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Joachim Nerger tritt in die Fußstapfen von Besch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dithmarscher Brahms-Gesellschaft personell neu aufgestellt / Jetzt wird Nachwuchs für das Publikum gesucht

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 14:52 Uhr

Mit seiner Leidenschaft für die Musik und seiner Passion für Brahms füllte Professor Eckart Besch die Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein mit Leben aus. Für die oft hochkarätigen und immer anspruchsvollen Konzerte holte Besch Musikliebhaber aus dem ganzen Land nach Dithmarschen. Immer an seiner Seite seine Lebensgefährtin Elisabeth Piening, die im Hintergrund die Fäden zog. Mit 82 Jahren zog sich Besch aus dem Amt zurück und hinterließ riesige Fußstapfen, die nur schwer auszufüllen sind. Wenn da nicht Joachim Nerger wäre. Der 60-jährige Künstleragent aus Hamburg hat alle Voraussetzungen, um ein würdevoller Nachfolger von Besch zu werden und dabei eigene Spuren zu hinterlassen. „Es ist eine Herausforderung, der ich mit Freuden entgegensehe.“

Mit an seiner Seite Anja Piening (36), die Schwiegertochter von Elisabeth Piening, als Geschäftsführerin der Brahms-Gesellschaft. Sie wird sich vor allem um das Brahms-Museum in Lüttenheid kümmern und die Organisation in Händen halten. Eine Aufgabe, für die sie mehr als qualifiziert ist. Bevor sie mit ihrem Mann wieder nach Dithmarschen zurückkehrte, arbeitete die Medienfachfrau bei den Plattenfirmen Universal Music und Warner Music in New York.

Besch und Nerger haben vor allem eines gemeinsam: sie sind mit klassischer Musik aufgewachsen und sind fasziniert von dem genialen deutschen Komponisten, Pianisten und Dirigenten Johannes Brahms (1833-1897), dem es gelang, die plattdeutsche Sprache als gehobene Literatursprache, die auch feinste Gefühlswelten auszudrücken imstande war, hoffähig zu machen.

Nerger studierte Musikwissenschaften, Ethnologie und Philosophie, bevor er ein wenig zufällig in die Welt des Managements hineinrutschte. Als „learning by doing“ bezeichnet der Hamburger dies, der seit 1988 im Künstlersekretariat Rolf Sudback arbeitet, bevor er es vor fünf Jahren übernahm. Er kümmert sich um den Aufbau von künstlerischen Karrieren und vermittelt weltweit Musiker und Ensembles des klassischen Genres in alle großen Städte dieser Welt. Zurzeit plant er für ein Streichquartett eine Tournee nach Kolumbien, Peru und Argentinien. „Klassische Musik wird nachgefragt“, so Nerger. Auch in Südamerika.

Es gibt jedoch ein Nachwuchsproblem. Weniger bei den Musikern. „Es gibt zurzeit so viele gut ausgebildete junge Musiker wie selten zuvor.“ Anders beim Publikum, das meist aus der älteren Generation besteht. Auch bei den Konzerten in Dithmarschen ist dies so. Ein Thema, an dem Nerger zusammen mit Anja Piening arbeiten will. Gemeinsam wollen sie Vorurteile gegenüber der klassischen Musik abbauen und junge Menschen in die Konzerte holen.

Vor allem die Lust, Konzerte zu veranstalten, hat Nerger dazu bewogen, die Aufgabe des Vorsitzenden der Brahms-Gesellschaft zu übernehmen. In Hamburg, mit einem großen kulturellen Angebot, eine eher schwierige Aufgabe. Anders in Dithmarschen. Mit seinen Kontakten zu ausländischen Agenturen will Nerger auch internationale Ensembles an die Westküste holen. Eine Weiterführung der Brahms-Wochen und der demnächst startenden Museumskonzerte ist für Nerger und Piening eine Selbstverständlichkeit. Auch wenn sie dabei eigene Akzente setzen möchten. Schwierig wird es vor allem, das Brahms-Museum in Heide zu beleben. Die Dauerausstellung soll neu gestaltet und um thematische Ausstellungen ergänzt werden. Gemeinsam mit dem benachbarten Klaus-Groth-Museum soll auch die Museumslandschaft stärker ins Bewusstsein gebracht werden. Nerger: „In der Zusammenarbeit besteht eine sehr große Chance.“

>Start der Museumkonzerte auf Lüttenheid ist Sonntag, 19. Oktober, ab 17 Uhr mit dem Duo Tanchev-Jahn. Info: www.brahms-sh.de

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