zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 21:46 Uhr

Feier : Jubiläum bei der Brücke

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

30-jähriges Bestehen und weitere runde Geburtstage in der Wilhelm-Biel-Straße gefeiert.

von
erstellt am 06.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Mitten im Leben. Das soll Inklusion erreichen. Deshalb lautete so gestern das Motto, als die Brücke SH in der Wilhelm-Biel-Straße ihr 30-jähriges Bestehen sowie 25 Jahre Westküsten-Service und fünf Jahre UN-Behindertenrechtskonvention feierte.

„Ich wünsche mir nur Respekt und Toleranz“, sagte eine Nutzerin der Angebote. „Jeder Mensch ist, wie er ist“ – er dürfe nicht auf die Diagnose seiner psychischen Erkrankung reduziert werden. Daher stehe der Mensch im Mittelpunkt und solle seinen Weg selbst mit Unterstützung der Brücke finden, sagten die Verbundmanager Eva Gruitrooy und Matthias Kruit als Gastgeber. Wie gut das gelingt, verdeutlichte Helma Först, die die Angebote nutzt: Sie betonte die Lebendigkeit und die vielen positiven Entwicklungen.

Den 90 Mitarbeitern dankten Landrat Torsten Wendt und Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen und wünschten ihnen Kraft für die oft schwere Aufgabe. Mit professioneller, individueller und liebevoller Arbeit sei die Brücke ein „unverzichtbarer Bestandteil integrativer Arbeit“ in Stadt und Kreis, sagte Koeppen, der besonders den Ehrenamtlern dankte. Eva Gruitrooy hob das große Netzwerk hervor, das aufgebaut worden sei. Dazu gehört die Projektwerkstatt Inklusion, deren Sprecherin Antje Hachenberg die UN-Konvention in den Mittelpunkt rückte: Inklusion gebe es schon viel länger und sei in den Familien eine Selbstverständlichkeit. Die Konvention habe das Thema aus dem Privaten geholt: „Endlich ist es in der breiten Öffentlichkeit angekommen.“

200 Menschen betreut die Brücke in der von Gruitrooy geleiteten psychosozialen Rehabilitation, 300 weitere Kontakte gibt es in der Beratung, auch für Angehörige und Institutionen. In der von Kruit geleiteten beruflichen Rehabilitation sind es 240 Nutzer, die Hälfte von ihnen in der Werkstatt des Westküsten-Service – einige werden auch in den allgemeinen Arbeitsmarkt geführt.

Noch unscharf sei die Entwicklung „ambulant vor stationär“, sagte Gruitrooy. Das löse auch Ängste aus, deshalb brauche die Arbeit verlässliche und nachhaltige Rahmenbedingungen, aber auch weiter feste Einrichtungen als Schutzräume. Neue Wege würden ausprobiert, dabei dürften aber Strukturen nur langsam umgewandelt werden. Noch mehr müssten Psychiatrie-Erfahrene eingebunden werden, Lösungen brauche es auch für Menschen aus anderen Kulturen. Künftig, so die Verbundmanagerin, solle die Netzwerkarbeit noch weiter ausgebaut und noch mehr Wissen in die Gemeinde weitergegeben werden. Denn: „Wir alle sind Teil der Gemeinschaft.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen