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SCHULABGÄNGER : Jeder siebte Schüler ohne Perspektive

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Übergangsstatistik dokumentiert, was mit Schülern nach dem Abschluss passiert. 14 Prozent der Jugendlichen nach der Schule unversorgt. Regionales Übergangsmanagement will Beratungsangebote gezielter einsetzen.

Nicht einmal die Hälfte aller Jugendlichen mit Real- oder Hauptschulabschluss fängt nach der Schule sofort eine Ausbildung an – das geht aus der Übergangsstatistik der Abgänger der Sekundarstufe I der Allgemeinbildenden Schulen im Kreis Steinburg hervor. Ziel der Statistik, die vom Regionalen Übergangsmanagement Steinburg (RÜM) in Zusammenarbeit mit dem Schulamt und der Kreisfachberatung Berufsorientierung erstellt wurde, ist die gezielte und vor allem rechtzeitige Versorgung junger Schulabgänger.

„Wir wollen die Jugendlichen möglichst früh abholen“, erklärt RÜM-Projektmanager Lothar Schramm. Denn nur so könne vermieden werden, dass die Schüler nach dem Abschluss ohne Perspektive dastünden – so wie 14 Prozent der rund 900 befragten Schulabgänger. Dass der Bedarf an Versorgungsangeboten für Sekundarschüler besteht, ist für Lothar Schramm nicht neu. „Dank der Statistik können wir das endlich auch an konkreten Zahlen belegen“, sagt er.

So werde deutlich, dass Jungs nach der Schule sehr viel häufiger im Übergangssystem landeten als Mädchen. Konkrete Beratungsangebote und andere Maßnahmen, die zusammen mit Schulen, der Arbeitsagentur, dem Jobcenter oder der Handwerkskammer erarbeitet werden, könnten das verhindern. Umgesetzt wurden auf diese Weise schon Projekte für Migranten und ältere Jugendliche.

Schwer haben es auch Schüler mit Hauptschulabschluss, von denen nur 29 Prozent eine duale Ausbildung beginnen und etwa 46 Prozent im Übergangssystem landen. Dabei gehe es nicht darum, die Jugendlichen einfach irgendwo unterzubringen – denn nicht immer sei der Besuch einer weiterführende Schule die richtige Lösung.

„Wenn ein Schüler mit Hauptschulabschluss auf der Realschule überfordert ist und ausgesiebt wird, steht er am Ende durch Fehlzeiten und Demotivation vielleicht schlechter da, als wenn er sich direkt nach dem Abschluss beworben hätte“, macht Lothar Schramm deutlich.

Noch schlechter sieht es für Förderschulabsolventen aus: Von ihnen sind rund 54 Prozent nach der Schule auf das Übergangssystem angewiesen oder haben überhaupt keine Aussicht auf eine Ausbildung.

Bisher werden mit der Befragung nur Schüler der Sekundarstufe I, also bis zur 9. oder 10. Klasse, erfasst. Nächster Schritt soll sein, Privat- und Berufsschulen sowie Gymnasien in die Erhebung mit einzubeziehen. Um möglichst schnell handeln zu können, soll eine Erstabfragung schon nach den Halbjahreszeugnissen stattfinden,erklärt Lothar Schramm.

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erstellt am 22.Aug.2013 | 11:33 Uhr

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