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„Jeder ist von diesem Haus begeistert“Kultur- und Bürgerhaus in Marne besteht seit fünf Jahren / Ausstellungen, Lesungen, Kleinkunst und Musik bescheren dem KBH einen guten Ruf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit fünf Jahren bereichert das Marner Kultur- und Bürgerhaus (KBH) das kulturelle Angebot in der Region. Der 2011 mit dem Architekturpreis ausgezeichnete moderne Bau in der Schillerstraße bietet Musik, Lesungen, Kleinkunst und vor allem Ausstellungen in einem übers Jahr abwechslungsreich gestalteten Programm. Der Etat für dieses Kulturangebot ist mit jährlich 3000 Euro nicht eben üppig ausgestattet. Aber dem Leiter des Hauses, Wolf Eismann, gelingt ein Spagat zwischen teuren Veranstaltungen und publikumsträchtigen Angeboten. Im Oktober vorigen Jahres formierte sich ein Freundeskreis, der über Sponsorengelder den von der Stadt vorgegebenen Etat aufstocken helfen soll.

Eismann, 58-jähriger Radiojournalist aus Kaiser-Wilhelm-Koog, ist mit der Entwicklung des Hauses zufrieden. Seit 1. April 2011 leitet er das Kultur- und Bürgerhaus, nachdem sein Vorgänger Siegfried Bersch das Handtuch geworfen hatte. Der Alt-Bürgermeister zog seine Konsequenzen aus einem Zwist mit dem Kulturverein KiK.

Doch das ist Schnee von gestern. Wichtig ist für Eismann vor allem der Rückhalt in der Marner Stadtvertretung, die sein Konzept unterstützt. „Als ich das KBH übernommen habe, war es eine kleine regionale Geschichte“, blickt Eismann zurück. „Es gab viel weniger Veranstaltungen.“ Das hat sich seitdem kräftig geändert. „Zwei, drei Veranstaltungen im Monat muss man machen, wenn das Haus im Gespräch bleiben soll.“ Klar, dass dann der dem KBH zugedachte Etat nicht ausreicht. 15 000 bis 18 000 Euro kostet die Umsetzung des Programms im Jahr. Die Differenz müsse er eben einspielen, sagt Eismann. Aber er ist zuversichtlich, dass ihm das gelingt: „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.“

Was auch daran liegen dürfte, dass sich das Programm vom kulturellen Angebot in Marnes Nachbarschaft absetzt. „Wir machen andere Sachen als etwa das Elbeforum“, erklärt Eismann. Mit den Malnachmittagen für Kinder gelingt es ihm inzwischen sogar, Eltern mit ihrem Nachwuchs aus Itzehoe in die Marschenstadt zu locken. Überhaupt, das Malen: Inzwischen gibt es eine Kooperation mit der Marner Reimer-Bull-Regionalschule. In einem Begabtenprogramm kommen regelmäßig Schüler ins Atelier des KBH, um dort von Kunstmaler Wolfgang Beckmann unterrichtet zu werden. Neuerdings bietet Eismann das Atelier auch für kreative Kindergeburtstage an.

Die auf den ersten Blick ungewöhnliche Architektur des Hauses sorgt im Inneren für große, helle Räume. Künstler lieben dieses Umfeld, in dem sich Bilder und Skulpturen präsentieren lassen. „Jeder ist von diesem Haus begeistert“, freut sich Wolf Eismann denn auch. Der gute Ruf, den sich die Einrichtung bislang erarbeitet habe, mache immer wieder aufs Neue auf das KBH aufmerksam.

Während Siegfried Bersch in den Anfangstagen noch Klinken putzen musste, um Künstler für das Programm anzuheuern, laufen heute schon Nachfragen bei Eismann auf. Die Skepsis, als es manchem nicht professionell genug lief, ist inzwischen einem großen Interesse gewichen, selbst mal an der Schillerstraße aufzutreten oder auszustellen.

Eine größere Publikumsnachfrage wünscht sich der KBH-Leiter dennoch für die Zukunft: „Ich kann schon froh sein, wenn ich 50 Leute da sitzen habe.“ Für 70 Besucher ist die Bestuhlung im Saal ausgelegt. Die Marner machen sich immer noch rar: „Manche waren noch nie hier.“ Das kann sich ja in diesem Jahr ändern. Eine große Feier wird es zwar nicht geben. Aber auch 2014 bietet das Kultur- und Bürgerhaus breit gefächerte Veranstaltungen. Dazu gehört am 17. Januar die Lesung von Krimi-Autor Sig Meuther (19 Uhr). Unter diesem Pseudonym schreibt Siegfried Bersch. Bereits am 9. Januar zieht Helga Siebert einen kabarettistischen Jahresrückblick (19 Uhr).

>Internet: www.kbh-marne.de

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