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Jugend musiziert: Mette Jensen will die erste Geige spielen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2016 | 00:36 Uhr

Sie ist äußerst talentiert, hat bereits internationale Auftritts-Erfahrung und steht nun vor ihrer nächsten Herausforderung: Die Violinistin Mette Jensen (17) aus der 12. Klasse an der Waldorfschule nimmt am kommenden Wochenende am Regionalentscheid im Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil. Am Sonnabend spielt die Schülerin in Falkenberg (Norderstedt) bei der ersten von drei Wettbewerbsebenen auf Regional-, Landes- und Bundesebene vor. Ihr Violinlehrer Ralf Kröger (50) räumt ihr gute Chancen ein, die nächste Wettbewerbsebene zu erreichen.

Bereits im vorletzten Jahr hat sie den 2. Preis auf Bundesebene errungen – mit 23 von 25 möglichen Punkten. Und das will sie nun wiederholen. Die Bewertungsmaßstäbe sind hoch. „Mit einer Jury aus vier bis sechs Fachleuten braucht man mindestens 23 Punkte, um zur nächsten Wettbewerbsebene zugelassen zu werden“, erläutert der Lehrer.
Um ihren Variantenreichtum zu demonstrieren, muss die begabte Violinistin drei Stücke aus zwei Stilepochen präsentieren und damit 15 bis 20 Minuten reine Spielzeit füllen. „Sie hat sich für anspruchsvolle Violinliteratur entschieden“, sagt Ralf Kröger. „Dafür hat sie seit den Sommerferien fast ein halbes Jahr lang geprobt.“

„Ich übe täglich nach der Schule drei Stunden – Minimum, am Wochenende eher mehr“, sagt Mette Jensen. Zusätzlich hat sie noch zwei Mal in der Woche Violinunterricht. Viel Zeit für anderes bleibt ihr da nicht. Ab und zu geht sie ein bisschen joggen. „Neben der Klassik höre ich auch noch Jazz. Und das, was im Radio kommt, schalte ich nicht ab.“ Manchmal hat sie auch noch Zeit, sich mit Freundinnen zu treffen, wie sie versichert.

Ihre Leidenschaft, das Geigenspiel, ging aus ihrem Flötenspiel als Kind hervor. „Mein Patenonkel hat zu Hause immer Geige gespielt“, erzählt sie. „Das fand ich toll, wollte auch anfangen und war froh, als ich das im Alter von acht Jahren endlich durfte.“ Seitdem hat sie sich hervorragend entwickelt und sich vor allem dazu entschieden, dabei zu bleiben, wie ihr Lehrer lobt. „Im Pubertätsalter springen viele oft wieder ab.“

Im Orchester vom Kulturhof konnte sie bei den regelmäßigen Musikschulvorspielwochen bereits zahlreiche Auftritte absolvieren. Weil der ehemalige Geigenlehrer aus Südamerika kommt, nahm das National-Jugendorchester aus Uruguay sie mit auf eine Tournee durch Europa. Sie trat zwei Wochen lang bei Konzerten in Berlin, Frankreich und Spanien auf. „Das hat ihr internationale Erfahrung eingebracht“, so Ralf Kröger. Mittlerweile spielt Mette Jensen auch im Landesjugendorchester Schleswig-Holstein mit. Ralf Kröger sieht in den Konzerten wie auch in den Wettbewerben eine Chance für ihre weitere Entwicklung. „Man übt viele Hunderte, ja sogar Tausende von Stunden mit dem Ziel, sich abgesichert zu haben. Erst im Konzert legt man die Karten auf den Tisch und sieht, was davon funktioniert.“ Ein wenig Lampenfieber hat sie trotz aller Erfahrung und Vorbereitung. Aber wofür sie die Anstrengungen in Kauf nimmt, weiß sie auch schon, denn sie hat ein Ziel: „Ich möchte Profi-Musikerin werden – und Geige studieren.“

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