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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 01:09 Uhr

Jetzt aber schnell: Ab in die Pilze

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der viel zu warme Oktober verlängert die Saison / Immer mehr Sammler suchen sich ihre Mahlzeit im Wald

Zecken, Fuchsbandwurm und Giftpilze – diese Exoten gibt es auch im Burger Wald. Aber wo sitzen die Zecken, wo lebt der Fuchsbandwurm, wo wachsen die Pilze? Experte für all diese Fragen ist in Burg Waldmuseumsleiter Ernst-Otto Pieper. „Ich habe jede Woche mindestens zwei Zecken“, so der 72-Jährige. Er ist fast täglich im Wald unterwegs und bewegt sich dabei nicht nur auf den Wegen – eine Erklärung für seine häufigen Zeckenbisse. Denn: „Auf den Wegen sind sie nicht. Man muss schon ins Kraut kriechen. Besonders gern sitzen sie am Adlerfarn.“ Den gebe es beispielsweise reichlich am Papenknüll.

Hauptüberträger von Zecken in den Orten seien vor allem Katzen, weiß der Museumsleiter. Der Grund: „Hunde werden gecheckt vom Halter, bei Katzen ist das weniger der Fall. In der freien Natur sind es vor allem Rehe, die die Zecken weitergeben.“ Die Folgen sind fatal – Borreliose und Hirnhautentzündung sind nur zwei der gefährlichen Krankheiten, die von den Tieren übertragen werden können. „Die Borrelliose ist bei uns weit verbreitet“, so Pieper, der sie selbst bereits zweimal hatte. Hirnhautentzündung sei bei uns weniger verbreitet.

Durch die zunehmende Klimaerwärmung komme jedoch aus den südlichen Ländern die Auwald-Zecke zunehmend auch in unserer Region vor. „Die ist besonders für Hunde gefährlich.“

Immer häufiger treffe man laut des Experten außerdem auf den Fuchsbandwurm. In Burg aber hat Piper noch nicht von Übertragungen durch den Parasiten gehört. Obwohl er Fuchsbandwurm heißt, komme er natürlich auch bei anderen Tieren vor. Hunde, Katzen, Waschbären und vor allem Marderhunde können infiziert sein. „Letztere sind flächendeckend in Schleswig-Holstein verbreitet.“ Fuchsbandwürmer sind vor allem für die Leber sehr gefährlich, weil sich die Finnen, so heißen die Larven bei den Bandwürmern, dort festsetzten. Übertragen werde der Bandwurm am häufigsten von Bisamratten. Doch auch im Zusammenhang mit Pilzen spiele er eine Rolle, denn seine Eier können unsichtbar auf ihrer Oberfläche haften. Deshalb rät der Experte: „Pilze für einige Minuten unter mindestens 70 Grad heißes Wasser halten, auch wenn der Geschmack leidet.“ Einfrieren bringe hingegen nichts, erst bei über minus 70 Grad sterbe der Wurm ab.

Die beliebtesten Arten unter den essbaren Pilzen seien laut Pieper Maronen und Steinpilze – im Burger Wald und im Paradiestal eher selten zu finden, in Christianslust dagegen weit verbreitet. Wer sich in Sachen Pilzarten nicht gut auskennt, für den gibt es eine tolle Sammlung aller hier beheimateten Pilzarten im Burger Waldmuseum. Noch bis zum 31. Oktober können Pilzfreunde und Hobbysammler dort nachschauen, ob die gefundenen Exemplare genießbar oder gar giftig sind.

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