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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 09:45 Uhr

Itzehoe : Jetzt wird saniert – bis 2032

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ratsversammlung verabschiedet Pläne für umfassende Verbesserung der Innenstadt.

von
erstellt am 27.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Das Großprojekt ist beschlossen. Die Ratsversammlung hat beinahe die gesamte Innenstadt zum Sanierungsgebiet erklärt (siehe Grafik). Sie soll wesentlich verbessert und umgestaltet werden, wie es in der Satzung heißt – die Frist dafür hat die Ratsversammlung auf 15 Jahre festgelegt.

Karl-Heinz Zander (Bündnis 90/Grüne) fand große Worte: „Das ist eine richtige Vision für unsere Stadt. Wenn wir alles realisieren, haben wir in 15 Jahren genau die Stadt, die wir uns schon immer gewünscht haben.“ Er hoffte auf eine gemeinsame Umsetzung, und das konnte Bürgermeister Andreas Koeppen nur unterstreichen: „In Kiel wird sehr genau gehört, was die Politik zu solchen Sachen sagt. Es ist wichtig, dass wir zusammenstehen und das Projekt auch zusammen wollen.“ Denn die Stadt ist auf das Wohlwollen des Innenministeriums angewiesen: Sie will die Sanierung, deren Gesamtkosten auf 17 Millionen Euro geschätzt werden, mit Hilfe von Fördergeldern aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ umsetzen. Und zwar Stück für Stück, wie Koeppen betonte. Aus den Empfehlungen der vorbereitenden Untersuchungen und des integrierten städtebaulichen Konzepts müssten nun Vorhabenpakete entwickelt, mit Kiel abgestimmt und beschlossen werden.

Die Liste ist lang: schönere Eingänge für die Innenstadt beispielsweise am Dithmarscher und Berliner Platz, eine kompakte Fußgängerzone mit angrenzenden Wohn- und Geschäftsstraßen wie der oberen Feldschmiede und der unteren Breiten Straße, ein neuer La-Couronne-Platz ohne Pavillon – und mit hoher Priorität das Theaterumfeld. Der nächste Schritt speziell für diesen Bereich soll ein Ideen- und Realisierungswettbewerb sein, bei dem laut Konzept eines zu berücksichtigen ist: „Das Ziel der Stadt Itzehoe ist die Wiederherstellung des gesamten ehemaligen Störverlaufs.“

Der gesamte Verlauf? Das ging Günter Wolter (IBF) zu weit, er wollte den Satz streichen lassen. Marc Springer, Leiter der Stadtplanung, und Sönke Doll (SPD), Vorsitzender im Stadtentwicklungsausschuss, entgegneten, dass genau dies im Dezember von der Ratsversammlung beschlossen worden sei. Und es sei ein langfristiges Ziel für „künftige Generationen“, unterstrich Koeppen. Nun werde es um die Bereiche der ehemaligen Störschleife gehen, die im Sanierungsgebiet lägen. Einen Wunsch hatte der Bürgermeister dazu: „Bitte nicht mehr davon reden, dass wir die alte Stör wieder in die Stadt holen wollen. Sie haben ein tideunabhängiges Gewässer beschlossen.“

Auch private Initiativen sollen im Sanierungsgebiet eine wichtige Rolle spielen. Mehr als die Hälfte der Gebäude in dem Bereich wurden als modernisierungsbedürftig eingestuft, Eigentümer können bei einer Investition Fördermittel erhalten. Auf der anderen Seite wird am Ende abgerechnet, ob der Bodenwert durch die Sanierung gestiegen ist – dann wird ein Ausgleich fällig. „Dringend erforderlich“ seien deshalb Sprechzeiten des Sanierungsträgers, meinte Hans Emil Lorenz (UWI). Den Bürgern die Angst zu nehmen, „macht uns allen das Leben leichter“. Sein Antrag wurde abgelehnt: Er passe nicht zu den anstehenden Beschlüssen, so Sönke Doll. Das Thema solle aber bei der europaweiten Ausschreibung berücksichtigt werden, mit der ein Sanierungsträger gesucht werden muss. Die Hoffnung auf eine gemeinsame Linie erfüllte sich schließlich: Die Beschlüsse fielen – bei einigen Enthaltungen – einstimmig.

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