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Auszeichnung „Carusos“ : Jeden Tag Musik – ob schön oder schief

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In der Kita Oldendorf wird jeden Tag gesungen und zwar kindgerecht. Dafür hat die Einrichtung nun als erster Kindergarten in Schleswig-Holstein das musikalische Gütesiegel „Carusos“ erhalten.

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erstellt am 22.Dez.2013 | 08:15 Uhr

Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann, Hänschen Klein… Kann doch jedes Kind singen. Aber „Es wird scho glei dumpa“? Da weiß selbst manch Erwachsener im hohen Norden nicht, was das heißt. Doch die rund 50 Jungen und Mädchen der evangelischen Kindertagesstätte Oldendorf sangen die erste Strophe des Liedes so einwandfrei auf Bayrisch, dass Michael Müller, gebürtiger Bayer und Vertreter des Sängerbundes Schleswig-Holstein, ganz aus dem Häuschen war: „Ich habe in ganz Norddeutschland noch nie einen Kinderchor so singen hören, dass ich dachte, ich bin daheim. Wenn ich Chorleiter in Oldendorf wäre, ich würde mir schon mal die Hände reiben“, lobte er die Nachwuchssänger.

Dass die Kita musikalisch so beeindruckt, ist nicht verwunderlich: Musik wird in der Einrichtung groß geschrieben und gehört zum Tagesablauf wie gemeinsames Frühstück und Spielekreis. Doch die Lieder machen nicht nur Laune, sie bescherten der Kinderbetreuungseinrichtung als erste in ganz Schleswig-Holstein ein neues musikalisches Gütesiegel. Zum ersten Mal vergab der Deutsche Chorverband im Land zwischen den Meeren die „Carusos“, eine Qualitätsmarke für das kindgerechte Singen in Kindertagesstätten. Die Urkunde überreichte Schirmherrin Heide Simonis zusammen mit Michael Müller an Kita-Leiterin Blanka Jordan passend zum Anlass im Rahmen eines Adventssingens der Kita. Und von den beiden Trägergemeinden Oldendorf und Mehlbek gab es als Dank und Anerkennung für die musikalische Erziehung einen Scheck.

Vorgänger der „Carusos“ ist die musikalische Auszeichnung „Felix“, wie Müller erklärte. „Die Kriterien waren dabei aber nicht so genau formuliert, und es gab keine zertifizierten Fachberater.“ Mit der neuen Auszeichnung solle die Bewertung transparenter und bundesweit vergleichbar werden. Singen bilde Körper, Geist und Seele. Die Kita Oldendorf sei eine Vorzeige-Kita, wenn es um Musik gehe: Dort wird täglich gesungen, mit Bewegung, zu verschiedenen Anlässen und auch in fremden Sprachen oder Dialekten. Die Patenschaft mit einer Schule in Tansania fließt in das Musikprogramm beispielsweise ein, die Jungen und Mädchen können auch afrikanische Lieder trällern. „Das Hauptkriterium ist aber das Singen in kindgerechter Tonhöhe“, betonte Müller. Oft werde zu tief gesungen. „Wenn der Ton C1 dauerhaft unterschritten wird, kann das schaden.“ Nicht die Qualität des Kindersingens stehe im Vordergrund, sondern die Qualität der musikalischen Erziehung. „Die Kita Oldendorf hat sich die ‚Carusos‘ als erste Einrichtung in Schleswig-Holstein wirklich verdient.“

Die kleinen Sänger ließen zum Beweis der vorbildlichen musikalischen Förderung während des Adventssingens mit Inbrunst mehrere Weihnachtslieder erklingen. „Die Kinder bleiben Ihnen hoffentlich mit ihrem im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichneten Gesang in Erinnerung“, wandte sich Oldendorfs Bürgermeister Henning Schultz-Collet an Michael Müller und Heide Simonis. Die ehemalige Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins ermunterte die Eltern, ihren Nachwuchs auch bei schiefen Tönen beim Singen nicht auszubremsen. „Wer falsche Noten singt und rausgeschmissen wird, der singt nicht mehr. Kinder können schön singen, sie müssen es nur lernen.“ Wie in der Kita Oldendorf. Simonis: „Ich hoffe, dass Sie noch viele Carusos bekommen werden.“

 

 

 

 

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