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Norddeutsche Rundschau

20. November 2017 | 16:46 Uhr

Kirchenarbeit : Jugendarbeit aus Berufung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit acht Wochen im Amt: Warum Kirchenmitarbeiterin Kerstin Kauffel in Wilster ihren Traumjob gefunden hat.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2017 | 05:56 Uhr

„Diese Arbeit fühlt sich nicht nach Arbeit an. Und genau das wollte ich.“ Nach rund acht Wochen im Amt weiß Kerstin Kauffel: Sie hat im Beruf ihre Berufung gefunden. Die 28-Jährige ist neue Mitarbeiterin der Kirchengemeinden in der Wilstermarsch für die Jugendarbeit. Die Wackenerin ist als Nachfolgerin von Timo Milewski für die kirchliche Jugendarbeit in allen Wilstermarschgemeinden und auch im angrenzenden Heiligenstedten zuständig.

Eigentlich schien für die gebürtige Beckumerin eine klassische Lehrerkarriere vorprogrammiert. Sie studierte in Paderborn Lehramt für die Fächer Deutsch und evangelische Religion. Weil es sie schon immer in den Norden gezogen habe, bewarb sie sich in Schleswig-Holstein, um dann an einer Grund- und Gemeinschaftsschule in Marne das zweite Staatsexamen abzulegen. Es folgte ein Jahr an der Bürgerschule in Glückstadt und sie wusste: „Der Schuldienst füllt mich nicht aus.“

Ohnehin hatte sie eigentlich lieber Pastorin werden wollen. Den zündenden Funken in Richtung Lebensweg Kirche hatte es bei ihr im Rahmen der Konfirmation gegeben. „Damals hat es irgendwie Klick gemacht“, erinnert sie sich vor allem an die vielen Erlebnisse in der Gemeinschaft. In den zehn Jahren danach hat Kerstin Kauffel sich in ihrer Heimatgemeinde auch immer wieder ehrenamtlich engagiert. Sie organisierte Zeltlager und Kindergottesdienste, war bei Freizeiten dabei. „Es war einfach eine tolle Gemeinschaft, und wir haben viel miteinander unternommen.“ Am Ende ihrer ehrenamtlichen Laufbahn stand ein Besuch das Kirchentages in Berlin: „Seitdem war mein Ziel klar.“

In den vergangenen Jahren habe sie daher auch immer nach beruflichen Möglichkeiten im kirchlichen Bereich Ausschau gehalten. „Da kam mir die Stelle in Wilster natürlich sehr gelegen.“ Kerstin Kauffel lebt mit ihrem Lebensgefährten und zwei Hunden in Wacken.

Bei ihrer Arbeit in der Wilstermarsch will sie erst einmal an die bewährten Angebote anknüpfen und dann im neuen Jahr mit vielen Ideen voll durchstarten. Wichtig sei bei allen Aktivitäten, dass man die Kinder und Jugendlichen mitnehme. „Vorlesen bei einer Bibelstunde reicht heute nicht mehr“, weiß sie, dass die Jugendarbeit anspruchsvoller geworden ist. Ihr Rezept: „Die jungen Leute müssen es einfach cool finden, wenn sie mitmachen wollen.“ Entsprechend gehe es auch darum, Projekte anzuschieben, die dann von den Jugendlichen in eigener Regie und in Eigenverantwortung umgesetzt werden können. Einfaches Beispiel: Im Jugendraum geht es derzeit eher ungemütlich zu. Jetzt baut die Jugendgruppe gemütliche Palettenmöbel. Auf Vorschlag der Jugendlichen sollen auch vermehrt Gesellschaftsspiele gespielt werden. „Das war ihr Vorschlag. Und da stehen sie auch voll dahinter.“ Oder: In Gründung ist eine Jugendband, die bereits in der Adventszeit ihre ersten Auftritte haben soll. Auch dieser Wunsch kam aus den Reihen der Jugendlichen selbst. Zehn Mitglieder treffen sich jetzt immer dienstags. Das erforderliche Know-How dafür bringt sie mit. Kerstin Kauffel hat in Grundschulklassen auch schon Musik unterrichtet.

Ganz oben auf der Liste der Aktivitäten steht bei Kerstin Kauffel immer das Gefühl des gemeinsamen Erlebens. So sollen sich im neuen Jahr die so genannten Teamer einmal in der Woche treffen. Die Gruppe besteht aktuell aus etwa 30 Mitgliedern, alle ab Konfirmationsalter aufwärts. Erstmals soll es auch eine Teamer-Fahrt geben. Daneben ist Kerstin Kauffel auch im Konfirmandenunterricht in den zu ihrem Bereich gehörenden Gemeinden aktiv. Ihr Ziel bei allen Aktivitäten: „Gemeinschaft, tolle Erlebnisse, interessante Gespräche und Diskussionen, in denen man den Glauben lebendig werden lassen kann.“

Ihren beruflichen Neustart hat sie dabei schon als positiv empfunden. Sie sei überall herzlich aufgenommen worden und habe das Gefühl bekommen, ein wichtiger Teil der Gemeindearbeit zu sein. Auch genieße sie die vielen Freiheiten in der Ausgestaltung ihrer Arbeit.

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