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Wilster : Jeder Zehnte hat längst gewählt – per Brief

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Immer mehr Menschen machen einen Bogen um ihr Wahllokal, auch in der Marsch.

Während Merkel, Schulz und auch die Kandidaten vor Ort sich noch für jeden einzelnen Wähler abstrampeln, hat mehr als jeder zehnte der genau 9098 Wahlberechtigten in der Wilstermarsch seine Stimme längst abgegeben. Bei der Abstimmung per Brief zeichnen sich jedenfalls schon jetzt Rekordergebnisse ab. Gestern war in der Amtsverwaltung bereits der 1000. Wählerbrief eingegangen. Und das elf Tage vor dem eigentlichen Wahltermin. Damit haben schon jetzt mehr als zehn Prozent der Bevölkerung allein in der Marsch ihre Entscheidung getroffen. Der Anteil könnte bis zum 24. September noch weiter steigen. Neben den Wahlvorständen in den Kommunen wurden wegen des Briefwähler-Ansturms zwei zusätzliche Wahlvorstände im Amtsgebäude gebildet. Dort läuft das Prozedere wie in den Wahllokalen ab. Erst am Wahltag ab Punkt 18 Uhr werden die Briefwählerstimmen aus den blauen Umschlägen ausgezählt.

Für die Parteien, aber auch für politisch interessierte Bürger in den jeweiligen Gemeinden könnte das allerdings auch für Verdruss sorgen. Die Ergebnisse der Briefwähler werden nämlich nicht den einzelnen Herkunftsgemeinden zugeordnet, sondern amtsweit ausgewiesen. Da schon jetzt mehr als zehn Prozent der Wähler per Post abgestimmt haben, gibt es bei einem Vergleich der Stimmen im Heimatort schnell mal ein schiefes Bild.

Nach Auskunft von Ordnungsamtsleiter Thorsten Franck ist das vom Aufwand her am Wahlsonntag aber nicht anders machbar. Die hohe Zahl an Briefwählern erklärt er sich auch damit, dass es den Wählern inzwischen frei steht, ob sie ihre Stimme per Post abgeben oder persönlich im jeweiligen Wahllokal erscheinen. Bei früheren Wahlen hatte man noch triftige Gründe angeben müssen. Krankheit oder berufsbedingte Abwesenheit zählten dazu. „Eine Einladung zum Kaffeetrinken bei der Tante reichte da nicht“, sagt Franck, obwohl man stets großzügig gewesen sei. Inzwischen steht es jedem völlig frei, ob er das Angebot der Briefwahl annimmt. Und davon wird dann auch reger Gebrauch gemacht.

Nicht mehr darauf angewiesen sind aber die Bewohner des Pflegeheims. Am Wahlsonntag wird erstmals in Wilster eine mobile Wahlurne getestet. Von der Heimleitung gebe es dafür volle Unterstützung. Und auch die Bewohner würden entsprechend informiert. An dem Tag werden von 10 bis 12 Uhr Mitglieder des eigens aufgestockten Wahlvorstands im Seniorenzentrum Stimmen einsammeln. „Wenn sich das bewährt“, so Franck, „werden wir das auch bei künftigen Wahlen so machen.“

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