BÜRGERENTSCHEID IN BRUNSBÜTTEL : Jede Stimme ist wichtig

Wünschen sich möglichst viele Stimmzettel in den Wahlurnen: Stefan Mohrdieck (li.) und Thilo Matzick.
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Wünschen sich möglichst viele Stimmzettel in den Wahlurnen: Stefan Mohrdieck (li.) und Thilo Matzick.

Beim Bürgerentscheid am Sonntag müssen sich mindestens 18 Prozent der 10 900 Wahlberechtigten für oder gegen den Neubau der Gemeinschaftsschule aussprechen.

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22. Januar 2015, 17:03 Uhr

Es ist gewissermaßen das große Finale eines im April vorigen Jahres begonnen Tauziehens um die Zukunft der Gemeinschaftsschule, wenn am Sonntag, 25. Januar, die Brunsbütteler das Wort haben, um folgende Frage mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten: „Sind Sie dafür, dass die Stadt Brunsbüttel ein neues Schulgebäude für die zukünftige Gemeinschaftsschule Brunsbüttel errichten lässt?“ Als diese Frage formuliert wurde, war die Bildungsstätte an der Bojestraße noch eine Regionalschule. Am Inhalt ändert sich dadurch nichts. Die rund 10  900 wahlberechtigten Einwohner der Schleusenstadt haben es in der Hand, über eine wichtige Entscheidung ihr Votum zu fällen. Dazu haben sie zwischen 8 und 18 Uhr in den insgesamt zwölf Abstimmungslokalen Gelegenheit.

Und diese sollten sie unbedingt nutzen, wirbt Bürgermeister und Abstimmungsleiter Stefan Mohrdieck: „Jeder ab 16 Jahren ist aufgerufen, daran teilzunehmen“, sagt er. Aus gutem Grund. Denn der Verwaltungschef erhofft sich ein möglichst deutliches Votum in die eine oder andere Richtung. Vom Ergebnis des Bürgerentscheids hängt ab, wie mit dem geplanten – und von der Ratsversammlung auch beschlossenen – Neubauvorhaben umgegangen wird.

Stimmen die meisten mit „Ja“, dann ist es relativ einfach: Der mit 14 Millionen Euro bezifferte Bau beim Bildungszentrum wird auf den Weg gebracht. Stimmt eine Mehrheit mit „Nein“, dann ist zumindest der Neubau der Gemeinschaftsschule für zwei Jahre kein Thema mehr in der Ratsversammlung und ihren Gremien. So will es das Gesetz. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass dann die Schule im alten Gebäude zügig umgebaut wird. Dafür gibt es weder eine exakte Kostenberechnung noch konkrete Pläne. Auch können Anwohner einen entsprechenden Bebauungsplan, den es ebenfalls noch nicht gibt, verhindern oder verzögern. Kompliziert wird es dadurch, dass mindestens 18 Prozent der Wahlberechtigten – nicht der Wähler – eine der beiden Antworten ankreuzen müssen. Gibt es keine klare Mehrheit, so wird das Thema Schulneubau einmal mehr die Ratsversammlung beschäftigen. Angesichts der derzeitigen Mehrheitsverhältnisse ist das Ergebnis absehbar, es dürfte zum Bau kommen. Sollte sich ein Patt ergeben, so gilt die Frage als mit „Nein“ beantwortet, der Neubau wäre erstmal vom Tisch.

„Ich würde mir wünschen, dass möglichst viele zur Abstimmung gehen und wir ein deutliches Ergebnis bekommen“, sagt Stefan Mohrdieck.

Thilo Matzick, Leiter des Bürgerbüros, rechnet damit dass die insgesamt 72 Wahlhelfer am Sonntag zwischen 19 und 19.30 Uhr das Ergebnis in den einzelnen Wahllokalen ausgezählt haben dürften. Wie in der Vergangenheit bei der Kommunalwahl wird im Sitzungssaal des Rathauses wieder ein Wahlstudio eingerichtet. Die Ergebnisse werden aktuell per Beamer auf eine große Leinwand projiziert. Weil die Stadt angesichts des Themas mit besonders großem Interesse rechnet, soll versucht werden, auch im Rathausflur noch einen Monitor aufzustellen.

Was der Bürgerentscheid die Stadt kostet, lasse sich nicht so einfach sagen, erklärt Matzick. Einzig feste Größe ist die Aufwandsentschädigung von 30 Euro für jeden Wahlhelfer.

> Infos: www.brunsbuettel.de

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