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Feuerwehr : Jetzt wird für Digital-Funk aufgerüstet

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Im Amt Wilstermarsch beginnt bei den Feuerwehren die Umstellung / Schulungsmarathon für die Helfer

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2015 | 18:09 Uhr

Mit der Einführung des digitalen Funkverkehrs stehen die Freiwilligen Feuerwehren in der Wilstermarsch vor einer gewaltigen Herausforderung: Helfer müssen geschult, Fahrzeuge umgerüstet werden. Gleichzeitig muss jederzeit die Einsatzbereitschaft sichergestellt sein. „Da bewegt sich jetzt viel“, kündigte Fernmeldebereichsleiter Karsten Huk auf einer Dienstversammlung für die Wehrführer an. Bereits jetzt sei das gesamte Programm etwas in Zeitverzug.

Die zentralen Voraussetzungen seien mit der Inbetriebnahme von Digital-Funkservicestellen in St. Michaelisdonn und einer Nebenstelle in der Kreisfeuerwehrzentrale in Itzehoe geschaffen. Hier laufen die Fäden für Auslieferung, Nachbestellung, Updates und Wartung zusammen. In diesen Tagen werden die ersten Handgeräte in der Zentrale erwartet. Anfang Oktober sollen die neuen Funkgeräte für die Einsatzfahrzeuge folgen.

„Die nächste große Baustelle ist die Schulung“, erläuterte Karsten Huk. Nach einem ausgeklügelten Plan sollen in allen Wehren so genannte Multiplikatoren ausgeguckt und mit der neuen Technik vertraut gemacht werden. Die Schulung findet jeweils an zwei Abenden in der Woche und an einem Sonnabend statt. Die Multiplikatoren sollen ihr frisch erworbenes Fachwissen in die jeweiligen Wehren hineintragen. „Wenn alles klappt, soll es ebenfalls Anfang Oktober losgehen“, hoffte Karsten Huk. Zuletzt hätten allerdings noch nicht einmal die Schulungsunterlagen aus der Landes-Feuerwehrzentrale vorgelegen. Die Masse der Schulungstermine findet im November statt. „Jeder Platz in der Schulung ist Gold wert“, machte Huk deutlich, wie eng der Zeitplan gestrickt und wie groß der Handlungsbedarf ist. Deshalb stünde die Feuerwehr Brokdorf gar nicht erst auf der Liste. Hier gebe es bereits Helfer mit den erforderlichen Kenntnissen.

Parallel dazu findet die Auslieferung der Geräte statt. Der Startschuss wird im November erwartet. Zum Auftakt sollen die Wehren ausgestattet werden, die bei der Deichverteidigung zum Einsatz kommen könnten. Die Masse der übrigen Wehren folgt im Januar, zuletzt die Wehr des Kernkraftwerks in Brokdorf. Das Problem: Die Feuerwehren sollen sich selbst Fachfirmen aussuchen, die die Geräte in die Fahrzeuge einbauen. „Die Firmen werden in den nächsten Jahren noch gut zu tun haben“, so Huk. Er empfahl dringend, in jeder Feuerwehr ein Fahrzeug bereitzuhalten, das sowohl mit analoger als auch mit digitaler Technik ausgestattet ist. „Hier wird es zum Teil lange Übergangszeiten geben.“ Da bei den meisten Einsätzen inzwischen allein schon wegen Personalmangel mehrere Feuerwehren unterwegs sind, müssen diese auch in der Umstellungsphase miteinander kommunizieren können. Laut Karsten Huk ist die funktechnische Zusammenarbeit mit der Rettungsleitstelle gesichert. „Hier wird man digital mithören können.“ Am Ende sei allerdings jede Feuerwehr für sich dafür verantwortlich, dass die Kommunikation untereinander im Ernstfall auch wirklich funktioniert. Ob am Ende der zuletzt vorgelegte Zeit- und Ablaufplan wirklich eingehalten werden kann, ist allerdings offen. „Das ändert sich manchmal von Woche zu Woche“, so Karsten Huk.

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