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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 06:47 Uhr

Jedes Kind hat Talent

vom

Projekt will schlummernde Fähigkeiten fördern / Erster Workshop für stadtweites Netzwerk

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Brunsbüttel | "In jedem Kind steckt ein Schatz, der nicht verloren gehen darf, denn in jedem Kind steckt ein Talent", stellte die Leiterin der Volkshochschule Brunsbüttel, Dr. Elke Schmidt-Wessel, bei der Eröffnung des 1. Talente-Workshops fest, der im Rahmen des vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Projekts "Talente-Kompass Brunsbüttel" im Elbeforum durchgeführt wurde.

Für die Stadt als Träger des Projekts nutzte Bürgermeister Stefan Mohrdieck die Gelegenheit zu einem Grußwort. Er dankte der Volkshochschule, die das Projekt aktiv umsetzt. Die Projektleitung hat VHS-Mitarbeiter Roland Ladage übernommen. Das erst vor wenigen Wochen eingerichtete "Talente-Büro" wird von Sabrina Nothelfer geleitet.

Talente gebe es bei Kindern aller Bildungsschichten, betonte Dr. Schmidt-Wessel. Entschieden wandte sich die VHS-Leiterin gegen den Begriff "sozial Schwache": "Er ist eine Frechheit gegenüber Familien mit wenig Geld. Sozial schwach sind Leute, die Steuern hinterziehen", zog sie anlässlich jüngster Vorkommnisse den Beifall der über 40 Teilnehmer auf sich.

Zielgruppe des Talente-Kompass sind die Drei- bis Achtjährigen vom Übergang aus der Familie über die Kitas bis in die Grundschule. Bei ihnen gelte es, Talente zu wecken: schlummernde Fähigkeiten, die es zu entfalten gelte und die zur Selbstzufriedenheit führen, Neigungen und spezielle Stärken der Kinder fördern und Defizite in der Entwicklung ausgleichen. Ein Anliegen sei es auch, die Alltagsfähigkeiten und die Kreativität der Kinder zu entwickeln und zu fördern. Das Brunsbütteler Projekt, so fuhr Ladage fort, habe den Bereich MINT als besonderen Schwerpunkt gewählt. Die Buchstaben stehen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. "Wir setzen auf bewährte Strukturen, wollen sie stärken, vernetzen und neue Akzente setzen."

Sabrina Nothelfer merkte an, man wolle gemeinsam mit den Eltern, Erzieherinnen und Erziehern aus Kitas und Grundschulen sowie mit Institutionen und Unternehmen etwas erarbeiten. Denkbar und zum Teil schon umgesetzt seien gemeinsames Kochen, Sprachkurse, Familienfreizeiten, ein Kinderlabor, Kindertheater, Bewegungsförderung mit Erlebnispädagogik und Leseförderung. "Das ist alles ein Können, kein Muss!", setzt Nothelfer auf Freiwilligkeit. Einbezogen werden könnte auch das laufende Projekt "Bibfit für den Bibliotheksführerschein" unter dem Dach der Stadtbibliothek. "Das Projekt für die frühe Leseförderung nimmt Fahrt auf", freute sich Sabrina Nothelfer. Das MINT-Kinderlabor in Zusammenarbeit mit der Sasol stärke das Riechen, Sehen, Entdecken und Fühlen der Kinder, was Nothelfer als "ein spannendes Erlebnis" bezeichnete. Kontakte seien auch zu Brunsbüttel Ports geknüpft für Hafenbesichtigungen der Kinder.

Ladage und Nothelfer leiteten gemeinsam mit den aus der Kreisverwaltung zur Verstärkung angereisten Mitarbeiterinnen Melanie B. Queitsch und Ricarda Röleke die vier Arbeitsgruppen des Workshops, um gemeinsam Wünsche und Bedarf zu ergründen. Die Projektkoordinatorin des Kreises, Melanie B. Queitsch, verwies auf den Praxispool des beim Kreis angesiedelten Projekts "LandZukunft - Talenteküste Dithmarschen". Der Pool solle Praxisangebote sammeln, Impulse geben, Prozesse begleiten und ein Netzwerk aufbauen.

Schmidt-Wessel betonte: "Es gilt, über die Projektlaufzeit bis Ende 2014 hinaus die Nachhaltigkeit sicherzustellen". Queitsch berichtete über Bemühungen, ab 2015 einen "Kümmerer" zu finden. Schmidt-Wessel verdeutlichte unter Hinweis auf die nur noch 18-monatige Projektlaufzeit: "Weniger das Geld, sondern mehr die knappe Zeit ist das Problem."

Zum Abschluss des Workshops stellte Roland Ladage zufrieden fest: "Es wurde eine ganze Reihe konkreter Ideen entwickelt, die jetzt umgesetzt werden sollen." Und: "Die wir erreichen wollten, haben wir auch erreicht."

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