zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

22. November 2017 | 03:11 Uhr

Wilster : Jugendzentrum beliebter Treffpunkt

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Täglich kommen 20 bis 40 Jungen und Mädchen zwischen 6 und 18 Jahren in die Einrichtung am Schulzentrum.

Fast zehn Jahre hatte das Jugendzentrum (Juze) in der Straße Bischofer Deich seine Räumlichkeiten, seit gut einem Jahr im ehemaligen Hausmeisterhaus am Schulzentrum. Sowohl für die Jugendlichen als auch für das Juze-Team Bärbel Jahnke-Behrens und Jens Grimm war der Umzug mit Umstellungen verbunden. „Den neuen Standort finde ich persönlich viel besser“, sagt Tjark. Für den 17-Jährigen, der bereits seit acht Jahren regelmäßig ins Juze kommt, ist die Einrichtung zu so etwas wie ein zweites Zuhause geworden. Der bedeutendste Vorteil der neuen Lage ist für ihn die Nähe zu den Schulen. „Seitdem wir hier sind, kommen deutlich mehr Leute“, meint er. „Wenn mehr Jugendliche da sind, hat man auch mehr Möglichkeiten, etwas zu unternehmen.“ Am alten Standort gab es in den Wintermonaten Tage, an denen neben Tjark nicht einmal eine Handvoll Jugendliche das Juze besuchten. „Hier zählen wir täglich zwischen 20 und 40 Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und 18 Jahren“, so Juze-Mitarbeiterin Bärbel Jahnke-Behrens.

„Wenn ich ehrlich bin, wusste ich vorher gar nicht, dass es in Wilster ein Juze gibt“, wirft Niklas (13) ein. Er zählt zu einer großen Gruppe von Jugendlichen, die sich täglich mit Freunden im Juze trifft. „Der Grund, weswegen ich regelmäßig herkomme, ist nicht nur die tolle Gemeinschaft, sondern sind auch die Gespräche, die ich mit Jens und Bärbel führen kann“, erzählt Sascha. Von ihnen fühlt sich der 13-Jährige ernst genommen und verstanden. Durch sein Verhalten im Juze, hat er sich das Vertrauen der beiden Betreuer erarbeitet. Das hat ihm eine Mitgliedschaft im Garagen- und Tresen-Team eingebracht. Ein Teil eines der Teams zu sein, ist im Juze eine Auszeichnung. Nur wenige dürfen eigenständig mit Werkzeug hantieren, oder die Aufgaben des Tresen-Teams übernehmen. Dieses ist für die Zubereitung und Herausgabe von Getränken und kleinen Speisen zuständig sowie für die Verwaltung der Kasse. Die Bezeichnung Tresen-Team stammt aus der Zeit im alten Haus. Dort hatte die Küche einen Tresen. „Einen Tresen haben wir hier leider nicht, aber wenn wir die Erlaubnis erhalten, werden wir uns noch eine Durchreiche bauen“, sagt Jens Grimm.

„Wir haben hier einige ganz feste Regeln, an die sich ausnahmslos jeder zu halten hat“, erklärt Bärbel Jahnke-Behrens. Seit über 20 Jahren hält die Juze-Mitarbeiterin daran fest. Überzeugt von der konsequenten Vorgehensweise zeigt sich auch Jens Grimm, der seit rund zehn Jahren Juze-Chef ist und die Regeln mit übernommen hat. In Anbetracht der zunehmenden Zahl verhaltensauffälliger Kinder und Jugendlicher, die neben den normal pubertierenden Jugendlichen auch im Juze immer wieder ihre Grenzen ausloten wollten, hätten sich die konsequenten Regeln mehr als bewährt. „Eine wiederholte Missachtung unserer Regeln kann zum Rauswurf aus dem Juze führen“, nennt Jens Grimm eine mögliche Konsequenz. Eine Strafe, die von den Kindern und Jugendlichen durchaus gefürchtet werde, glücklicherweise jedoch selten verhängt werden müsse.

Die jungen Juze-Besucher zeigen sich wissensdurstig. Einige wollen Schach spielen, andere das Musizieren auf der Gitarre oder dem Keyboard erlernen. Wieder andere genießen einfach nur die Aufmerksamkeit der Betreuer. „Da wir lediglich zu zweit sind, kann das schon sehr anstrengend sein“, sind sich Jens Grimm und Bärbel Jahnke-Behrens einig. Um den Jugendlichen weitere Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten, möchte der Juze-Leiter die zum Haus gehörende Garage in eine Werkstatt umgestalten. „Soweit ist bereits alles vorbereitet. Uns fehlen jedoch eine Werkbank, ein paar Regale und noch etwas mehr Werkzeug“, sagt Grimm, der häufig auf Flohmärkten Sachen ersteht, die er dann dem Juze überlässt.

In den bevorstehenden Sommerferien geht es wieder mit acht Mädchen und Jungen nach Föhr. Nicht nur eine nette Abwechslung zum Alltag im Juze für die beiden Betreuer, sondern auch eine einmalige Möglichkeit für acht Kinder aus der Marschenstadt, ein Teil der Ferien mal ganz woanders zu verbringen.





Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen