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Seglervereinigung Wilster : Jugendarbeit steht ganz oben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Auch bei Weltmeisterschaften im französischen La Rochelle waren Wilsteraner dabei. Termine für Regattasegeln sind im Vereinskalender der Seglervereinigung Wilster immer rot angestrichen.

Es ist lange her, dass sich die Seglervereinigung Wilster (SVW) gegründet hat. Damals, am 16. Januar 1932, schrieben die Wegbereiter des Vereins in ihre Satzung hinein: „Der Verein hat sich die Aufgabe gestellt, seine Mitglieder in der Ausbildung des Segel- und Motorbootsports zu unterrichten und zu unterstützen, den Segelsport in Wander- und Wettfahrten zu fördern und das Interesse am Wassersport, im besonderen unter der Jugend, zu wecken und zu verbreiten.“ Auch wenn mittlerweile mehr als 83 Jahre verstrichen sind, aktuell ist dieser Satz immer noch. Deutlich wurde das in einem Gespräch, das unsere Zeitung mit Olaf Bielenberg führte.

Der Regattaobmann machte darin auf die Jugendgruppe unter Leitung von Thomas Dethlefs aufmerksam. Dieser habe es sich zur Aufgabe gemacht, jungen Menschen das Segeln von Grund auf zu vermitteln – zuerst im Optimisten, dem idealen Einsteigerboot für Kinder, und danach im Piratboot, das besonders für Jugendliche interessant ist. Unterstützt werde der Jugendwart bei seiner Arbeit von Sven Dyrßen, einem erfahrenen Atlantiksegler, der 2003 die „Daimler Chrysler North Atlantic Challenge“ (DCNAC) zwischen Newport und Cuxhaven als Crewmitglied der „Paula“ mitgesegelt war.

Auch wenn die Arbeit von Thomas Dethlefs und Sven Dyrßen in erster Linie darauf ausgerichtet ist, die jungen Wassersportler für das Fahrtensegeln fit zu machen, so sieht sich der Nachwuchs aber auch wettkampfsportlichen Herausforderungen gegenüber gestellt. Olaf Bielenberg: „Im Frühjahr und im Herbst nehmen sie an Regatten auf Stör und Elbe teil.“ Dabei gelte häufig das Prinzip, dass ältere erfahrene Segler und jüngere Menschen, denen es zwangsläufig noch an Erfahrung fehlt, zusammen in einem Piratboot sitzen. Jüngst zu beobachten war das Zusammenwirken von Alt und Jung bei der Störregatta, die die Segelvereine aus Wilster und Itzehoe auf der Stör zwischen Kasenort und Wewelsfleth veranstaltet hatten.

Zur Förderung der Jugendarbeit und des anspruchsvollen Segelsports hat Hans-Jürgen Färber, zweiter Vorsitzender, ein J70-Kielboot aus privaten Mitteln finanziert und dem Verein zur Verfügung gestellt. Unterhalten wird das auf den Namen „Just in Time“ getaufte Boot mit Sponsorengeldern. Mit dem schnellen Speedster mit variablem Tiefgang, geringem Gewicht und hoher Stabilität waren Wilsteraner unlängst in La Rochelle/Frankreich, um dort an den J70-Weltmeisterschaften teilzunehmen. Die Wochen zuvor hatten sie genutzt, um sich mit dem Boot, das vom Typ her auch für die Segel-Bundesliga genutzt wird, bei Regatten in Berlin und Kiel auf die Herausforderung an der französischen Atlantikküste vorzubereiten.

Herausgesprungen ist für Gordon Nickel, Morten Nickel, Sebastian Röske und Nils Fiege vor La Rochelle ein 33. Platz. Teilgenommen hatten knapp 80 Viererteams. Das beste Einzelergebnis fuhr die „Just in Time“ am zweiten Regattatag mit Platz zehn ein. Dass sich auf diesem Resultat aufbauen lässt, davon gehen die Protagonisten aus.

Ein Blick in die Vereinsgeschichte zeigt, dass Regattasegeln nicht die hauptsächliche Beschäftigung der Wilsteraner Segler ist. Innerhalb der Saison steuern sie am Wochenende als Fahrtensegler vom Langen Rack aus, neben Kasenort der wichtigere Bootsliegeplatz für den Verein, Elbe und Nordsee an. „Helgoland“ sei dann ein nicht seltenes Ziel, erklärt Olaf Bielenberg. „Aufgrund der Tide ist es so, dass viele unserer Mitglieder gleichzeitig losfahren und dasselbe Ziel haben.“ Sechs bis sieben Bootsbesatzungen sind in der Regel nach Stade, Wedel oder Brunsbüttel unterwegs, um sich dort zu treffen. Andere Wilsteraner, die ihre Boote in der Ostsee liegen haben, würden das Wochenende nutzen, um von ihrem Liegeplatz aus in Richtung Dänemark zu segeln und sich dort zu erholen.

Noch mehr Bewegung in den Verein käme innerhalb der Ferien. „Fast alle sind dann unterwegs“, betont Olaf Bielenberg. Aus dem Blick verlieren würden sie sich aber nicht. „Sie finden über die sozialen Netzwerke zueinander. Und wenn man weiß, wo die anderen liegen, kann man seinen Törn darauf einstellen.“ Dänemark mit Skagen oder Kopenhagen, Schweden mit Göteborg und Stockholm oder Norwegen mit dem Ziel Oslo – überall könne man Segler aus Wilster antreffen, betont Bielenberg die Reisefreudigkeit seiner Vereinskollegen.

 

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erstellt am 28.Aug.2015 | 16:49 Uhr

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