Charlie Hebdo : „Je suis Charlie“

„Die Leute rennen mir die Bude ein“, sagt Klaus Sobottka.
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„Die Leute rennen mir die Bude ein“, sagt Klaus Sobottka.

Glückstädter Händler haben Probleme ausreichend Exemplare von Charlie Hebdo zu bekommen

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17. Januar 2015, 08:00 Uhr

Je suis Charlie. Diesen Satz leben offenbar auch viele Menschen im Kreis Steinburg, die sich mit den Opfern der Terroranschläge von Paris vor einer Woche solidarisieren. Die Zahl der Vorbestellungen für das erste Heft des Satiremagazins Charlie Hebdo nach dem Attentat schnellt in die Höhe. Heute sollen die Zeitschriften in Deutschland ausgeliefert werden – aber nur die wenigsten Einzelhändler im Kreis wissen, ob sie ein Exemplar bekommen und weiterverkaufen können.

So geht es auch Renate Meyer von der Bücherstube am Fleth. „Ich weiß auch noch nicht, ob ich welche bekomme“, sagte sie gestern. „Der Vertrieb hat mir gesagt, dass es zu viele Vorbestellungen gibt.“ Auch die Glückstädter Buchhändlerin hat Exemplare vorbestellt. Und Renate Meyer verfolgt seit Tagen, die „Gerüchte“, wie sie sagt, um die Auslieferung des einmaligen Satireheftes aus Frankreich.

Zunächst wurden drei Millionen Exemplare gedruckt, dann nocheinmal zwei Millionen – wegen der großen Nachfrage. Und die ist auch in Deutschland ungebrochen groß.

Die Nachfrage bleibt hoch, glaubt Klaus Sobottka vom Tabakkontor in der Großen Kremper Straße. „Die Leute rennen mir die Bude ein.“ Der 65-Jährige ist froh, dass ihm der Grossist vier Exemplare zugesichert hat. „Da habe ich wohl Glück gehabt.“ Die meisten Kunden seien neugierig auf das Magazin. „Das sind meist Intellektuelle, die mehr darüber wissen wollen. Zu mir kommen alle Altersklassen – vom Gymnasiasten bis zum Rentner. Ich habe bestimmt schon 30 Vorbestellungen.“

Sobottka plant wie die Itzehoer Buchhandlung Heymann Charlie Hebdo fest ins Programm aufzunehmen. Sobottka, der seit 15 Jahren im Geschäft ist, kann sich nicht erinnern, dass es schon mal so einen Boom auf eine ausländische Zeitschrift gegeben hat. Sobottka: „Es ist schlimm, dass es erst zu einem so furchtbaren Attentat kommen muss, damit sich so ein Magazin so verkauft wird.“

Uwe Zeyn, Geschäftsführer beim Presse-Grossisten Carlsen und Lamich in Kiel, der fast ganz Schleswig-Holstein beliefert, hofft, dass die Auslieferung klappt. „Noch haben wir keine Hefte bekommen“, sagte er gestern Mittag. „Ursprünglich sollten wir 200 Exemplare von Charlie Hebdo bekommen. Jetzt hoffen wir, dass wir zumindest 75 ausliefern können. So einen Aufwand für so wenig Hefte haben wir noch nie betrieben.“

Das Angebot reiche aber nicht. „Wir haben 3500 Kunden in Schleswig-Holstein, da ist das nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Nun gelte es „den Schmerz gleichmäßig zu verteilen“. Größere Buchhandlungen würden bevorzugt. „Wir werden aber nicht einzelne Exemplare ausliefern, sondern eher Pakete von mehreren Exemplaren“, so Zeyn. Bis zu 5000 Hefte hätte er verkaufen können. „Das passiert uns selten, dass wir von irgendetwas zu wenig haben. Und wenn dann einer meckert, dann muss ich das aushalten.“

Deutschlandweit wird es 10   000 Exemplare in französischer Sprache geben, etwa 4000 gingen an Bahnhöfe und Flughäfen. „Da bleiben dann die 110   000 Fachhändler die auch noch was wollen.“ Man müsse aber den Verlag und die Kollegen in Frankreich in Schutz nehmen, die in nur einer Woche das Heft aus dem Boden gestampft hätten. Ob die Leser im Kreis Steinburg die Chance auf eine zweite Auflage bekommen, sei noch ungewiss. „Wir bemühen uns mit aller Macht darum“, sagt Zeyn.

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