Schulneubau : „Jetzige Situation ist unhaltbar“

Das Brunsbütteler Jugendparlament bezieht Stellung zur Diskussion über einen möglichen Schulneubau.
Das Brunsbütteler Jugendparlament bezieht Stellung zur Diskussion über einen möglichen Schulneubau.

Brunsbüttler Jugendparlament ist für den Neubau der Gemeinschaftsschule am Bildungszentrum

shz.de von
17. Januar 2015, 16:37 Uhr

Brunsbüttel | „Wir sagen Ja zum Schulneubau und werden am 25. Januar geschlossen für die Errichtung einer neuen Gemeinschaftsschule am Bildungszentrum stimmen“, zeigen die Mitglieder des Jugendparlaments (JuPa) Flagge. Seit dessen Gründung setzen sich die zehn Jungparlamentarier intensiv mit dem Streitthema auseinander. In den vergangenen Wochen wurden Ausschusssitzungen sowie Informationsveranstaltungen besucht, mit Schülern, Lehrern, Eltern diskutiert und seitenweise Protokolle gelesen. Eine eigens für dieses Thema gebildete Arbeitsgruppe machte sich zudem die Mühe, nochmals alle Pro- und Contra-Punkte zu beleuchten und zu hinterfragen. Das Ergebnis: „Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass die jetzige Situation für die Lehrer und Schüler der Gemeinschaftsschule unhaltbar ist. Wir stimmen allen Argumenten der Ratsversammlung, die für einen Schulneubau sprechen, vorbehaltlos zu“, sagte Moritz Haß als Mitglied der Arbeitsgruppe.


Jungparlamentarier sehen mehr Vor- als Nachteile

Baukosten in Höhen von rund 15,3 Millionen Euro wurden immer wieder als Argument gegen einen Schulneubau genutzt. Doch ein Umbau der über 100 Jahre alten Bojeschule würde die Stadt ebenfalls über 11,7 Millionen Euro kosten, inklusive der für den Neubau verloren gegangenen Planungskosten. „Diese Differenz ist durchaus hinnehmbar, zumal die Stadt dann eine neue Schule mit Räumlichkeiten hat, die den heutigen Anforderungen entsprechen“, betonte die stellvertretende JuPa-Vorsitzende Nele Kühl. Zudem würden die Mietkosten für die Unterrichtscontainer entfallen, die in der Stadtkasse jährlich mit 155  000 Euro zu Buche schlagen. Ebenfalls einsparen ließen sich die Mietzahlungen, wie beispielsweise für die Unterbringung der VHS in der Max-Planck-Straße 9. Die Unterbringung der VHS und des Stadtarchivs wären eine Möglichkeit für eine Weiternutzung des alten Schulgebäudes. Aus Sicht der Nachwuchspolitiker ist das Argument der „Nicht-Finanzierbarkeit“ eines Neubaus mit dem Blick auf die Sanierungsnotwendigkeit der jetzigen Gemeinschaftsschule, und die zu zahlenden Mietkosten für die benannten Einrichtungen und die Unterrichtscontainer somit haltlos.

Durch den Bau einer neuen Gemeinschaftsschule könnte die Schleusenstadt zu einem anerkannten Bildungsstandort avancieren. In Verbindung mit einem, der heutigen Zeit entsprechend angepassten pädagogischen Lehrkonzept mit Nutzung neuer Medien, könnten neben jungen, engagierten Schülern, ebenso engagierte, junge Lehrer in die Schleusenstadt gelockt werden, sind sich die JuPa-Mitglieder einig. Brunsbüttel könnte so insbesondere für junge Familien wieder zu einem attraktiven Wohnstandort werden.

Einen weiteren Vorteil sehen die JuPa-Mitglieder im Schulneubau am Bildungszentrum für Schulwechsler. „Zum einen würde sich am Schulweg nichts ändern, zum anderen kennen sich die Schüler zumindest vom Sehen her schon, was einen Wechsel und Einstieg in eine neue Klasse deutlich erleichtert“, so Kühl. „Wir reden so viel über Inklusion, soziale Ungleichheit und darüber, dass alle Menschen gleichberechtigt leben können. Es ist an der Zeit, dass wir Inklusion leben“, fügte die stellvertretende Vorsitzende hinzu.

Mit Verwunderung nahm sie die Stellungnahme eines Lehrers am Gymnasium zur Kenntnis, der sich dahingehend äußerte, den Regionalschülern durchaus einen Palast zu gönnen, jedoch nicht in unmittelbarer Nähe zum Gymnasium.

Enttäuscht zeigte sie sich auch über die gleichgültige Einstellung vieler Mitschüler. „Was geht mich das an, das betrifft mich doch nicht“, zitierte Nele Kühl diese. Das Jugendparlament hofft, dass sich möglichst viele Menschen an der Wahl beteiligen und sich für einen Neubau der Gemeinschaftsschule am Bildungszentrum aussprechen werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen