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Immobilien : Jedes zehnte Haus hat große Baumängel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zwei Sanierungsgebiete in der Innenstadt: Für Modernisierungen von Häusern kann es dort Städtebauförderungsmittel geben.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2017 | 05:00 Uhr

In Wilster gibt es zwei Förderungsbereiche, in denen Modernisierungsmaßnahmen an Wohngebäuden aus Mitteln des Städtebauförderungsprogramms unterstützt werden können. Die Kosten teilen sich der Bund, das Land und die Stadt Wilster. Darauf wies Bürgermeister Walter Schulz in einem Vortrag hin, den er vor 80 Mitgliedern des Haus- und Grundeigentümervereins Wilster im Hotel Busch hielt. Betroffen sind die Innenstadt rund um den Markt sowie die weiter geschnittene Altstadt.

Denkbar sind sowohl vereinfachte Verfahren, wenn nicht mit wesentlichen Bodenwerterhöhungen durch die Sanierungsmaßnahmen zu rechnen ist, sowie das umfassende Verfahren, wenn es zu Wertsteigerungen durch die Sanierung kommen sollte. Für diese „sanierungsbedingten Bodenwertsteigerungen“ werden die betroffenen Grundeigentümer zur Zahlung von entsprechenden Ausgleichsbeträgen herangezogen. Eine Ankündigung, die bei mehreren Grundeigentümern zu lautstarkem Protest führte.

Wie der Bürgermeister darlegte, weisen rund zehn Prozent der Gebäude in den beiden Sanierungsgebieten starke bauliche Mängel an nahezu allen sichtbaren Bauteilen auf. Ein Großteil davon liegt im Bereich der Altstadt. Schulz sprach sogar von einem „städtebaulichen Missstand“. Inwieweit hier die Förderung durch das Städtebauförderungsprogramm greifen solle, müssten die städtischen Gremien entscheiden. Sanierungsmaßnahmen können gefördert werden, Unterhaltungsarbeiten dagegen nicht. Noch ist nach Aussage des Bürgermeisters kein Sanierungsträger berufen worden. Sobald dieser feststehe, werde es eine öffentliche Einwohnerversammlung zur Information der Bürger geben. Innerhalb der Satzungsbereiche würden Sanierungsvermerke ins Grundbuch eingetragen. Der Abschluss des Vorhabens werde in zehn bis zwanzig Jahren anvisiert. Wilster sei 2011 in das Förderprogramm aufgenommen worden, nachdem offenkundig geworden war, dass der hohe gewerbliche Leerstand und die enge Bebauung zu einem Funktionsverlust des Ortskerns als Nahversorgungszentrum geführt hat. Außerdem wurden die teilweise schlechte Bausubstanz und der unzeitgemäße Zustand der Infrastruktur angeführt.

Walter Schulz nannte als Ziel der Sanierungsmaßnahmen einerseits, die Voraussetzungen für eine nachhaltige städtebauliche Umgestaltung und Funktionsstärkung des historischen Stadtkerns zu schaffen. Andererseits sollten aber auch die Infrastrukturen hinsichtlich der Daseinsvorsorge aufgewertet werden.

Für Projekte und Handlungsempfehlungen sind in vorbereitenden Untersuchungen ein Einzelhandelskonzept, ein Zukunftskonzept Daseinsvorsorge und ein Wohnungsmarktkonzept erarbeitet worden. Für das Gebiet „Innenstadt“ seien vorbereitende Untersuchungen in Arbeit, fügte Schulz hinzu. Als Leitziele nannte er Familien und junge Menschen, die bei uns „Wurzeln schlagen können“, ältere Menschen, die hier umsorgt vor Ort leben könnten, sowie Haushalte und Gewerbebetriebe, die in Wilster und der Wilstermarsch zukunftsfähige Basisinfrastrukturen vorfänden.

Als erste Fördermaßnahme sei die Fußgängerbrücke über die Bahn in Höhe Büttel vorgezogen und fertiggestellt worden. Für die Sanierung des Wilstermarsch-Stadions stehe der Baubeginn unmittelbar bevor. Als weiteres Zukunftsprojekt nannte der Bürgermeister den Ausbau des bisherigen Sportplatzes Büttel zu einer „Sport- und Freizeitanlage“ mit Geräten für jedes Alter.

Mit dem privaten Wohnungsbauvorhaben auf dem ehemaligen Schulgelände am Stadtpark, dem geplanten Verkauf des Sportplatzes Brook als Wohnbaugebiet und seniorengerechtem Wohnen auf dem früheren Wandmakergelände an der Neuen Burger Straße komme man in der Schaffung von Wohnraum gut voran. Für Wilster, so sagte der Bürgermeister, gebe es bis zum Jahr 2025 eine Versorgungslücke von 140 Wohneinheiten, davon 86 Prozent Ein- und 14 Prozent Mehrfamilienhäuser.

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