dem Knall zur Schließung ist es geschafft worden, die letzten beiden Räume fertigzustellen“, bedauerte Gehrken.

Für ein sinnvolles und funktionales Juze soll Thies Claußen eine Weiterbildung machen. Seit 1995 leitet der Erzieher das Jugendzentrum, das täglich Anlaufpunkt für 30 bis 50 Jugendliche ist. „Uns sind auch andere Zahlen bekannt“, vermeldete Puck beiläufig. „Eine Fortbildung könnte auch während des laufenden Betriebes durchgeführt werden. Wir müssten uns dann nur rechtzeitig nach einer Vertretung umschauen“, stellte Steffen klar. Er bot an, dass Patrizia Friese als ausgebildete Erzieherin zusammen mit den Teilzeitkräften Maike Halley und Svenja Röhrl den Betrieb weiterführen könnte. Ebenso forderte er ein Konzept, das vor Schließung des Juzes vorliegen müsse oder wenigstens einen zeitlichen Rahmen beinhalten sollte, wie lange die Konzeptumstrukturierung für eine Weiterführung des Juzes dauern könnte. Steffen übergab 1100 Unterschriften gegen die Schließung.

Auf Rückfrage im Rahmen der Bürgerfragestunde, welches die grundlegenden Argumente für die Schließung seien, meldete sich eine Betroffene, um für die Gemeindevertreter zu antworten. „Bedrohungen gegenüber dem Personal und auch Teilnehmern sowie Beschädigungen am Gebäude, wie die Türschlösser, die das zur Verfügung gestellte Geld aufbrauchen und somit Geld für sinnvolle Projekte fehlt. Dies sind unter anderem Gründe für die Schließung. Auch ich bin mehrfach nach ein paar Minuten aus Angst wieder gegangen“, fasste Vanessa Dabelstein zusammen, die ein neues Konzept sehr begrüßen würde. Mit Buh-Rufen reagierten die Kinder und Jugendlichen und demonstrierten so die angespannte Situation untereinander.

Die Gemeindevertreter sprachen sich bei einer Enthaltung für die Schließung des Juzes aus.

Unter Protest verließen daraufhin die betroffenen Bürger lautstark den Saal der Bökelnburghalle. Vorerst hätten Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, das Nachmittagsangebot der Schule oder auch unterschiedliche Vereinsangebote für eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu nutzen.

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